Wattwanderung auf Norderney

Watt Welten Norderney
Dietmar Rabich, Norderney, Watt-Welten — 2018 — 1039, CC BY-SA 4.0

Norderney ist eine der Ostfriesischen Inseln und gehört zu Niedersachsen. Rings um die Insel erstreckt sich der Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer, der rund 345.000 Hektar umfasst und seit 2009 gemeinsam mit den benachbarten Wattgebieten zum UNESCO-Weltnaturerbe zählt. Zweimal am Tag zieht sich das Wasser der Nordsee zurück und gibt den Meeresboden frei – das Watt. In dieser Gezeitenzone wechseln sich Sandbänke, Salzwiesen, Dünen und wasserführende Priele ab.

Was auf den ersten Blick wie eine leere Sandfläche wirkt, ist ein dicht besiedelter Lebensraum. Im Schlick leben Wattwürmer, Muscheln, Krebse und Schnecken, die wiederum zahllosen Zug- und Küstenvögeln als Nahrung dienen. Eine geführte Wattwanderung ist eine der einfachsten Möglichkeiten, diesen Lebensraum aus der Nähe kennenzulernen.

Der Name Watt geht auf das altfriesische Wort für „seicht“ zurück – also flaches Wasser, das man zu Fuß durchwaten kann. Genau das macht die Landschaft aus: Bei Ebbe lässt sie sich begehen, bei Flut verschwindet sie wieder unter der Nordsee.

Sicher wattwandern
  • Nie allein ins Watt – am besten mit einem ortskundigen Wattführer unterwegs sein
  • Vor dem Start Gezeiten- und Wetterbericht prüfen und die einsetzende Flut ernst nehmen
  • Auf die Tide achten und rechtzeitig umkehren, bevor das Wasser zurückkehrt
  • Priele meiden oder nur unter kundiger Begleitung queren – sie füllen sich schnell
  • Wind- und wetterfeste Kleidung sowie festes oder wattgerechtes Schuhwerk tragen
  • Bei Nebel oder aufziehendem Sturm auf die Wanderung verzichten
  • Nationalpark-Regeln beachten: Brut- und Ruhezonen sowie Robben nicht stören
Allgemeine Sicherheitshinweise der Redaktion – keine Ersatz für die Auskunft vor Ort.

Sicherheit im Watt

So reizvoll das Watt ist, so ernst sollte man die Gezeiten nehmen. Das Wasser kehrt zweimal täglich zurück, und Priele können sich schnell füllen. Wer sich nicht bestens mit Tide und Gelände auskennt, sollte das Watt nur in Begleitung eines ortskundigen Wattführers betreten. Auf Norderney werden regelmäßig geführte Touren angeboten; die genauen Termine und Treffpunkte richten sich nach den Gezeiten und werden vor Ort sowie bei der Kurverwaltung bekannt gegeben.

Wattenmeer Norderney
Jürgen Hamann, Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer Strand auf Norderney 13, CC BY-SA 4.0

Was es im Watt zu entdecken gibt

Auf den Sandbänken vor der Insel ruhen häufig Seehunde und Kegelrobben. Mit einem kundigen Führer lassen sie sich aus sicherer Entfernung beobachten, ohne die Tiere zu stören. Dazu kommen die vielen Vogelarten, die im Watt Rast machen oder brüten. Ein Fernglas und wetterfeste Kleidung gehören deshalb zu jeder Wanderung.

Beste Reisezeit

Norderney liegt in der Deutschen Bucht und hat ein mildes, feuchtes Seeklima. Die wärmsten und trockensten Monate sind meist Juli bis September, im Herbst ist mit Wind und Sturm zu rechnen. Die salzhaltige, pollenarme Seeluft gilt als Reizklima und tut vielen Allergikern gut. Zum Wattwandern eignet sich die Insel bei entsprechender Vorbereitung das ganze Jahr – entscheidend sind Tide und Wetter, nicht die Jahreszeit.

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