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Rügen ist die größte Insel Deutschlands und liegt in der Ostsee vor der Küste Mecklenburg-Vorpommerns. Bekannt ist sie vor allem für ihre Kreideküste im Nationalpark Jasmund, die Steilküste am Kap Arkona und die traditionsreichen Seebäder Binz, Sellin und Göhren. Auf vergleichsweise kleinem Raum liegen Kreidefelsen, Buchenwälder, lange Sandstrände und historische Bäderorte dicht beieinander.

Kreideküste und Nationalpark Jasmund
Das bekannteste Wahrzeichen Rügens ist die Kreideküste im Nordosten der Insel. Die weißen Felsen ziehen sich am Rand des Nationalparks Jasmund entlang und sind schon von der Ostsee aus gut zu erkennen. Die bekannteste Formation ist der Königsstuhl, der hoch über dem Wasser aufragt. Den Kontrast aus hellen Felsen und dahinterliegendem Wald hielt bereits Caspar David Friedrich um 1818 in seinem Gemälde „Kreidefelsen auf Rügen“ fest. Wer die Küste zu Fuß erleben möchte, folgt dem Hochuferweg, der zwischen Sassnitz und dem Königsstuhl an der Steilküste entlangführt.
Der Nationalpark Jasmund ist mit rund 3.000 Hektar der kleinste Nationalpark Deutschlands. Seine alten Buchenwälder gehören seit 2011 zum UNESCO-Weltnaturerbe. Ein Nationalpark-Zentrum am Königsstuhl erklärt die Entstehung der Kreide sowie die Tier- und Pflanzenwelt des Parks.

Kap Arkona und die Nordspitze
An der Nordspitze der Insel, auf der Halbinsel Wittow, liegt das Kap Arkona. Auch hier fällt eine Steilküste zur Ostsee hin ab; die Klippen erheben sich über 40 Meter über das Wasser. Zwei Leuchttürme stehen dicht beieinander und gehören zu den bekanntesten Bauwerken Rügens. Das eigentliche Kap erreicht man autofrei zu Fuß oder mit einer kleinen Bahn ab dem Ort Putgarten; in der Nähe liegt das reetgedeckte Fischerdorf Vitt.
Direkt an der Küste liegen die Reste der Jaromarsburg. Die slawischen Ranen errichteten die Wallanlage etwa im 9. Jahrhundert und weihten sie dem Gott Svantovit. Über Jahrhunderte war sie ein bedeutender Kultort, bis die Dänen sie 1168 eroberten.

Die Seebäder Binz, Sellin und Göhren
An den flacheren Küstenabschnitten im Südosten reihen sich die klassischen Ostseebäder. Binz ist das größte Seebad der Insel; hinter dem breiten Sandstrand stehen weiße Villen im Stil der Bäderarchitektur. Sellin ist vor allem für seine Seebrücke bekannt, die weit in die Ostsee hinausreicht und zu den meistfotografierten Motiven der Insel zählt. In der Nähe liegt der Selliner See, eine ruhige, lagunenartige Bucht. Etwas beschaulicher ist das benachbarte Göhren am Südostzipfel, das ebenfalls einen langen Sandstrand bietet. Die drei Orte liegen nah beieinander und lassen sich gut miteinander verbinden.
Rasender Roland und Baumwipfelpfad
Zwischen den Seebädern verkehrt der Rasende Roland, eine dampfbetriebene Schmalspurbahn, deren Geschichte bis 1895 zurückreicht. Die Bahn verbindet unter anderem Binz, Sellin und Göhren und ist selbst ein beliebtes Ausflugsziel. Einen anderen Blick auf die Insel bietet der Baumwipfelpfad im Naturerbe Zentrum bei Prora, unweit von Binz: Ein ansteigender Steg führt über die Baumkronen zu einer Aussichtsplattform, von der aus sich Wald und Küste überblicken lassen.

Natur, Wandern und Wassersport
Neben Steilküste und Sandstränden prägt die Boddenlandschaft die Insel. Die Bodden sind flache, windgeschützte Gewässer zwischen Rügen und dem Festland und ein beliebtes Revier zum Segeln, Kanufahren und Stand-up-Paddeln. Auf der offenen See finden Surfer und Kitesurfer an mehreren Stränden gute Bedingungen. Erkunden lässt sich die Insel auch gut mit dem Rad: Ein weit verzweigtes Radwegenetz verbindet die Seebäder, die Kreideküste und die Dörfer am Bodden miteinander. Wanderern bieten der Nationalpark Jasmund und die Halbinseln im Norden abwechslungsreiche Wege entlang von Küste und Buchenwald. So lassen sich aktive Tage gut mit ruhigen Strandtagen kombinieren.
Geschichte Rügens in Kürze
Die Geschichte Rügens reicht weit zurück. In der Antike lebten hier die ostgermanischen Rugier, im Früh- und Hochmittelalter die westslawischen Ranen, die die Insel kulturell prägten. 1168 eroberten die Dänen Rügen und führten das Christentum ein. Später gehörte die Insel zum pommerschen Herrschaftsgebiet; mit dem Westfälischen Frieden von 1648 kam sie an Schweden, im 19. Jahrhundert an Preußen. Nach dem Zweiten Weltkrieg gehörte Rügen zur DDR und wurde 1990 Teil des wiedervereinigten Deutschlands.
Anreise und beste Reisezeit
Über die Rügenbrücke und den älteren Rügendamm bei Stralsund ist die Insel mit dem Festland verbunden und mit Auto wie Bahn gut erreichbar. Die Hansestadt Stralsund mit ihrer Altstadt bietet sich als Zwischenstopp auf dem Weg an. Für einen Bade- und Strandurlaub eignet sich der Sommer, wenn das Wasser angenehm temperiert ist und an den Seebädern die Strandkörbe bereitstehen. Frühjahr und Herbst sind ruhiger und eignen sich gut für Wanderungen an der Kreideküste und für Radtouren. Auch der Winter hat seinen Reiz, dann allerdings mit deutlich weniger Betrieb.
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