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Sardinien ist eine große italienische Insel im westlichen Mittelmeer und nach Sizilien die zweitgrößte Insel des Mittelmeers. Sie bietet lange Sandstrände und einsame Buchten ebenso wie ein bergiges, dünn besiedeltes Landesinneres. Bekannt ist die Insel außerdem für ihre Nuraghen – prähistorische Steinbauten, wie es sie in dieser Dichte nirgendwo sonst gibt.

Lage und Landschaft
Sardinien liegt im westlichen Mittelmeer und gehört als autonome Region zu Italien. Im Norden trennt die schmale Straße von Bonifacio die Insel von der französischen Nachbarinsel Korsika. Mit einer Fläche von rund 24.000 Quadratkilometern ist Sardinien nach Sizilien die zweitgrößte Insel des Mittelmeers. Im Osten grenzt sie an das Tyrrhenische Meer, im Westen und Süden an das offene Mittelmeer.
Das Landesinnere ist überwiegend gebirgig und karg. Die höchste Erhebung ist die Punta La Marmora mit 1.834 Metern im zentralen Gebirgsmassiv Gennargentu. Die Küsten wechseln zwischen weiten Stränden, felsigen Abschnitten und kleinen Buchten. An der Ostseite liegt die Gola di Gorropu, eine tief eingeschnittene Kalksteinschlucht, die zu den tiefsten Schluchten Europas zählt.

Nuraghen und eine lange Geschichte
Besiedelt ist Sardinien seit vielen tausend Jahren. Aus der Bronzezeit stammen die Nuraghen, runde Turmbauten aus grob behauenen Steinen, die der Insel ihren Namen als „Land der Nuraghen“ gaben. Mehrere tausend dieser Bauwerke sind bis heute erhalten; die Anlage Su Nuraxi bei Barumini gehört zum UNESCO-Welterbe. Sie gelten als die bedeutendsten prähistorischen Steinbauten des Mittelmeerraums.
Im Lauf der Jahrhunderte war Sardinien von Phöniziern, Karthagern, Römern und Byzantinern besiedelt, später gehörte es unter anderem zur Krone von Aragón und zum Haus Savoyen. Mit der Einigung Italiens wurde die Insel Teil des Königreichs Italien; seit 1948 ist sie eine autonome Region der italienischen Republik.
Anreise mit dem Flugzeug oder der Fähre
Sardinien ist sowohl mit dem Flugzeug als auch mit der Fähre erreichbar. Die drei größten Flughäfen liegen in Cagliari im Süden, in Olbia im Nordosten und in Alghero im Nordwesten der Insel. In den Sommermonaten bestehen von mehreren deutschen Städten aus Direktflüge, ansonsten reist man über ein Drehkreuz auf dem italienischen Festland an.
Fähren verbinden Sardinien mit dem italienischen Festland – etwa ab Genua, Livorno und Civitavecchia – sowie mit Korsika und mit Barcelona in Spanien. Viele dieser Verbindungen werden vor allem in der Sommersaison angeboten; außerhalb der Hauptsaison ist das Angebot deutlich kleiner.
Städte und Sehenswürdigkeiten
Ein Besuch der Hauptstadt Cagliari im Süden lohnt sich. Über der Stadt liegt das historische Viertel Castello, dessen Befestigungen im 13. Jahrhundert von den Pisanern angelegt wurden und einen weiten Blick über den Hafen bieten. Sehenswert ist auch das Archäologische Nationalmuseum mit seinen Funden aus der Nuraghenzeit. An der Nordwestküste liegt Alghero, das durch seine lange katalanische Prägung eine eigene Atmosphäre hat.
Wer die Natur erkunden möchte, findet im Landesinneren und an der Ostküste ausgedehnte Schutzgebiete, darunter der Nationalpark Golfo di Orosei e del Gennargentu mit Bergen, Schluchten und steilen Küstenabschnitten.

Strände und Küsten
Zu den bekanntesten Küstenabschnitten gehört die Costa Smeralda im Nordosten. Sie wurde ab den 1960er Jahren gezielt für den Tourismus entwickelt und ist heute für ihre exklusiven Hotels und den Ort Porto Cervo bekannt. Weiter im Südosten liegt die Costa Rei mit langen, hellen Sandstränden. An der Ostküste, im Golfo di Orosei, gehört die nur zu Fuß oder per Boot erreichbare Cala Goloritzè zu den eindrucksvollsten Buchten der Insel; an der Westküste ist das Städtchen Bosa am Fluss Temo einen Abstecher wert.
Auch rund um Cagliari finden sich beliebte Badeplätze, etwa der Stadtstrand Poetto oder die Bucht Mari Pintau. An vielen Stränden fällt das Wasser flach ab, sodass sie sich auch für Familien mit Kindern eignen.
Die beste Reisezeit für Sardinien
Für einen Badeurlaub eignet sich vor allem die Zeit von Mai bis Oktober mit vielen Sonnenstunden und warmen Temperaturen. Der Hochsommer kann im Landesinneren sehr heiß werden; das Frühjahr und der frühe Herbst sind milder und eignen sich gut für Wanderungen und Städtebesuche.
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Quellen und weitere Informationen
Für wen sich eine Reise nach Sardinien lohnt
Sardinien eignet sich besonders für Reisende, die Badeurlaub mit Kultur und Landschaft verbinden möchten. Die Insel bietet lange Sandstrände wie an der Costa Rei, flach abfallende Buchten bei Cagliari, die sich auch für Familien mit Kindern eignen, sowie mit den Nuraghen eine im Mittelmeerraum einzigartige Dichte prähistorischer Steinbauten – allen voran die UNESCO-Welterbestätte Su Nuraxi bei Barumini. Auch Wanderer kommen im bergigen Landesinneren, im Nationalpark Golfo di Orosei e del Gennargentu und an der tief eingeschnittenen Gola di Gorropu auf ihre Kosten, und Städtereisende finden mit dem historischen Castello von Cagliari und dem katalanisch geprägten Alghero zwei unterschiedliche Ziele.
Wer einen kurzen Wochenendtrip plant, ist mit Sardinien weniger gut bedient: Die Insel ist groß, die Ziele liegen weit auseinander, und schon die Anreise per Flugzeug oder Fähre ab Genua, Livorno oder Civitavecchia braucht Zeit, zumal das Fährangebot außerhalb der Sommersaison deutlich kleiner ist. Auch ein ausgeprägtes Wellnessangebot oder eine belebte Städtetrip-Atmosphäre mit Shopping und Nachtleben beschreibt der Beitrag nicht, abgesehen von den seit den 1960er-Jahren gezielt für den Tourismus entwickelten Hotels an der Costa Smeralda.
Für einen Badeurlaub eignet sich die Zeit von Mai bis Oktober am besten, wobei der Hochsommer im Landesinneren sehr heiß werden kann; Frühjahr und früher Herbst sind milder und passen gut zu Wanderungen und Städtebesuchen. Wer die belebte Costa Smeralda meiden möchte, findet an der Ostküste – etwa an der nur zu Fuß oder per Boot erreichbaren Cala Goloritzé – und im Landesinneren auch außerhalb der Hauptsaison ruhigere Ziele.