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Für den Weg über die 1,5 Kilometer zwischen Pariser Platz und Schlossbrücke reichen rund 30 Minuten; wer an den Stationen stehen bleibt und fotografiert, ist eher drei Stunden unterwegs. Eintritt kostet der Boulevard im Bezirk Mitte nicht, er ist als öffentliche Straße jederzeit zugänglich. Geld fällt erst in den Häusern an der Strecke an: 7 Euro im Deutschen Historischen Museum, 15 Euro für eine Führung durch die Staatsoper. Wer mit der Bahn anreist, steigt am Bahnhof S+U Brandenburger Tor aus und steht nach rund 100 Metern am westlichen Ende der rund 60 Meter breiten Straße.
Der Nutzen dieser Achse liegt in ihrer Dichte: Hotel Adlon, Staatsoper, Bebelplatz, Humboldt-Universität, Neue Wache und das Zeughaus stehen innerhalb eines einzigen Spaziergangs hintereinander. Das Brandenburger Tor am Westende ist im Beitrag zum Brandenburger Tor als einzelnes Bauwerk beschrieben; hier geht es um die Straße dahinter, um die Reihenfolge der Stationen, um Öffnungszeiten, Anreise und Parken. Den Verlauf zwischen Pariser Platz und Schlossbrücke beschreibt auch visitBerlin, die Tourismusgesellschaft des Landes Berlin.
Vom Pariser Platz zur Schlossbrücke: fünf Stationen auf 1,5 Kilometern
Die Straße beginnt im Westen am Pariser Platz, wo das Brandenburger Tor den Boulevard abschließt, und endet im Osten an der Schlossbrücke vor dem Humboldt Forum. Wer in dieser Richtung geht, hat den größten Andrang gleich zu Beginn und läuft mit jedem Block in ruhigere Abschnitte hinein. Station eins liegt unmittelbar am Platz: das Hotel Adlon von 1907 unter der Adresse Unter den Linden 77. Wenige Häuser weiter folgt die Russische Botschaft, Unter den Linden 63–65, ein Bau aus der Mitte der 1950er Jahre. Beide sind nur von außen zu besichtigen, kosten also nichts und brauchen keine Voranmeldung.
Station zwei ist die Kreuzung mit der Friedrichstraße etwa auf halber Strecke, der belebteste Punkt der Achse; an der Friedrichstraße setzen zudem die Straßenbahnlinien 12 und M6 an. Danach kommt der historische Kern: Staatsoper und Bebelplatz als Station drei, Humboldt-Universität und Neue Wache als Station vier, das Zeughaus mit dem Deutschen Historischen Museum als Station fünf. Die Hausnummern helfen bei der Orientierung, denn sie zählen von der 77 am Pariser Platz bis zur 2 am östlichen Ende herunter. Wer mittendrin einsteigt, weiß damit sofort, in welche Richtung die Oper und in welche das Tor liegt.


Vom Reitweg des Jahres 1573 zur bebauten Achse
1573 ließ Kurfürst Johann Georg einen Reitweg anlegen, der vom Stadtschloss hinaus zum Tiergarten führte; das ist der Ursprung der heutigen Straße. 1647 ließ Kurfürst Friedrich Wilhelm die Strecke befestigen und mit Linden bepflanzen, daher der Name. Die Bebauung der rund 60 Meter breiten Straße entstand nicht in einem Zug, sondern abschnittsweise zwischen 1674 und 1737. Diese lange Bauphase erklärt, warum die Fassaden an der Strecke so verschieden ausfallen und warum sich kein einheitliches Straßenbild ergibt.
Im Kaiserreich zogen Hotels, Restaurants und Geschäfte in die Wohnhäuser ein. Der Zweite Weltkrieg zerstörte große Teile der Bebauung, der Wiederaufbau zog sich über Jahrzehnte und fiel je nach Abschnitt sehr verschieden aus. Wer die Brüche dieser Stadtgeschichte weiterverfolgen möchte, findet sie südlich der Achse an den Resten der Berliner Mauer. Auf dem Boulevard selbst stehen Bauten aus vier Jahrhunderten unmittelbar nebeneinander, vom barocken Zeughaus bis zum Botschaftsbau der 1950er Jahre.

Staatsoper und Bebelplatz: Führungen, Preise und das Denkmal im Pflaster
Die Staatsoper Unter den Linden 7 lässt sich auch ohne Vorstellung von innen ansehen, das Haus blickt auf eine 275-jährige Geschichte zurück. An Wochenenden und Feiertagen dauert die Hausführung 1,5 Stunden und kostet 15 Euro, Kinder zahlen 10 Euro, mitgehen können höchstens 25 Personen. Wer ohnehin eine Karte hat, nimmt die kurze Variante: Die Vor-Führung beginnt 25 Minuten vor der Vorstellung und kostet 5 Euro, Gruppen bis 15 Personen zahlen pauschal 75 Euro. Die Nach(t)führung dauert eine Stunde, kostet 10 Euro und auf Englisch 12 Euro, hier sind höchstens 20 Personen zugelassen.
Gruppen ab 10 Personen buchen zu 15 Euro je Person, auf Englisch zu 17,50 Euro. Ein Punkt, der vorher wichtig ist: Barrierefrei sind diese Führungen nicht. Wer im Rollstuhl unterwegs ist oder Treppen meidet, bleibt deshalb besser beim Außenrundgang, der auf dieser Achse ohnehin den größeren Teil ausmacht.
Vor der Oper öffnet sich der Bebelplatz, frei zugänglich und zu jeder Tageszeit begehbar. In sein Pflaster ist das Denkmal zur Bücherverbrennung eingelassen; es liegt ebenerdig im Boden, man steht davor und blickt hinunter statt hinauf, und genau deshalb geht es unaufmerksamen Passanten leicht durch. Unter dem Platz liegt die Tiefgarage, die weiter unten im Abschnitt zur Anreise eine Rolle spielt. Für Fotos ist der Platz die ruhigere Alternative zum Pariser Platz, weil hier weniger Gruppen stehen.
Wie sich die Stationen zwischen Pariser Platz und Schlossbrücke der Reihe nach abgehen lassen, zeigt ein Rundgang der Berliner Tourismusgesellschaft über den gesamten Boulevard.
Humboldt-Universität, Neue Wache und das geschlossene Zeughaus
Unter den Linden 6 steht die Humboldt-Universität, deren Vorplatz frei zugänglich ist und zum Straßenbild gehört. Zwei Häuser weiter, Unter den Linden 4, folgt die Neue Wache. Sie ist die zentrale Gedenkstätte für die Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft, der Innenraum steht offen und kostet nichts. Rechnen Sie damit, dass hier ein anderer Ton herrscht als auf der Straße davor: Der Raum ist leer bis auf die Skulptur in der Mitte, Besucherinnen und Besucher bleiben meist still.
Am östlichen Ende, Unter den Linden 2, steht das Zeughaus mit dem Deutschen Historischen Museum. Wichtig für die Planung: Das Zeughaus und die Dauerausstellung zur deutschen Geschichte sind wegen Sanierung geschlossen. Geöffnet ist der Pei-Bau mit den Wechselausstellungen, täglich 10 bis 18 Uhr, und zwar über den eigenen Eingang Hinter dem Gießhaus 3, nicht über die Adresse am Boulevard. Der Einzeleintritt kostet 7 Euro, ermäßigt 3,50 Euro, das Kombiticket 10 Euro und ermäßigt 5 Euro, das Familienticket 18 Euro; unter 18 Jahren ist der Eintritt frei. Am 15. Oktober und am 24. Dezember 2026 bleibt das Haus zu, an vier Tagen kostet es nichts: am 15. September, 3. Oktober, 9. November und 3. Dezember 2026.
Die Besuchsinformationen des Museums nennen zwei Zeitfenster ohne Gruppenführungen, dienstags von 16 bis 18 Uhr und samstags von 10 bis 12 Uhr. Familien finden im Pei-Bau Kinderwagen zum Ausleihen an den Informationstheken, im Untergeschoss einen Wickeltisch und eine barrierefreie Toilette, dazu kostenlose Wasserspender. Das Café ist wegen der Schließung des Zeughauses nicht in Betrieb, für die Pause bleiben die Lokale am Boulevard. Östlich schließt die Schlossbrücke an, die Schinkel entworfen hat und auf deren Brüstungen acht Figurengruppen stehen; dahinter beginnt das Areal um das Humboldt Forum.
Anreise mit S-Bahn, U5 und U6, Bus 100 und die Tiefgarage am Bebelplatz
Der kürzeste Weg führt über den Bahnhof S+U Brandenburger Tor, rund 100 Meter vom westlichen Ende entfernt und angefahren von S1, S2, S25 und S26. Mittig liegt der U-Bahnhof Unter den Linden mit U5 und U6 in rund 400 Metern Entfernung, der Bahnhof S+U Friedrichstraße rund 0,5 Kilometer entfernt. Die Buslinien 100, 147, 245, 300 und M41 bedienen die Achse, nachts fahren N5 und N6. Welche Linie wo hält, führt das Hauptstadtportal berlin.de im Detail auf. Praktisch ist die Kombination aus zwei Bahnhöfen an den Enden: Sie laufen die Strecke einmal ab, ohne zurückzumüssen.
Mit dem Auto sieht es weniger gut aus. Die Straße ist eine der wichtigsten Verkehrsachsen im Bezirk Mitte, Stellplätze am Straßenrand sind entsprechend knapp. Die verlässliche Alternative ist die Tiefgarage Unter den Linden / Staatsoper am Bebelplatz 2, direkt an der Straße: 465 Stellplätze, 20 Ladepunkte und eine Durchfahrtshöhe von 2,10 Metern. Eingefahren wird täglich zwischen 6 und 23 Uhr, die Ausfahrt ist rund um die Uhr möglich; Dauerparken kostet 198 Euro für 31 Kalendertage. Wohnmobile und hohe Transporter passen wegen der Durchfahrtshöhe nicht hinein.
Zu Fuß ist die Achse unkompliziert: Die Gehwege zwischen Pariser Platz und Schlossbrücke sind breit, eben und erneuert, Stufen gibt es auf der Strecke nicht. Hunde dürfen an der Leine mit, in den Häusern gelten die jeweiligen Hausregeln. Fotografieren ist im Straßenraum ohne Einschränkung möglich, in den Museen nach deren Vorgaben. Einen Wochenmarkt gibt es auf dem Boulevard nicht, dafür liegen Restaurants, Cafés und Geschäfte über die ganze Länge verteilt.

Für wen sich Unter den Linden lohnt
Für den ersten Berlin-Besuch ist diese Straße die effizienteste Strecke der Stadt: Auf 1,5 Kilometern reihen sich mehrere Wahrzeichen aneinander, die sonst einzeln angesteuert werden müssten, und der Weg dazwischen kostet nichts. Geschichtsinteressierte bekommen preußische Bauten, die Spuren des Wiederaufbaus und die Gedenkorte in einem Gang, ohne dass ein Ticket nötig wäre. Auch mit kleinem Budget geht die Rechnung auf: Der Boulevard, die Plätze und alle Außenansichten sind frei, Eintritt fällt nur in den Museen und bei den Opernführungen an. Wer die Stadt darüber hinaus plant, findet in der Rubrik Städtetrip weitere Ziele mit derselben Ausrichtung.
Weniger passt die Achse, wenn Sie Ruhe suchen. Unter den Linden ist eine Hauptverkehrsachse von Mitte, am Pariser Platz steht selten jemand allein, und leiser wird es erst Richtung Schlossbrücke. Wer die Dauerausstellung zur deutschen Geschichte sehen will, muss den Besuch verschieben: Das Zeughaus ist saniert und geschlossen, geöffnet ist nur der Pei-Bau mit Wechselausstellungen. Wer mit dem Auto kommt, hat den schlechtesten Einstieg, denn Stellplätze am Straßenrand sind knapp und die Tiefgarage am Bebelplatz bleibt die einzige verlässliche Adresse. Für Kinder trägt die Strecke allein wenig, dafür braucht es einen Museumsbesuch oder ein Ziel in der Nähe.
Zeitlich sind Frühjahr und Sommer die besseren Fenster, weil die Linden dann belaubt sind und die Außenplätze an der Strecke in Betrieb sind. Herbst und Winter funktionieren ebenfalls, verlangen aber Regenkleidung, weil es auf der offenen Achse kaum Unterstände gibt. Am ruhigsten läuft es früh am Tag, bevor die Reisegruppen am Brandenburger Tor eintreffen.
Häufige Fragen
Wie lang ist Unter den Linden und wo beginnt die Straße?
Die Straße misst rund 1,5 Kilometer und ist rund 60 Meter breit. Sie beginnt im Westen am Pariser Platz mit dem Brandenburger Tor und endet im Osten an der Schlossbrücke.
Kostet Unter den Linden Eintritt?
Nein. Der Boulevard ist eine öffentliche Verkehrsfläche und kostenlos, das gilt auch für die Plätze und alle Außenansichten.
Eintritt fällt nur in den Museen und bei Führungen an, im Deutschen Historischen Museum etwa 7 Euro, ermäßigt 3,50 Euro.
Wie kommt man zu Unter den Linden?
Der Bahnhof S+U Brandenburger Tor liegt rund 100 Meter entfernt und wird von S1, S2, S25 und S26 angefahren. Der U-Bahnhof Unter den Linden mit U5 und U6 liegt rund 400 Meter entfernt.
Dazu kommen die Buslinien 100, 147, 245 und 300, die entlang der Achse verkehren.
Wo kann man an Unter den Linden parken?
Die Tiefgarage Unter den Linden / Staatsoper liegt am Bebelplatz 2 und hat 465 Stellplätze sowie 20 Ladepunkte. Die Durchfahrtshöhe beträgt 2,10 Meter.
Eingefahren wird täglich von 6 bis 23 Uhr, die Ausfahrt ist rund um die Uhr möglich.
Kann man die Staatsoper Unter den Linden besichtigen?
Ja, an Wochenenden und Feiertagen gibt es Führungen von 1,5 Stunden für 15 Euro, Kinder zahlen 10 Euro, die Gruppengröße liegt bei höchstens 25 Personen.
Kürzer und günstiger ist die Vor-Führung von 25 Minuten für 5 Euro. Barrierefrei sind die Führungen nicht.
Ist das Deutsche Historische Museum geöffnet?
Das Zeughaus und die Dauerausstellung sind wegen Sanierung geschlossen. Geöffnet ist der Pei-Bau mit Wechselausstellungen, täglich von 10 bis 18 Uhr.
Der Eingang liegt nicht am Boulevard, sondern Hinter dem Gießhaus 3.
Was sich mit Unter den Linden verbinden lässt
- Brandenburger Tor, 0,3 Kilometer: der westliche Abschluss der Straße, als einzelnes Bauwerk im Beitrag zum Brandenburger Tor beschrieben.
- Museumsinsel Berlin, 0,9 Kilometer: das Museumsensemble hinter der Schlossbrücke, der logische zweite Teil des Tages, beschrieben im Beitrag zur Museumsinsel Berlin.
- Checkpoint Charlie, 1,3 Kilometer: der frühere Grenzübergang südlich der Achse, Hinweise dazu im Beitrag zum Checkpoint Charlie.
- Alexanderplatz, 1,8 Kilometer: der Verkehrsknoten im Osten, zu Fuß über die Museumsinsel in einem Zug erreichbar.
- Berliner Fernsehturm, 2 Kilometer: die Aussichtsebene über der Stadt, vom Boulevard aus in Blickrichtung Osten schon zu sehen.
Angaben Stand September 2026. Quellen: visitberlin.de, Wikipedia/Wikidata, visitBerlin, offizielle Tourismusgesellschaft des Landes Berlin, berlin.de, offizielles Hauptstadtportal. Preise und Öffnungszeiten ändern sich; bitte vor dem Besuch beim Betreiber prüfen.
