Die Berliner Mauer

Die Berliner Mauer trennte von 1961 bis 1989 den Ostteil Berlins vom Westteil und wurde zum Sinnbild der deutschen Teilung und des Kalten Krieges. Mehr als drei Jahrzehnte nach dem Mauerfall erinnern in Berlin mehrere Gedenk- und Erinnerungsorte an das Grenzregime der DDR und an die Menschen, die unter der Teilung litten. Dieser Beitrag ordnet die Geschichte der Mauer ein und zeigt, wo sich ihre Spuren heute finden.

Erhaltener Abschnitt der Berliner Mauer an der Bernauer Straße
Quelle: LoboStudioHamburg / pixabay
Orte der Berliner Mauer heute
Ort Was zu sehen ist Lage
Gedenkstätte Berliner Mauer Erhaltener Grenzstreifen, Dokumentationszentrum, „Fenster des Gedenkens“ Bernauer Straße, Mitte/Wedding
East Side Gallery Längstes erhaltenes Mauerstück (rund 1,3 km), nach 1990 von Künstlern bemalt Mühlenstraße, Friedrichshain
Checkpoint Charlie Ehemaliger alliierter Grenzübergang zwischen den Sektoren Friedrichstraße, Mitte/Kreuzberg
Mauerabschnitt Niederkirchnerstraße Erhaltenes Mauerstück nahe der Topographie des Terrors Niederkirchnerstraße, Mitte
Berliner Mauerweg Rund 160 km langer Rad- und Wanderweg entlang des früheren Grenzverlaufs rund um das frühere West-Berlin
Erinnerungs- und Bildungsorte. Öffnungszeiten und Führungen bitte vorab bei den Gedenkstätten prüfen.

Geschichte der Berliner Mauer

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Deutschland gemäß den Beschlüssen der Konferenzen von Jalta und Potsdam 1945 in Besatzungszonen aufgeteilt. Der Osten fiel an die Sowjetunion, die westlichen Zonen kamen unter die Verwaltung der USA, Großbritanniens und Frankreichs. 1949 entstanden mit der Bundesrepublik Deutschland und der Deutschen Demokratischen Republik (DDR) zwei deutsche Staaten. Auch Berlin war in Sektoren geteilt.

In den Jahren danach verließen zahlreiche Menschen die DDR in Richtung Westen, viele über den bis dahin offenen Sektorenübergang in Berlin. Um diese Abwanderung zu stoppen, begann die DDR-Führung am 13. August 1961 mit dem Bau der Mauer und riegelte die Grenze zwischen Ost- und West-Berlin ab. In den folgenden Jahren wurde die Anlage mehrfach ausgebaut: Mauersegmente, ein breiter Grenzstreifen, Wachtürme und Sperren bildeten ein streng bewachtes Grenzregime.

Bei Fluchtversuchen an der Berliner Mauer und der innerdeutschen Grenze kamen zahlreiche Menschen ums Leben. Für die Berliner Mauer dokumentiert die Forschung mindestens 140 Todesopfer zwischen 1961 und 1989; die genaue Zahl wird bis heute untersucht und je nach Zählweise unterschiedlich angegeben.

Am 9. November 1989 fiel die Mauer im Zuge der friedlichen Revolution in der DDR. Die Grenzübergänge wurden geöffnet, kurz darauf begann der Abriss der Anlagen. Der Mauerfall gilt als Wendepunkt, der 1990 zur deutschen Wiedervereinigung führte.

Erinnerungsorte entlang der ehemaligen Mauer

Von der Grenzanlage sind heute nur noch einzelne Abschnitte erhalten. Sie dienen als Mahnmal sowie als Orte des Gedenkens und der historischen Bildung.

Die Gedenkstätte Berliner Mauer an der Bernauer Straße ist der zentrale Erinnerungsort. Auf dem früheren Grenzstreifen informieren ein Dokumentationszentrum, ein erhaltenes Stück der Grenzanlage und das „Fenster des Gedenkens“ über die Geschichte der Teilung und über die Todesopfer.

Die East Side Gallery in der Mühlenstraße im Bezirk Friedrichshain ist mit rund 1,3 Kilometern das längste erhaltene Mauerstück. Nach 1990 gestalteten Künstlerinnen und Künstler aus verschiedenen Ländern die Ostseite der Betonwand; die Bilder machen sie heute zu einer bekannten Freiluftgalerie.

Der frühere Grenzübergang Checkpoint Charlie an der Friedrichstraße war während der Teilung der bekannteste Kontrollpunkt zwischen dem amerikanischen und dem sowjetischen Sektor. In der Niederkirchnerstraße, nahe der Topographie des Terrors, hat sich ebenfalls ein Mauerabschnitt erhalten.

Wer den Verlauf der Grenze nachvollziehen möchte, kann dem Berliner Mauerweg folgen. Der rund 160 Kilometer lange Rad- und Wanderweg führt entlang des ehemaligen Grenzstreifens rund um das frühere West-Berlin und verbindet zahlreiche Erinnerungsorte miteinander.

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