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Borkum ist die größte der Ostfriesischen Inseln und gehört zum Bundesland Niedersachsen. Als anerkanntes Nordseeheilbad ist die Insel ein beliebtes Ziel für Erholung, Strandurlaub und Naturausflüge im Wattenmeer.
Als westlichste der Ostfriesischen Inseln liegt Borkum weiter draußen vor der Küste als ihre Nachbarn. Deshalb wirbt die Insel mit einem Hochsee- oder Reizklima: Weil das Festland weit entfernt ist, gilt die Seeluft als besonders rein und pollenarm. Das hat Borkum den Ruf als Heilbad für Menschen mit Atemwegs- und Hautbeschwerden eingebracht. Zur Insel gehören lange Sandstrände, ausgedehnte Dünen und ein großer Anteil an Naturschutzgebiet.
Vom Walfang zum Nordseeheilbad
Bis ins 18. Jahrhundert war Borkum nur dünn besiedelt. Die wenigen Bewohner lebten von Fischfang und Seefahrt. Für eine kurze wirtschaftliche Blüte sorgte der Walfang: Borkumer Seeleute heuerten auf Walfangschiffen an und brachten bescheidenen Wohlstand auf die Insel.

Den nachhaltigen Aufschwung brachte im 19. Jahrhundert die Ernennung zum Seebad. 1888 nahm die Borkumer Kleinbahn den Betrieb auf und verband den Fährhafen mit dem Ort. Von da an reisten immer mehr Erholungssuchende, vor allem aus Westfalen und Niedersachsen, auf die Insel.




Auch der Walfang lässt sich bis heute an manchem Zaun oder Straßenschild erkennen: Sie wurden früher aus Walknochen gefertigt und sind wichtige Relikte aus dieser Zeit.
Natur, Dünen und Wattenmeer
Die größte Sehenswürdigkeit Borkums ist die Natur. Weite Teile der Insel stehen unter Naturschutz. Das umgebende Wattenmeer gehört zum Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer und ist seit 2009 als UNESCO-Weltnaturerbe anerkannt. Zweimal am Tag fallen die Wattflächen bei Ebbe trocken und geben einen Lebensraum voller Muscheln, Krebse und Würmer frei, der zahllosen Vögeln als Nahrungsgrund dient.

Schon vom Hafen aus erreicht man nach kurzem Weg die typische Flora und Fauna des Wattenmeeres. In Dünen und Salzwiesen brüten seltene Vögel. Bei Ebbe führen geführte Wattwanderungen hinaus ins Watt; wegen der Gezeiten ist ortskundige Begleitung wichtig.

Die Nordseite der Insel ist von langen Sandstränden gesäumt, die im Sommer das wichtigste Ausflugsziel sind. Wer neben dem Strand Abwechslung sucht, findet weitere Angebote wie den Kletterpark.
Bei schlechtem Wetter: Aquarium und Gezeitenland
Zieht das Wetter auf, bietet sich ein Besuch im Nordsee-Aquarium Borkum an. Es zeigt Fische und andere Bewohner der Nordsee und macht die Unterwasserwelt der Region begreifbar. Wer das Schlechtwetterprogramm lieber ruhig angeht, findet Angebote rund um Yoga, Achtsamkeit und Entspannung etwa bei Kano Yoga.


Direkt am Strand liegt das Gezeitenland, das Erlebnisbad der Insel. Es verbindet Schwimmbecken und Saunabereich mit Blick auf den Strand; die Saunanutzung lässt sich dazubuchen.
Anreise und Fortbewegung
Borkum ist per Fähre erreichbar. Die Schiffe der Reederei AG Ems verkehren ab Emden auf dem Festland sowie ab dem niederländischen Eemshaven. Je nach Schiffstyp fällt die Überfahrtdauer unterschiedlich aus; die aktuellen Fahrpläne und Preise nennt die Reederei.
Der Fährhafen liegt einige Kilometer außerhalb des Ortes. Diese Strecke überbrückt die historische Borkumer Kleinbahn, eine der ältesten Inselbahnen Deutschlands, die Gäste vom Anleger in den Ort bringt. Danach lassen sich Insel und Strände gut zu Fuß oder mit dem Fahrrad erkunden. Zu den Wahrzeichen zählen der Neue und der Alte Leuchtturm; der Neue Leuchtturm ist begehbar und bietet von oben einen weiten Blick über Insel und Meer.
Borkum gehört zur Kette der Ostfriesischen Inseln, zu der auch Norderney zählt. Die Hauptsaison liegt zwischen Frühsommer und Herbst. Wer übernachten möchte, sollte frühzeitig buchen, da die Zahl der Betten auf der Insel begrenzt ist.
Lokale Spezialität: Dickmilch

Eine Borkumer Spezialität ist die Dickmilch: teilweise geronnene Milch, früher ein Nebeneffekt der fehlenden Kühlung, heute ein Klassiker an vielen Strandbuden. Ihnen verdanken die Milchbuden an den Stränden ihren Namen. Dazu gibt es häufig Quarkspeise oder Milchreis mit Zusätzen wie Früchten, Zimt und Zucker.