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Die Niederlande sind ein vielseitiges Wassersportland und von Deutschland aus schnell erreichbar. Wer eine Yacht chartert, findet dicht beieinanderliegende Reviere: das IJsselmeer und das Markermeer, die Friesischen Seen, die Grachten und Kanäle im Landesinneren, das Wattenmeer und die offene Nordsee. Die Distanzen zwischen den vielen Häfen sind kurz, navigiert wird überwiegend auf Sicht. Das macht die Region für Einsteiger wie für erfahrene Crews interessant, auch für ein verlängertes Wochenende.

Reviere: von IJsselmeer bis Wattenmeer
Das IJsselmeer ist durch den Abschlussdeich vom Meer getrennt und bietet Süßwasser, historische Hafenorte und geschützte Bedingungen. Das angrenzende Markermeer eignet sich ebenfalls gut für Tagestörns. Im Norden liegen die Friesischen Seen, ein Netz aus Seen und Kanälen, das über die sogenannte Staande-Mastroute mit stehendem Mast befahrbar ist. In den Städten laden Grachten und Kanäle zu ruhigen Fahrten ein. Anspruchsvoller sind das Wattenmeer mit seinen Gezeiten und die Nordsee vor den Westfriesischen Inseln – beide setzen Erfahrung, sorgfältige Törnplanung und Kenntnis der Tidenkalender voraus.

Segeln, Motorboot oder Hausboot
Zur Auswahl stehen unterschiedliche Bootstypen. Segelyachten nutzen den meist verlässlichen Wind von der Nordsee, Motorboote sind wetterunabhängiger, und Hausboote eignen sich für gemütliche Fahrten auf den ruhigeren Gewässern. Eine Besonderheit sind die Plattbodenschiffe: traditionelle Segler mit flachem Rumpf und Seitenschwertern, die dem geringen Tiefgang der niederländischen Gewässer angepasst sind. Sie prägen bis heute das Bild auf dem IJsselmeer und stehen für die lange Schifffahrtstradition des Landes.
Bootsführerschein in den Niederlanden
Für viele Charterboote ist in den Niederlanden kein Bootsführerschein vorgeschrieben. Ein Vaarbewijs wird erst verlangt, wenn ein Motorboot länger als 15 Meter ist oder schneller als 20 Kilometer pro Stunde fahren kann; dann gilt das sogenannte Klein Vaarbewijs. Kleinere und langsamere Boote lassen sich damit auch ohne Schein führen. Wer wenig Erfahrung hat, kann bei vielen Anbietern eine Einweisung erhalten oder einen Skipper an Bord nehmen. Da sich Vorschriften ändern können, lohnt vor der Buchung ein Blick auf die aktuellen Regeln.
Hafenstädte entlang der Route
Entlang der Reviere reihen sich zahlreiche Hafenstädte. Neben Amsterdam sind das historische Orte am IJsselmeer wie Hoorn, Enkhuizen und Medemblik, die frühere Handelshäfen waren und heute Marinas, Altstädte und Museen verbinden. Weil die Häfen oft nur wenige Meilen auseinanderliegen, lässt sich schon auf kurzen Törns mehr als ein Ziel ansteuern.
Fazit
Die Niederlande bieten auf engem Raum abwechslungsreiche Gewässer – vom geschützten IJsselmeer über die Friesischen Seen bis zum Wattenmeer. Kurze Distanzen, viele Häfen und die für kleinere Boote entfallende Führerscheinpflicht machen das Land zu einem naheliegenden Ziel für einen Urlaub auf dem Wasser, ob unter Segeln, mit dem Motorboot oder auf dem Hausboot.
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