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Wandern verbindet Bewegung, Natur und Erholung – und dafür braucht es nicht die weite Ferne. Deutschland bietet vom Elbsandsteingebirge über die Eifel bis zu den Allgäuer Alpen ein dichtes Netz markierter Fernwanderwege. Wer über die Grenzen hinausschauen möchte, findet in den Nachbarländern und im übrigen Europa weitere lohnende Ziele.
Dieser Überblick stellt bewährte Routen vor – mit Schwerpunkt auf Deutschland und ergänzt um bekannte Wege in Österreich, der Schweiz, Frankreich, Italien, Spanien, Portugal, Skandinavien und Osteuropa. Die genannten Längen- und Dauerangaben stammen von den jeweiligen Wege- und Tourismusverbänden; je nach Etappenwahl können sie abweichen.
Top-Wanderrouten in Deutschland
Deutschland deckt eine große Bandbreite an Landschaften ab: von den Sandsteinfelsen der Sächsischen Schweiz über die Mittelgebirge bis in die Bayerischen Alpen. Drei Routen stehen stellvertretend für diese Vielfalt.
Malerweg im Elbsandsteingebirge
Der Malerweg führt durch die Felslandschaft der Sächsischen Schweiz – vorbei an Tafelbergen, Schluchten und Aussichtspunkten über dem Elbtal. Auf rund 112 Kilometern in acht Etappen folgt er den Spuren der Romantik: Maler wie Caspar David Friedrich ließen sich hier im frühen 19. Jahrhundert inspirieren. Der Weg gilt als mittelschwer und lässt sich gut in einzelnen Tagesabschnitten gehen. Landschaftlicher Rahmen ist der Nationalpark Sächsische Schweiz.
Eifelsteig
Vom Aachener Stadtteil Kornelimünster bis nach Trier zieht sich der Eifelsteig über rund 313 Kilometer in 15 Etappen. Er führt durch Hochmoore, die Vulkaneifel und bewaldete Täler und verbindet ruhige Naturräume mit historischen Orten. Für Tagesgäste eignen sich einzelne Etappen oder die zahlreichen kürzeren Partnerwege entlang der Strecke.
Allgäuer Höhenweg
Wer die Alpen sucht, findet mit dem Allgäuer Höhenweg eine hochalpine Herausforderung. Auf rund 45 Kilometern verläuft die Route über Grate und Pässe der Allgäuer Alpen, meist in zwei bis drei Tagen mit Übernachtung in Berghütten. Trittsicherheit, gute Kondition und stabiles Wetter sind Voraussetzung; bei klarer Sicht reicht der Blick weit in die umliegende Bergwelt. Als ruhigere Alternative bietet sich das Wandern im Allgäu abseits der Höhenrouten an.
Weitere lohnende Wandergebiete in Deutschland sind der Harz rund um den Brocken, der Schwarzwald mit seinen Genießerpfaden sowie das Sauerland und die Mittelgebirge im Osten der Republik.
Wanderungen in Österreich
Österreichs Berge sind von einem dichten Netz an Wegen erschlossen – von anspruchsvollen Hochtouren bis zu gemütlichen Talwanderungen.
Glocknerrunde
Die Glocknerrunde umrundet in mehreren Etappen den Großglockner, mit 3.798 Metern den höchsten Berg Österreichs. Unterwegs liegen Gletscher, Bergseen und steile Felspassagen der Hohen Tauern. Die Tour richtet sich an konditionsstarke, erfahrene Bergwanderer und ist für Anfänger nicht geeignet.
Salzburger Almenweg
Weniger hochalpin, aber landschaftlich reizvoll ist der Salzburger Almenweg, der in vielen Etappen über die Almregionen des Salzburger Landes führt. Charakteristisch sind bewirtschaftete Hütten und weite Panoramablicke; einzelne Abschnitte lassen sich gut als kürzere Touren gehen. Wer Naturräume abseits der Wege sucht, findet einen Überblick der Nationalparks in Österreich.
Wanderwege in der Schweiz
Die Schweizer Alpen sind von einem dichten, gut markierten Wegnetz durchzogen. Beliebt sind die Panoramawege im Wallis mit Blick auf das Matterhorn; der Europaweg zwischen Grächen und Zermatt verläuft in zwei Etappen hoch über dem Mattertal. Mehrtägige Klassiker führen etwa von Chamonix nach Zermatt (Haute Route) oder über den Berner-Oberland-Höhenweg, mit Übernachtungen in Hütten. Ruhiger geht es im Engadin und im mediterran geprägten Tessin zu.
Frankreich: von den Pyrenäen bis in die Alpen
GR10 durch die Pyrenäen
Der Fernwanderweg GR10 durchquert die Pyrenäen auf über 850 Kilometern vom Atlantik bei Hendaye bis ans Mittelmeer bei Banyuls-sur-Mer. Er führt über Pässe, an Bergseen und Karen vorbei; bekannte Höhepunkte sind der Felskessel Cirque de Gavarnie und die Lacs d’Ayous.
Tour du Mont Blanc
Die Tour du Mont Blanc umrundet auf rund 170 Kilometern das Mont-Blanc-Massiv und verläuft durch Frankreich, Italien und die Schweiz. Für die gesamte Runde sollten Sie etwa zehn bis elf Tage einplanen. Die Route gilt als anspruchsvoll, ist aber gut ausgebaut und mit Hütten versorgt.
Italiens Wanderhighlights: von Südtirol bis Ligurien
Dolomiten-Höhenweg 1
Der Dolomiten-Höhenweg 1 – auch „klassischer“ Höhenweg genannt – führt in mehreren Tagen durch die Felslandschaft der Dolomiten, die seit 2009 zum UNESCO-Weltnaturerbe zählen. Übernachtet wird in Berghütten; die Route ist konditionell fordernd, technisch aber überwiegend gut machbar.
Cinque Terre an der ligurischen Küste
An der ligurischen Küste verbindet der Sentiero Azzurro die fünf Dörfer der Cinque Terre. Der Küstenpfad führt durch Wein- und Olivenhänge mit Blick aufs Mittelmeer. Einzelne Abschnitte sind je nach Wetterlage zeitweise gesperrt, weshalb sich aktuelle Informationen vor dem Start lohnen. Die fünf Orte im Überblick:
- Monterosso al Mare – der größte Ort mit Sandstrand
- Vernazza – pittoresker Hafen und mittelalterliche Burgruine
- Corniglia – das kleinste Dorf, hoch auf einem Felsvorsprung
- Manarola – bekannt für bunte Häuser und den Wein „Sciacchetrà“
- Riomaggiore – das östlichste Dorf mit felsiger Küste
Spaniens vielfältige Wanderrouten
Jakobsweg
Der Jakobsweg ist Europas bekanntester Pilgerweg. Die populärste Variante, der Camino Francés, führt auf rund 770 Kilometern von den Pyrenäen bis nach Santiago de Compostela und wechselt dabei durch sehr unterschiedliche Landschaften. Ob als spirituelle Reise oder als lange Wanderung – der Weg lässt sich auch in einzelnen Teilstrecken gehen.
GR131 auf den Kanarischen Inseln
Der Weitwanderweg GR131 verbindet mehrere Kanareninseln, darunter Teneriffa, La Palma und La Gomera. Er führt durch Vulkanlandschaften, Schluchten und Lorbeerwälder und zeigt eine ruhigere Seite der Inseln abseits der Strände. Weitere lohnende Ziele in Spanien sind:
- Picos de Europa – wilde Berge im Norden
- Sierra Nevada – das höchste Gebirge des spanischen Festlands
- Tramuntana-Gebirge auf Mallorca – Küsten- und Bergwege
Portugal: Küstenwanderungen und einsame Bergpfade
An der Atlantikküste folgt die Rota Vicentina der wilden Küste durch Alentejo und Algarve, vorbei an versteckten Stränden, kleinen Dörfern und steilen Klippen. Im Landesinneren locken der Nationalpark Peneda-Gerês im Norden und die Serra da Estrela, das höchste Gebirge des portugiesischen Festlands, mit ruhigen Wegen in weitgehend unberührter Natur.
Skandinaviens Weiten erwandern
Kungsleden in Schweden
Der Kungsleden („Königspfad“) führt auf rund 440 Kilometern durch die Tundra Lapplands, vorbei an Gletschern, Bergseen und Wäldern. Übernachtet wird in einfachen Hütten oder im Zelt. Zu den Höhepunkten zählen der Abisko-Nationalpark, die Kebnekaise-Region mit Schwedens höchstem Berg und der wilde Sarek-Nationalpark.
Trolltunga in Norwegen
In Norwegen ist die Felszunge Trolltunga hoch über dem Ringedalsvatnet ein bekanntes Ziel. Die Tour ist je nach Ausgangspunkt gut 20 Kilometer lang und erfordert etwa zehn bis zwölf Stunden – eine lange, konditionell fordernde Tageswanderung. Drei Hinweise für die Planung:
- Früh starten, um genügend Zeit für Hin- und Rückweg zu haben.
- Ausreichend Verpflegung und Wasser mitnehmen – unterwegs gibt es keine Versorgung.
- Feste Schuhe und Wetterschutz tragen, da das Wetter im Gebirge rasch umschlagen kann.
Osteuropas verborgene Wanderschätze
Triglav-Nationalpark in Slowenien
Der Triglav-Nationalpark im Nordwesten Sloweniens ist um den 2.864 Meter hohen Triglav angelegt. Türkisfarbene Bergseen, der Bohinjer See und tiefe Wälder prägen die Landschaft; Wege gibt es sowohl für Gipfelstürmer als auch für Genusswanderer in den Tälern.
Hohe Tatra in der Slowakei
Die Hohe Tatra an der Grenze zwischen der Slowakei und Polen ist ein kompaktes Hochgebirge mit einem dichten Netz markierter Wege. Anspruchsvolle Touren wie die Besteigung des Rysy stehen neben leichteren Talwanderungen zu Bergseen und Wasserfällen.
Wanderurlaub auf Europas Inseln
Madeira: Levada-Wanderungen
Auf Madeira führen die Levadas – historische Bewässerungskanäle – auf schmalen Begleitpfaden durch Lorbeerwälder und an Steilküsten entlang. Viele Levada-Wege sind wenig steigungsreich und daher auch für weniger geübte Wanderer geeignet.
Korsika: GR20
Der GR20 durchquert Korsika von Nord nach Süd und gilt als einer der anspruchsvollsten Fernwanderwege Europas. Auf rund 180 Kilometern in etwa 15 Etappen geht es über Pässe, Grate und Blockfelder, mit Ausblicken auf Berge und Meer. Gute Kondition, Trittsicherheit und Schwindelfreiheit sind Pflicht.
Tipps für die Planung des Wanderurlaubs
Die richtige Ausrüstung
Feste, eingelaufene Wanderschuhe mit gutem Profil sind die wichtigste Grundlage. Dazu kommen atmungsaktive Kleidung nach dem Zwiebelprinzip, Regen- und Windschutz sowie ein Rucksack mit Platz für Verpflegung, Wasser und eine kleine Notfallausrüstung.
Routenplanung und Navigation
Prüfen Sie vorab Länge, Höhenmeter und Schwierigkeit einer Tour und stimmen Sie sie ehrlich auf die eigene Kondition ab. Karten oder Wander-Apps helfen bei der Orientierung; planen Sie genügend Zeit für Pausen und den Rückweg ein.
Sicherheit beim Wandern
Informieren Sie jemanden über Route und geplante Rückkehr und bleiben Sie auf markierten Wegen. Erste-Hilfe-Set, ausreichend Verpflegung und ein Blick auf den Wetterbericht gehören zur Vorbereitung. Bei aufziehendem Unwetter oder nachlassender Kraft ist eine rechtzeitige Umkehr die sicherere Entscheidung.
Weitere Wander- und Naturziele auf inlandstourismus.de
- Nationalpark Sächsische Schweiz
- Nationalpark Harz mit dem Brocken
- Schwarzwald im Südwesten Deutschlands
- Entstressen im Allgäu
- Nationalparks in Österreich



