Oberschwaben: Abwechslung zwischen Donau und Bodensee

Wegkreuz auf einem Felsen in der oberschwäbischen Landschaft
Dg-505, A Cross On The Rock – panoramio, CC BY 3.0

Oberschwaben liegt im Süden von Baden-Württemberg, eingebettet zwischen Donau und Bodensee sowie Schwäbischer Alb und Allgäu. Die Region verbindet sanfte Hügel, weite Moorlandschaften und stille Seen mit einer reichen Kulturgeschichte. Wer Abwechslung sucht, findet hier Natur zum Wandern und Radfahren, barocke Klöster und Kirchen sowie zahlreiche Kur- und Wellnessorte.

Zum Württembergischen Allgäu, dem südöstlichen Teil der Region, gehören auch höhere Lagen wie der Schwarze Grat (1.118 m), die höchste Erhebung dieses Landstrichs. Prägend für Oberschwaben ist zudem die Oberschwäbische Barockstraße, die Klöster, Kirchen und Schlösser zwischen Ulm, Ravensburg und dem Bodensee verbindet. Einen Aufenthalt lässt sich gut mit einem Abstecher an den nahen Bodensee oder in den Schwarzwald verbinden.

Ausflugsziele in Oberschwaben im Überblick
ZielOrtDas erwartet Sie
Basilika WeingartenWeingartenEine der größten Barockkirchen nördlich der Alpen
Kloster mit BibliothekssaalBad SchussenriedBarocke Klosteranlage entlang der Oberschwäbischen Barockstraße
Federsee & FederseestegBad BuchauGrößtes zusammenhängendes Moorgebiet Südwestdeutschlands, reiche Vogelwelt
SkulpturenfeldOggelshausenIn Stein gehauene Kunstwerke frei in der Landschaft (ab 1969/70)
Altstadt mit Türmen und TorenRavensburgHistorische Stadtbefestigung, Wahrzeichen ist der „Mehlsack“
Gigelberg und HirschgrabenBiberach an der RißParkanlagen und historische Grünflächen mit Aussicht über das Rißtal
Auswahl der Redaktion; Angebote und Öffnungszeiten bitte vorab prüfen.

Barockstraße: Klöster und Kirchen erleben

Oberschwaben gilt als Kernland des süddeutschen Barocks. Entlang der Oberschwäbischen Barockstraße reihen sich prächtige Sakralbauten aneinander. Zu den bekanntesten zählt die Basilika in Weingarten, eine der größten Barockkirchen nördlich der Alpen. Auch das ehemalige Kloster in Bad Schussenried mit seinem kunstvoll gestalteten Bibliothekssaal und die Klosteranlage in Bad Waldsee laden zum Besuch ein. Wer sich für Klosterkultur in Baden-Württemberg interessiert, findet mit dem UNESCO-Welterbe Kloster Maulbronn ein weiteres lohnendes Ziel.

Entspannung beim Moorbaden

Moorbad zur Entspannung
Xocolatl 21:43, 10 September 2006 (UTC), Moorbad, als gemeinfrei gekennzeichnet, Details auf Wikimedia Commons

Mit seinen Moorlandschaften und Thermalbädern ist Oberschwaben eine Region zum Entspannen. Das Moor spielt dabei eine besondere Rolle: Für ein Moorbad wird der Torf auf rund 40 Grad erwärmt. Die Wärme lässt die Körpertemperatur langsam ansteigen, regt die Durchblutung an und kann helfen, Verspannungen zu lösen. Solche Anwendungen werden in mehreren Kurorten angeboten, etwa in Bad Waldsee, Bad Schussenried oder Bad Buchau. Weitere Ideen zum Abschalten liefert auch das Entstressen im Allgäu.

Ravensburg und Bouldern für Sportliche

Bouldern an einer Kletterwand
© cegoh – Pixabay.com

Die Stadt Ravensburg ist für ihre gut erhaltene Altstadt mit zahlreichen Türmen und Toren bekannt; ein Wahrzeichen ist der „Mehlsack“ genannte Turm. Aktivurlauber zieht es außerdem in die Boulderhallen der Stadt. Bouldern ist Klettern in Absprunghöhe, ganz ohne Seil und Gurt: Wer die Kraft verliert, wird von dicken Bodenmatten aufgefangen. Der Sport eignet sich für Anfänger wie für Geübte und verlangt neben Kraft vor allem Technik, Koordination und etwas Kreativität. Kletterschuhe lassen sich meist vor Ort ausleihen, sodass sich Bouldern gut zum Ausprobieren eignet.

Ausflug nach Biberach: Gigelberg und Hirschgraben

In Biberach an der Riß lohnt sich ein Spaziergang zum Gigelberg und zum Hirschgraben. Der Hirschgraben gehörte im Mittelalter zur Stadtbefestigung: Die Riß schützte einen Teil der Stadtmauer mit einem breiten Graben vor Angriffen. Am Gigelberg legten die Bürger weitere Gräben an. Weil sich dort ein großer Hirschbestand hielt, bekam der Graben seinen Namen.

Nach der Säkularisierung war die Stadt verschuldet und verkaufte die einstigen Verteidigungsgräben. So entstanden Gärten, in denen heute Bäume, Stauden, Flechten und Farne gedeihen und Vögel wie Buntspecht oder Zaunkönig leben. Vom Gigelberg reicht der Blick über das Rißtal und die Stadt; auf der Schillerhöhe gibt es zusätzlich einen Kräutergarten.

Kunst in Oggelshausen: das Skulpturenfeld

Nicht weit von Biberach liegt Oggelshausen mit seinem Skulpturenfeld. Auf freier Fläche stehen mehrere in Stein gehauene Skulpturen – Kunst inmitten der oberschwäbischen Natur. Die Anlage geht auf ein Bildhauersymposium um 1969/70 am Federsee zurück, bei dem Künstler aus mehreren Ländern Werke im Freien schufen. Rund drei Jahrzehnte später kamen bei einem weiteren Treffen neue Skulpturen aus Kalkstein hinzu.

Das Naturschutzgebiet Federsee

Der Federsee bei Bad Buchau ist der Rest eines Sees, der nach der letzten Eiszeit auf natürliche Weise verlandete. Zurück blieb eine ausgedehnte Moorfläche mit nur noch kleiner offener Wasserfläche. Rund um den See erstreckt sich das Federseemoor, das größte zusammenhängende Moorgebiet Südwestdeutschlands. Der flache, nährstoffreiche See und sein breiter Schilfgürtel bieten vielen Tier- und Pflanzenarten Lebensraum; über 250 Vogelarten wurden hier bereits nachgewiesen.

An den Schilfgürtel grenzen weite Feuchtwiesen, die spät gemäht werden und so seltenen Arten Rückzugsraum bieten – von Insekten und Schmetterlingen über Bodenbrüter bis zu Orchideen. Ein rund anderthalb Kilometer langer Bohlensteg, der Federseesteg, führt vom Ufer über das Moor bis zur offenen Wasserfläche und ermöglicht Naturbeobachtungen aus nächster Nähe. Hintergründe vermittelt das Naturschutzzentrum Federsee in Bad Buchau.