Inhaltsverzeichnis:

Für einen Tagesausflug nach Oberstdorf reichen fünf bis sechs Stunden, wenn Sie den Ortskern mit einer Bergbahnfahrt verbinden; wer in die Allgäuer Alpen hineinwandern will, plant besser mehrere Tage. Der Markt am Südende des Oberallgäus liegt auf 813 Metern, hat 9.289 Einwohner und ist die südlichste Gemeinde Deutschlands. Vom Endbahnhof sind es wenige Gehminuten bis in die autofreie Ortsmitte. Geld kostet der Aufenthalt vor allem an drei Stellen: Kurbeitrag ab 4,15 Euro je Tag, Bergbahnticket und Parkgebühr.
Die drei meistgefragten Ziele lassen sich klar trennen. Die Nebelhornbahn fährt in drei Sektionen von der Ortsmitte bis auf 2.224 Meter, die Breitachklamm liegt rund sechs Kilometer entfernt beim Ortsteil Tiefenbach, und die Schattenbergschanze am Ortsrand ist seit 1953 Auftaktort der Vierschanzentournee. Dieser Beitrag sortiert Preise, Zeiten, Anreise und Saison so, dass vor der Fahrt feststeht, was ein Tag oder eine Woche im Ort kostet und wann es eng wird.
Der Ortskern zwischen Bahnhof, Fußgängerzone und Oberstdorf Haus
Der Weg vom Bahnhof in die Fußgängerzone dauert wenige Minuten, und zwischen beiden liegt fast alles, was Sie ohne Auto brauchen. Im Oberstdorf Haus am Prinzregenten-Platz 1 sitzt die Tourist-Information, geöffnet montags bis freitags von 9 bis 17 Uhr; an Wochenenden übernimmt das Café im Haus den Service von 10 bis 18 Uhr, an Feiertagen bleibt der Schalter zu. Wer früh ankommt oder spät abreist, findet am Bahnhofplatz 3 eine zweite Stelle, die täglich von 9 bis 13 Uhr besetzt ist, auch an Feiertagen.
Die Gemeinde besteht aus 44 Gemeindeteilen, darunter Kornau, Reichenbach, Schöllang und Tiefenbach, und erstreckt sich über 229,91 Quadratkilometer bis an die österreichische Grenze. Der bebaute Kern ist dagegen kompakt: Kirche, Markt, Kurpark und die Talstationen der Bergbahnen liegen im Gehbereich. Zutritt zur Fußgängerzone, zum Kurpark und zu den Wanderwegen kostet nichts, bezahlt wird für Bahnen, Klamm und Parkplatz.
Amtlich trägt der Ort seit 1937 das Prädikat heilklimatischer Kurort und seit 1964 zusätzlich das des Kneippkurorts. Praktisch merken Sie davon vor allem eines: Die Kurbetriebe Oberstdorf als Eigenbetrieb des Marktes erheben den Kurbeitrag, und dieser Beitrag finanziert einen Teil der Infrastruktur, die Sie im Ort nutzen.

Mit der Nebelhornbahn in drei Sektionen auf 2.224 Meter
Die Nebelhornbahn startet in der Ortsmitte und arbeitet sich in drei Abschnitten nach oben: zur Seealpe auf 1.280 Meter, weiter zum Höfatsblick auf 1.932 Meter und zuletzt zum Gipfel auf 2.224 Meter. Sie müssen nicht durchfahren. Die Berg- und Talfahrt bis zur Seealpe kostet Erwachsene 34,80 Euro, bis zum Höfatsblick 49,00 Euro, bis zum Gipfel 56,90 Euro. Jugendliche der Jahrgänge 2008 und 2009 zahlen für die Gipfelfahrt 43,90 Euro, Kinder der Jahrgänge 2010 bis 2019 zahlen 26,80 Euro, ab Jahrgang 2020 fahren Kinder frei. Wer oben zu Fuß absteigen will, nimmt die reine Bergfahrt für 43,90 Euro.
Am Gipfel steht ein Restaurant auf zwei Ebenen, sodass eine Pause auch bei Wind möglich ist. Der Blick reicht in die Allgäuer Alpen, deren höchste Erhebungen der Große Krottenkopf mit 2.656 Metern und im Gemeindegebiet die Hochfrottspitze mit 2.649 Metern sind. Bei tiefer Bewölkung ist die Fahrt ihr Geld nicht wert, weil genau dieser Blick fehlt. Ein Blick auf die Webcams vor dem Ticketkauf spart in solchen Fällen den größten Einzelposten des Tages.

Neben dem Nebelhorn erschließen Bahnen am Fellhorn, das 2.038 Meter erreicht, und am Söllereck weitere Hänge. Wer Höhenangaben einordnen möchte, findet den Vergleich mit dem höchsten Punkt des Landes im Beitrag zur Zugspitze. Wie Ortskern, Klamm und Nebelhorn zusammenhängen, zeigt ein Filmbeitrag von ARD Reisen, der die drei Ziele nacheinander abfährt.
Breitachklamm bei Tiefenbach: Eintritt, Zeiten und Betriebspausen
Die Breitachklamm an der Klammstraße 47 im Ortsteil Tiefenbach ist das Ziel, das auch bei Regen funktioniert. Erwachsene ab 16 Jahren zahlen 9,00 Euro, Kinder von 5 bis 15 Jahren 2,50 Euro. Mit dem Allgäu-Walser-Pass sinkt der Preis auf 8,50 Euro für Erwachsene und 2,00 Euro für Kinder; denselben Satz von 8,50 Euro je Erwachsenem gibt es für Gruppen ab zehn Personen. Hunde dürfen ohne Zusatzkosten mit, müssen aber angeleint bleiben.
Von Mai bis September öffnet die Klamm täglich ab 9 Uhr, der letzte Einlass ist um 17 Uhr, geschlossen wird um 17:30 Uhr. Von Oktober bis zum Ende der bayerischen Herbstferien sowie von Dezember bis Februar oder März gilt 9 bis 16:30 Uhr mit letztem Einlass um 16 Uhr. Am 24. Dezember wird um 14 Uhr geschlossen, am 31. Dezember um 15 Uhr.
Wichtiger als die Uhrzeiten sind die beiden Betriebspausen: von Mitte März bis Ende April und von November bis Anfang Dezember bleibt die Klamm zu. Wer in diesen Wochen anreist, sollte den Status vorher prüfen, sonst steht er vor verschlossenen Toren. Vom Parkplatz P1 an der Klamm bis zur Walserschanz sind rund 2,5 Stunden zu rechnen, gutes Schuhwerk vorausgesetzt, denn die Stege sind auch im Sommer nass.
Kurbeitrag, Gästekarte und was der Aufenthalt zusätzlich kostet
Der Kurbeitrag wird je Aufenthaltstag erhoben und hängt vom Kurbezirk ab. Im Kurbezirk I zahlen Personen ab 17 Jahren 4,70 Euro und Jugendliche von 10 bis 16 Jahren 3,90 Euro, im Kurbezirk II sind es 4,15 beziehungsweise 3,55 Euro. Kinder bis zur Vollendung des 9. Lebensjahres sind beitragsfrei. Tagesgäste werden nach den Sätzen des Kurbezirks I veranlagt. Die genannten Sätze gelten ab dem 20. Dezember 2025.
Befreit sind Personen, in deren Schwerbehindertenausweis die Merkzeichen aG, BL, Gl, TBl oder H eingetragen sind, ebenso notwendige Begleitpersonen; der Nachweis ist vorzulegen. Gegen den Beitrag steht eine Gegenleistung: Übernachtungsgäste erhalten den Allgäu-Walser-Pass Premium, eine digitale Gästekarte, die in Freizeiteinrichtungen der Region Ermäßigungen bringt. Darin steckt der MOBIL PASS ALLGÄU, mit dem Busse und Nahverkehrszüge ohne weiteres Ticket genutzt werden.
Rechnen Sie für zwei Erwachsene und ein Kind mit Kurbeitrag pro Nacht, einmal Bergbahn und einmal Klamm, liegt der Tagesetat deutlich über dem eines Ausflugs ins Flachland. Günstiger wird es, wenn Sie Wandertage ohne Bahnfahrt einstreuen; Wege und Ortskern selbst kosten nichts. Ideen dazu liefert auch die Übersicht zum Sommerurlaub in den Bergen.
Anreise mit Bahn und Fernbus, Parken am Ortseingang
Oberstdorf ist der südliche Endpunkt der nicht elektrifizierten Strecke ab Immenstadt, und der Bahnhof liegt nahe der Fußgängerzone. Für die Wintermonate bietet die Deutsche Bahn WinterRail-Tickets an. FlixBus fährt von Donnerstag bis Montag und bindet München, den Flughafen Memmingen und Kempten an. Vor Ort verbinden Buslinien den Kern mit allen Skigebieten; Übernachtungsgäste fahren mit dem MOBIL PASS ALLGÄU ohne Aufpreis mit.
Mit dem Auto führt der Weg aus Deutschland über die A7 Richtung Füssen, dann auf die A980 und die B19 über Sonthofen; aus der Schweiz und aus Österreich kommen Sie über den Fernpass oder den Bregenzerwald. Im Ort zeigt ein Parkleitsystem die freien Plätze in Echtzeit auf der digitalen Karte und in der Oberstdorf App an, Ladestationen für Elektroautos sind vorhanden.
Bei den Gebühren lohnt der Vergleich. Auf P1 Süd und P2 am Ortseingang sind die ersten 30 Minuten frei, danach kostet die Stunde zwischen 6 und 20 Uhr 1,50 Euro und nachts 1,00 Euro, der Tageshöchstsatz liegt bei 15,00 beziehungsweise 10,00 Euro. Am Bahnhofsparkplatz P3 zahlen Sie 2,50 Euro je Stunde und 35,00 Euro für 24 Stunden. Der Parkplatz am Nordic Zentrum kostet nachts 0,50 Euro je Stunde, höchstens 5,00 Euro, und erlaubt Stellzeiten bis zu 14 Tagen. An der Grünen Gasse und an der Skiflugschanze wird in 30-Minuten-Schritten abgerechnet, für Reisebusse stehen 10 Stellplätze bereit. Bezahlt wird mit Münzen, EC- und Kreditkarte sowie mit Google Pay und Apple Pay.

Vierschanzentournee, Viehscheid und der Wochenmarkt im Jahreslauf
Das größte Datum im Kalender ist das Auftaktspringen der Vierschanzentournee an der Schattenbergschanze: Qualifikation am 28. Dezember, Wettkampf am 29. Dezember. Der Ort trägt diesen Auftakt seit 1953 aus, und an diesen Tagen ist er voll. Wer Ruhe sucht, meidet das letzte Dezemberdrittel. Im Stillachtal steht außerdem die Heini-Klopfer-Skiflugschanze, eine der größten Anlagen ihrer Art weltweit, die auch außerhalb von Wettkämpfen im Talbild auffällt.
Im Spätsommer prägt der Viehscheid den Ortsrand: In Oberstdorf und in Schöllang kommen die Tiere im August und September von den Alpen zurück, der Schwerpunkt liegt Mitte September. Samstags findet zwischen der katholischen Pfarrkirche und dem Oberstdorf Haus der Wochenmarkt statt, dessen Saison bis Ende Oktober läuft; von Januar bis März gibt es samstags von 9 bis 13 Uhr den Winterwochenmarkt.
Für die Zeitplanung heißt das: Frühling ist die schwächste Phase, weil die Klamm pausiert und oben noch Schnee liegt. Sommer und Herbst eignen sich für Wanderungen und für Touren mit dem Rad, für die sich auch die Radwege im Allgäu anbieten. Der Winter gehört den vier Skigebieten, hat aber die höchsten Preise und den größten Andrang.

Für wen sich Oberstdorf lohnt
Am meisten holen Wanderer und Bergsteiger aus dem Ort heraus: Die Allgäuer Alpen mit Gipfeln bis 2.656 Metern beginnen direkt hinter den letzten Häusern, und die Bahnen nehmen auf Wunsch die ersten Höhenmeter ab. Ebenfalls gut aufgehoben sind Bahnreisende ohne Auto, weil der Endbahnhof mitten im Ort liegt und die Ortsbusse für Übernachtungsgäste im Gästepass enthalten sind. Wintersportlerinnen und Skisprungfans finden vier Skigebiete und mit der Tournee ein Sportereignis vor der Haustür.
Weniger passend ist der Ort für knappe Reisekassen. Kurbeitrag, Parkgebühr und Bergbahnticket summieren sich schnell, und der größte Posten ist mit 56,90 Euro die Gipfelfahrt für Erwachsene. Ruhesuchende sollten die Tage um den 28. und 29. Dezember und die bayerischen Schulferien auslassen. Familien mit Kinderwagen stoßen oberhalb der Mittelstationen an Grenzen, weil die Wege dort alpin sind; im Tal, in der Klamm und im Ortskern ist das anders.
Zeitlich gilt: Sommer und Herbst sind die verlässlichsten Fenster, der Winter ist eine eigene, teurere Saison, das Frühjahr das schwächste Fenster. Für einen Tagesausflug planen Sie fünf bis sechs Stunden für Ortskern und eine Bahn; als Standort für eine Woche trägt der Ort ohne Wiederholung. Wer noch unschlüssig ist, vergleicht ihn mit weiteren Zielen für Natur und Wandern.
Häufige Fragen zu Oberstdorf
Was kostet der Kurbeitrag in Oberstdorf?
Im Kurbezirk I sind es 4,70 Euro je Tag ab 17 Jahren und 3,90 Euro für 10- bis 16-Jährige, im Kurbezirk II 4,15 beziehungsweise 3,55 Euro. Kinder bis zur Vollendung des 9. Lebensjahres zahlen nichts.
Tagesgäste werden nach den Sätzen des Kurbezirks I abgerechnet. Die Sätze gelten seit dem 20. Dezember 2025; Einzelheiten führt der Markt Oberstdorf auf.
Was kostet die Nebelhornbahn?
Die Berg- und Talfahrt zum Gipfel kostet Erwachsene 56,90 Euro, Jugendliche der Jahrgänge 2008 und 2009 zahlen 43,90 Euro, Kinder der Jahrgänge 2010 bis 2019 zahlen 26,80 Euro, ab Jahrgang 2020 ist die Fahrt frei.
Kürzere Strecken sind günstiger: bis zum Höfatsblick 49,00 Euro, bis zur Seealpe 34,80 Euro. Die aktuellen Tarife stehen bei den Oberstdorf Kleinwalsertal Bergbahnen.
Wo kann man in Oberstdorf parken und was kostet es?
Auf P1 Süd und P2 am Ortseingang sind die ersten 30 Minuten frei, danach kostet die Stunde 1,50 Euro, der Tageshöchstsatz beträgt 15,00 beziehungsweise 10,00 Euro. Am Bahnhof kostet P3 2,50 Euro je Stunde und 35,00 Euro für 24 Stunden.
Welche Plätze frei sind, zeigt die Oberstdorf App in Echtzeit. Gezahlt wird mit Münzen, Karte, Google Pay oder Apple Pay.
Wie kommt man ohne Auto nach Oberstdorf?
Der Bahnhof ist Endpunkt der Strecke ab Immenstadt und liegt nahe der Fußgängerzone. FlixBus fährt von Donnerstag bis Montag ab München, ab dem Flughafen Memmingen und ab Kempten.
Vor Ort fahren Übernachtungsgäste mit dem MOBIL PASS ALLGÄU kostenlos in Bussen und Nahverkehrszügen. Alle Verbindungen listet Tourismus Oberstdorf auf.
Wann ist die Breitachklamm geöffnet?
Von Mai bis September ab 9 Uhr mit letztem Einlass um 17 Uhr, von Oktober bis zum Ende der bayerischen Herbstferien sowie von Dezember bis Februar oder März von 9 bis 16:30 Uhr. Geschlossen ist von Mitte März bis Ende April und von November bis Anfang Dezember.
Der Eintritt beträgt 9,00 Euro für Erwachsene ab 16 Jahren und 2,50 Euro für Kinder von 5 bis 15 Jahren.
Wann findet die Vierschanzentournee in Oberstdorf statt?
Das Auftaktspringen läuft an der Schattenbergschanze mit der Qualifikation am 28. Dezember und dem Wettkampf am 29. Dezember. Der Ort eröffnet die Tournee seit 1953.
Was sich mit Oberstdorf verbinden lässt
- Breitachklamm, rund 6 Kilometer: die Klamm bei Tiefenbach als Ziel für Regentage und für den Winter.
- Nebelhorn, rund 4 Kilometer: Talstation in der Ortsmitte, Gipfel auf 2.224 Metern mit Restaurant auf zwei Ebenen.
- Kleinwalsertal mit Riezlern, rund 10 Kilometer: österreichisches Tal, das nur von deutscher Seite erreichbar ist.
- Sonthofen, rund 13 Kilometer: nächste größere Stadt an der B19, guter Ausgangspunkt für die Radrouten im Allgäu.
- Bad Hindelang, rund 20 Kilometer: Bergort im Ostrachtal, passend für eine zweite Etappe; weitere Ziele stehen in der Übersicht der Reiseregionen in Deutschland.
Angaben Stand September 2026. Quellen: oberstdorf.de, Wikipedia/Wikidata, Tourismus Oberstdorf (Betreiber), Markt Oberstdorf, Kurbeitrag. Preise und Öffnungszeiten ändern sich; bitte vor dem Besuch beim Betreiber prüfen.
