Schloss Cecilienhof

Schloss Cecilienhof im Neuen Garten von Potsdam
ernstol, Schloss Cecilienhof, CC BY-SA 3.0

Im Norden des Neuen Gartens von Potsdam liegt Schloss Cecilienhof, nur etwa einen Kilometer vom Marmorpalais entfernt und in unmittelbarer Nähe zum Heiligen See und zum Jungfernsee. Das im englischen Landhausstil erbaute Schloss fügt sich in den gleichnamig gestalteten Neuen Garten ein. Das Gesamtensemble gehört seit 1990 zum UNESCO-Welterbe „Schlösser und Parks von Potsdam und Berlin“.

Schloss Cecilienhof auf einen BlickZum ausführlichen Reiseprofil
Stärken
Kultur & Geschichte 5/5 · Natur & Landschaft 3/5
Beste Zeit
Sommer
Aufwand
halber Tag · mittleres Budget · drinnen und draußen
Andrang
Moderat, höher an schönen Sommerwochenenden
Schloss Cecilienhof auf einen Blick
Ort
Neuer Garten, Potsdam (Brandenburg) – am Jungfernsee, nahe dem Heiligen See und dem Marmorpalais
Baustil
Englischer Landhausstil mit Anklängen an den Tudorstil, geprägt von Backstein und Eichenfachwerk
Bauzeit
1913 bis 1917 (Grundstein im Mai 1913, vollendet am 1. Oktober 1917)
Architekt
Paul Schultze-Naumburg
Bauherren
Die Hohenzollern für Kronprinz Wilhelm und Kronprinzessin Cecilie – der letzte Schlossbau der Dynastie
Historische Bedeutung
Schauplatz der Potsdamer Konferenz vom 17. Juli bis 2. August 1945 (Truman, Stalin, Churchill/Attlee)
UNESCO
Seit 1990 Teil des Welterbes „Schlösser und Parks von Potsdam und Berlin“
Öffnungszeiten, Tickets und Führungen bitte vor dem Besuch offiziell bei der SPSG prüfen.

Der letzte Schlossbau der Hohenzollern

Cecilienhof ist kein Bau aus der Zeit der Tudor-Dynastie, sondern greift deren Formensprache bewusst wieder auf: Errichtet wurde es zwischen 1913 und 1917 nach Plänen des Architekten Paul Schultze-Naumburg im Stil eines englischen Landhauses mit Anklängen an den Tudorstil. Den Grundstein legte Kronprinz Wilhelm im Mai 1913; der Erste Weltkrieg verzögerte die Arbeiten, sodass der Neubau erst am 1. Oktober 1917 vollendet wurde. Das Schloss besitzt 176 Zimmer und fünf Innenhöfe. Auffällig sind die kunstvoll gestalteten Schornsteingruppen im Tudorstil, von denen keine der anderen gleicht.

Den Charakter des Schlosses prägen die weitläufige Dachlandschaft, das Fachwerk aus Eichenholz und das sichtbare Mauerwerk aus Backstein. In Auftrag gegeben wurde der Bau von den Hohenzollern unter Kaiser Wilhelm II. als Wohnsitz für Kronprinz Wilhelm und seine Frau Cecilie – es war der letzte Schlossbau der Dynastie. Nach dem Umzug aus dem Marmorpalais bewohnte das Kronprinzenpaar Cecilienhof bis zum Februar 1945.

Sehenswertes in und um Schloss Cecilienhof

  • Spaziergang durch den Neuen Garten mit Grotte und Eremitage
  • Besuch der Gedenkstätte zum Potsdamer Abkommen
  • Rundgang durch die Kronprinzenwohnung

Schauplatz der Potsdamer Konferenz

In die Weltgeschichte ging Schloss Cecilienhof als Verhandlungsort der Potsdamer Konferenz der „Großen Drei“ ein. Vom 17. Juli bis zum 2. August 1945 stellten hier US-Präsident Harry S. Truman, die britischen Premierminister Winston Churchill und – nach dem Regierungswechsel in London – Clement Attlee sowie der sowjetische Führer Josef Stalin die Weichen für die Nachkriegsordnung in Deutschland und Europa.

Die Ergebnisse der Konferenz mündeten in das Potsdamer Abkommen. Im Schloss erinnert eine Gedenkstätte an das Treffen. Zu sehen sind die Arbeitsräume von Truman, Churchill, Attlee und Stalin, die über zwei Etagen reichende Haupthalle mit dem historischen Verhandlungstisch sowie die Terrasse, auf der das weltweit bekannte Gruppenfoto entstand. Im großen Ehrenhof ist bis heute die Blumenrabatte mit dem roten Stern zu sehen, die anlässlich der Konferenz angelegt wurde.

Schloss Cecilienhof im Winter
Asif Masimov, Schloss Cecilienhof im Winter, CC BY-SA 3.0

Schlossinterieur und das Kajütenzimmer

Der Schlossbau selbst blieb von Kriegsschäden weitgehend verschont. An der ursprünglichen Ausstattung waren namhafte Gestalter aus dem Umfeld des Deutschen Werkbunds beteiligt, unter ihnen der Werkbund-Mitbegründer Bruno Paul. Die Privaträume des Kronprinzenpaares richtete Paul Ludwig Troost ein, ein Spezialist für die Innenausstattung von Luxusdampfern des Norddeutschen Lloyd. Von ihm stammt auch das Kajütenzimmer von Kronprinzessin Cecilie, das einer Schiffskabine nachempfunden ist und als einziger Raum original erhalten blieb. Weil ein Teil des Mobiliars bei Kriegsende entfernt worden war, mussten mehrere Räume für die Potsdamer Konferenz neu möbliert werden.

Neuer Garten und Heiliger See rund um das Schloss

Schloss Cecilienhof ist ganzjährig ein lohnendes Ausflugsziel. Die Kronprinzenwohnung im ersten Obergeschoss und die Gedenkstätte zur Potsdamer Konferenz lassen sich im Rahmen von Führungen besichtigen; die aktuellen Öffnungszeiten, Preise und Termine gibt die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten (SPSG) auf ihrer Website bekannt. Im Sommer laden die offizielle Badestelle mit Liegewiese am nahen Heiligen See und die ausgewiesenen Radwege im Neuen Garten zum Verweilen ein.

Anreise

Potsdam ist von Berlin aus mit der Regionalbahn (unter anderem der Linie RE1) und der S-Bahn gut erreichbar. Vom Potsdamer Hauptbahnhof fährt die Buslinie 603, die sogenannte Cecilienhof-Linie, durch den Neuen Garten bis zum Schloss; unterwegs hält sie auch am Marmorpalais. Wer mit dem Auto anreist, nutzt die Parkplätze am Rand des Neuen Gartens und legt den letzten Abschnitt zu Fuß zurück.

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Für wen sich Schloss Cecilienhof lohnt

Schloss Cecilienhof passt vor allem zu geschichtlich interessierten Besuchern. Als Schauplatz der Potsdamer Konferenz von 1945 lassen sich hier die Arbeitsräume von Truman, Churchill, Attlee und Stalin sowie die Haupthalle mit dem historischen Verhandlungstisch besichtigen. Wer sich zusätzlich für die Hohenzollern und den englischen Landhausstil interessiert, findet mit den erhaltenen Wohnräumen und dem Kajütenzimmer der Kronprinzessin weitere Anknüpfungspunkte. Der Besuch lässt sich gut mit einem Spaziergang durch den Neuen Garten verbinden.

Weniger geeignet ist das Schloss für alle, die Action, Sport oder ein umfangreiches kulinarisches Angebot suchen; ein solches Angebot gehört nicht zum Profil des Ortes. Auch für kleine Kinder ohne Interesse an Geschichte bietet der Rundgang durch Gedenkstätte und Wohnräume wenig Abwechslung. Wassersportmöglichkeiten beschränken sich auf die offizielle Badestelle am Heiligen See.

Schloss Cecilienhof ist ganzjährig ein lohnendes Ziel. Im Sommer kommt mit der Badestelle am Heiligen See und den Radwegen im Neuen Garten ein zusätzlicher Anreiz hinzu. Wer die Anreise mit dem Bus plant, nutzt ab dem Potsdamer Hauptbahnhof die Linie 603, die direkt durch den Neuen Garten zum Schloss führt; aktuelle Führungszeiten sollten vorab bei der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten geprüft werden.

Reiseprofil: Schloss Cecilienhof
Wofür sich das Ziel eignet
Familie & Kinder
2/5
Action & Abenteuer
1/5
Wellness & Erholung
2/5
Kultur & Geschichte
5/5
Natur & Landschaft
3/5
Wasser & Strand
2/5
Städtetrip & Shopping
2/5
Kulinarik & Genuss
0/5
Preis-Leistung und Fotomotiv
Preis-Leistung
4/5
Fotomotiv
4/5
Beste Reisezeit
Frühling
gut
Sommer
ideal
Herbst
gut
Winter
gut
Gut zu wissen
Zeitbedarf
Halber Tag – Schlossbesichtigung und Spaziergang durch den Neuen Garten
Budget
Neuer Garten frei zugänglich, Schlossbesichtigung und Gedenkstätte kostenpflichtig
Wetter
Gemischt – Garten draußen, Schlossbesichtigung drinnen
Andrang
Moderat, höher an schönen Sommerwochenenden
Übernachtung
Nicht nötig – als Tagesausflug ab Berlin gut machbar
Barrierearm / Kinderwagen
Eingeschränkt – historisches Gebäude, Barrierefreiheit vorab beim Betreiber erfragen
Hunde
Vor dem Besuch beim Betreiber prüfen
Anreise
Bahn (Regionalbahn/S-Bahn nach Potsdam, Buslinie 603 durch den Neuen Garten), Auto mit Parkplätzen am Gartenrand
Cecilienhof verbindet Schlossbesichtigung, Gedenkstätte zur Potsdamer Konferenz und einen Spaziergang durch den Neuen Garten.
Redaktionelle Einschätzung der Inlandstourismus.de-Redaktion, Stand September 2026. Preise, Öffnungszeiten und Andrang können abweichen – Angaben ohne Gewähr.

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