Amrum

Dünenlandschaft auf Amrum
Størtebeker, Amrum Sydtorp 004, CC BY-SA 3.0

Amrum ist eine der Nordfriesischen Inseln und liegt in der Nordsee vor der Westküste Schleswig-Holsteins, zwischen den Nachbarinseln Sylt und Föhr. Die Insel gehört zum Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer, das seit 2009 zum UNESCO-Weltnaturerbe zählt. In fünf Inselorten leben rund 2.300 Menschen. Bekannt ist Amrum vor allem für seine weiten Dünen und den Kniepsand, einen besonders breiten Sandstrand an der Westseite. Der Tourismus ist heute der wichtigste Wirtschaftszweig der Insel.

Amrum auf einen Blick
Lage
Eine der Nordfriesischen Inseln, in der Nordsee vor der Westküste Schleswig-Holsteins
Nachbarinseln
Zwischen Sylt und Föhr gelegen
Schutzgebiet
Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer (UNESCO-Weltnaturerbe)
Größe
Rund 20 Quadratkilometer
Orte
Wittdün, Nebel, Süddorf, Steenodde und Norddorf
Anreise
Fähre ab Dagebüll nach Wittdün, viele Verbindungen über Wyk auf Föhr
Strand
Kniepsand – ein besonders breiter Sandstrand an der Westseite
Wahrzeichen
Leuchtturm Amrum mit Aussichtsplattform
Überblick der Redaktion; Angaben ohne Gewähr.

Geschichte der Insel

Amrum entstand in der Eiszeit und wird seit der Jungsteinzeit von Menschen bewohnt; zeitweise nutzten auch die Wikinger die Insel. Im Mittelalter gehörte Amrum über lange Zeit zum dänischen Herrschaftsbereich, ehe die Insel im 19. Jahrhundert an Preußen fiel und später Teil des Deutschen Reiches wurde. Jahrhundertelang lebten die Inselbewohner vor allem von der Seefahrt. Spuren der frühen Besiedlung reichen bis in die Bronzezeit zurück: Nahe der Vogelkoje bei Nebel erinnert ein archäologisches Areal mit nachgebildeten Wohnstallhäusern an das Leben vergangener Epochen.

Anreise mit der Fähre ab Dagebüll

Amrum erreicht man mit der Fähre vom Festlandshafen Dagebüll. Die Schiffe steuern den Hafen von Wittdün im Süden der Insel an, viele Verbindungen halten unterwegs in Wyk auf Föhr. Anders als auf einigen autofreien Nachbarinseln sind auf Amrum Autos zugelassen und lassen sich per Fähre mitnehmen; wer möchte, lässt den Wagen aber ebenso gut am Festland und nutzt die Insel zu Fuß oder mit dem Rad. Auf der Insel selbst verbinden Buslinien die Orte miteinander, und ein gut ausgebautes Radwegenetz führt vom Süden bis zur Nordspitze durch eine Landschaft aus Dünen und Salzwiesen.

Der Kniepsand und die Strände

Das bekannteste Naturmerkmal Amrums ist der Kniepsand, eine breite Sandfläche, die der Westküste vorgelagert ist und die eigentliche Insel wie ein natürlicher Saum umschließt. Er gilt als einer der breitesten Sandstrände an der deutschen Nordseeküste und bietet im Sommer viel Platz zum Baden, Spazieren und Erholen, ohne dass es an den Stränden schnell eng wird. Zwischen Strand und Ortslagen erstreckt sich ein ausgedehnter Dünengürtel, durch den Bohlenwege zu Aussichtspunkten führen, etwa zur Himmelsleiter bei Norddorf. Die Wassertemperaturen der Nordsee bleiben allerdings auch im Hochsommer eher kühl.

Orte und Sehenswürdigkeiten

Die fünf Orte Wittdün, Nebel, Süddorf, Steenodde und Norddorf verteilen sich über die Insel. Wittdün im Süden ist mit dem Fährhafen das touristische Eingangstor, Nebel liegt in der Inselmitte, Norddorf im Norden. Das Wahrzeichen der Insel ist der rot-weiße Leuchtturm Amrum, der sich in den Dünen nahe Wittdün erhebt; von seiner Aussichtsplattform reicht der Blick weit über die Insel und die Nordsee.

Leuchtturm Amrum in den Dünen
Leuchtturm Amrum | Dirtsc, Leuchtturm Amrum dt 04, CC BY-SA 4.0

In Nebel steht die historische Amrumer Windmühle, die ein Heimatmuseum beherbergt und über das frühere Leben auf der Insel informiert. Sehenswert ist auch der Friedhof der Namenlosen, auf dem über Jahrhunderte angespülte, nicht identifizierte Tote bestattet wurden. Wer die Ortsbilder erkundet, findet zwischen reetgedeckten Häusern und Kapellen immer wieder Spuren der friesischen Insel- und Seefahrergeschichte.

Windmühle von Amrum in Nebel
Windmühle Amrum | Størtebeker, Amrum Nebel Vindmølle 001, CC BY-SA 3.0

Natur und Vogelwelt

Amrum ist bei Naturfreunden vor allem für seine Vogelwelt bekannt. Im Watt und in den Salzwiesen lassen sich zahlreiche Küsten- und Zugvögel beobachten, etwa an der ehemaligen Vogelkoje Meeram bei Nebel. An der Nordspitze schützt das Naturschutzgebiet Amrum Odde eine weitgehend unberührte Dünenlandschaft. Während der Saison bieten örtliche Naturführer geführte Wanderungen durchs Wattenmeer und zu den Vogelgebieten an, bei denen sie über die heimische Tierwelt informieren.

Aktivitäten auf der Insel

Neben Strandtagen bietet Amrum ein breites Freizeitangebot. Wanderer und Radfahrer erkunden die Insel auf gut ausgeschilderten Wegen durch Dünen und Salzwiesen, geführte Wattwanderungen erschließen den Meeresboden bei Ebbe. Wassersportler finden an der örtlichen Segelschule Kurse und Bootsverleih, dazu gibt es unter anderem ein Schwimmbad, Minigolf und ein kleines Inselkino. Zu den festen Terminen im Inselkalender gehört die Sonnenwendfeier, mit der die Amrumer nach nordischem Vorbild den längsten Tag des Jahres begehen.

Beste Reisezeit

Die Hauptsaison auf Amrum liegt in den Sommermonaten, wenn Strandwetter und Veranstaltungsangebot am größten sind. Frühjahr und Herbst eignen sich für ruhigere Ferien und ausgedehnte Wanderungen, während die Insel im Winter deutlich stiller wird und manche Angebote pausieren. Das Klima ist ganzjährig kühl und maritim geprägt; kräftiger Wind gehört an der Nordsee zu jeder Jahreszeit.

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Quellen und weitere Informationen