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Der Alltag zwischen Job, Familie und Terminen lässt oft wenig Raum zum Durchatmen. Ein Ortswechsel hilft dann, Abstand zu gewinnen und die Akkus wieder aufzuladen. Das Allgäu im Süden Deutschlands ist dafür ein naheliegendes Ziel: Die Voralpenregion verbindet sanfte Hügel, Bergseen und Almen mit einer langen Tradition der Gesundheitsvorsorge. Ob Wandern, gemütliche Seetage oder Wellness – hier lässt sich der Kopf gut frei bekommen.
Wo liegt das Allgäu?
Das Allgäu erstreckt sich im äußersten Süden Deutschlands über Teile Bayerns und Baden-Württembergs. Der bayerische Teil gehört zum Regierungsbezirk Schwaben, im Westen schließt sich das Württembergische Allgäu an, das an Oberschwaben grenzt. Nach Süden hin steigt die Landschaft vom Alpenvorland bis in die Allgäuer Alpen an; der höchste Gipfel, der Große Krottenkopf, misst über 2.600 Meter. Bekannte Orte sind Kempten – eine der ältesten Städte Deutschlands mit römischen Wurzeln –, Oberstdorf als südlichste Gemeinde Deutschlands sowie Füssen am Alpenrand. Einen Überblick über die Region bündelt die Allgäu GmbH.
Kneipp-Tradition in Bad Wörishofen
Für Erholung steht das Allgäu vor allem wegen Bad Wörishofen. Der Ort gilt als Wiege der Kneipp-Kur: Hier entwickelte der Pfarrer Sebastian Kneipp im 19. Jahrhundert seine Anwendungen mit kaltem und warmem Wasser. Die Kneipp-Lehre ruht auf fünf Säulen – Wasser, Bewegung, Ernährung, Heilpflanzen und eine ausgeglichene Lebensordnung. Klassische Elemente wie Wassertreten oder Armbäder lassen sich in vielen Kurparks und Wellnessbereichen selbst ausprobieren. Bad Wörishofen ist heute als Kneippheilbad anerkannt; Informationen dazu gibt der Kurbetrieb der Stadt.
Wandern, Bergseen und Almen

Wer den Kopf frei bekommen will, findet im Allgäu ein dichtes Netz an Wanderwegen. Sie reichen von gemütlichen Talrunden bis zu Gipfeltouren, etwa auf das Nebelhorn oberhalb von Oberstdorf. Für ruhige Stunden am Wasser bieten sich Bergseen wie der Alpsee, der Grüntensee oder der Forggensee an – ein Stausee des Lech bei Füssen. Prägend sind zudem die Almen: Auf den Bergweiden grast im Sommer das Vieh, aus dessen Milch der bekannte Allgäuer Bergkäse entsteht. Eine Einkehr auf einer bewirtschafteten Alpe gehört für viele zum Entschleunigen dazu. Wer lieber im Sattel unterwegs ist, findet Anregungen bei den Radwegen im Allgäu.
Wellness und Moorbäder

Neben den Bergen ist das Allgäu auch für Wellness- und Kurangebote bekannt. In mehreren Orten gibt es Thermen und Wellnesshotels mit Saunen, Bädern und Massagen. Verbreitet sind außerdem Mooranwendungen: Für ein Moorbad wird Torf erwärmt, die Wärme geht langsam auf den Körper über und kann helfen, Verspannungen zu lösen. Wie ein Moorbad wirkt und wann Vorsicht geboten ist, sollte man bei Vorerkrankungen vorab ärztlich abklären.
Ausflug zu Schloss Neuschwanstein
Erholung lässt sich gut mit Ausflügen verbinden. Am Rand des Allgäus, bei Füssen, thront Schloss Neuschwanstein über dem Alpsee; das benachbarte Schloss Hohenschwangau und der Forggensee liegen in Sichtweite. Füssen bildet zugleich das südliche Ende der Romantischen Straße. Wer mehr von der Region sehen möchte, findet weitere Ideen unter den Top-Städtetrips in Bayern.
Ob Wassertreten in Bad Wörishofen, eine Wanderung zu einem Bergsee oder ein Tag im Wellnesshotel – das Allgäu bietet viele Wege, um den Alltag hinter sich zu lassen und mit neuer Kraft zurückzukehren.