
Sommerschloss Friedrichs des Großen in Potsdam
Schloss Sanssouci in Potsdam war das Sommerschloss Friedrichs des Großen (Friedrich II. von Preußen). Der Name stammt aus dem Französischen: „sans souci“ bedeutet „ohne Sorge“ und verweist auf den privaten Rückzugsort, den sich der König hier abseits der Höfischen Etikette schuf. Das Schloss gehört zum Park Sanssouci, der zahlreiche weitere Schlösser, Garten- und Nebengebäude umfasst, und ist Teil des UNESCO-Welterbes. Wegen seiner prunkvollen Garten- und Schlossarchitektur wird das Ensemble gelegentlich als „preußisches Versailles“ bezeichnet.
Geschichte
Errichtet wurde Schloss Sanssouci von 1745 bis 1747 durch den Architekten Georg Wenzeslaus von Knobelsdorff, der dabei eigene Skizzen des Königs umsetzte. Zuvor ließ Friedrich den südlichen Hang terrassieren und als Weinberg anlegen; auf diesen Weinbergterrassen thront der eingeschossige Bau bis heute. Ausgeführt ist er im Stil des Rokoko – die hier gepflegte Ausprägung erhielt später den Namen friderizianisches Rokoko. Gedacht war Sanssouci nicht als repräsentative Residenz, sondern als privates Refugium, in dem der musisch und philosophisch interessierte König fernab des Hofzeremoniells lebte und Gesprächspartner wie Voltaire empfing.
Der Park und seine Bauten

Der Park Sanssouci ist mit rund 290 Hektar einer der größten und bekanntesten Parks Deutschlands. Über die Jahrzehnte wuchs er zu einem weitläufigen Ensemble aus Schlössern, Gartenpavillons und Nutzbauten, das heute von der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten verwaltet wird. Vom Schloss aus führen die Weinbergterrassen hinab in den Garten und geben den Blick weit über Potsdam frei.
Das größte Gebäude im Park ist das Neue Palais am westlichen Rand: Friedrich der Große ließ es nach dem Siebenjährigen Krieg von 1763 bis 1769 errichten und nannte den repräsentativen spätbarocken Bau selbst eine „Fanfaronnade“ (Angeberei), mit der Preußen seine ungebrochene Stärke demonstrieren sollte. Sehenswert sind außerdem die Bildergalerie, die von 1755 bis 1764 als eigenständiger Museumsbau entstand, das im Chinoiserie-Stil vergoldete Chinesische Haus und das erst unter Friedrich Wilhelm IV. von 1851 bis 1864 errichtete Orangerieschloss. Hinzu kommen weitere Bauten wie die Römischen Bäder, Schloss Charlottenhof, die Friedenskirche, die Historische Mühle und das Drachenhaus.
Reisezeit und Anreise
Schloss und Park lassen sich ganzjährig besichtigen, am schönsten zeigt sich der Garten in den warmen Monaten zwischen April und September. Da Sanssouci zu den meistbesuchten Zielen Brandenburgs zählt, empfiehlt sich ein Besuch außerhalb der Wochenenden und Ferienzeiten. Verbindliche Öffnungszeiten und Ticketpreise für das Schloss veröffentlicht die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten auf ihrer offiziellen Seite.
Mit der Bahn erreichen Sie Potsdam über den Hauptbahnhof; von dort bringen Sie Regionalbahn und S-Bahn zu den näher gelegenen Bahnhöfen Potsdam Park Sanssouci und Charlottenhof. Innerhalb Potsdams fahren Straßenbahnen und Busse unter anderem den Luisenplatz an, von dem aus der Parkeingang zu Fuß gut erreichbar ist. Wer mit dem Auto anreist, nutzt die A10 (Berliner Ring) und findet in Potsdam kostenpflichtige Parkplätze; der Park selbst wird zu Fuß erkundet.
Weitere Ziele in Potsdam, Brandenburg und Berlin
Ebenfalls in Potsdam und zum selben Welterbe gehört das Schloss Cecilienhof, Schauplatz der Potsdamer Konferenz von 1945. Im nahen Berlin lassen sich der Ausflug mit dem Schloss Charlottenburg, der Museumsinsel und dem Brandenburger Tor verbinden.
Quellen und weiterführende Links
- Stiftung Preußische Schlösser und Gärten – Schloss Sanssouci (offizielle Seite)
- UNESCO-Welterbe „Schlösser und Parks von Potsdam und Berlin“
- Schloss Sanssouci bei Wikipedia
Für wen sich Schloss Sanssouci lohnt
Schloss Sanssouci passt besonders zu kultur- und geschichtsinteressierten Reisenden sowie zu Garten- und Architekturfreunden. Neben dem eigentlichen Sommerschloss Friedrichs des Großen laden im weitläufigen Park zahlreiche weitere Bauten zum Entdecken ein, darunter das Neue Palais, die Bildergalerie, das Chinesische Haus und das Orangerieschloss. Wer einen ganzen Tag mit Sightseeing verbringen möchte, findet hier reichlich Programm.
Weniger geeignet ist ein Besuch für alle, die auf Wassersport, Baden oder ein lebhaftes Nachtleben aus sind; dazu bietet der Park nichts. Auch für kleine Kinder ohne Interesse an Schlössern und Geschichte kann der Rundgang durch die vielen historischen Räume und Gebäude schnell lang werden. Wer Ruhe ohne Vorplanung sucht, sollte bedenken, dass Sanssouci zu den meistbesuchten Zielen Brandenburgs zählt.
Am schönsten zeigt sich der Garten zwischen April und September, wenn die Anlagen in voller Blüte stehen; das Schloss selbst lässt sich aber ganzjährig besichtigen. Wegen des hohen Andrangs empfiehlt sich ein Besuch außerhalb der Wochenenden und Ferienzeiten. Verbindliche Öffnungszeiten und Ticketpreise sollten vor der Fahrt bei der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten geprüft werden.