Top 3 Camper-Routen in Europa mit Start in Deutschland

Wohnmobil unterwegs auf einer Bergstraße

©Die_Iry – Pixabay.com

Für traumhafte Landschaften und neue Orte muss es nicht in die Ferne gehen. Auch in Europa liegen unzählige Regionen, historische Städte und Küsten, die sich gut mit dem Wohnmobil erkunden lassen – von Seen und Meer über Berge bis zu dichten Wäldern. Wer in Deutschland startet, hat den Vorteil kurzer Anfahrtswege und kann in praktisch jede Himmelsrichtung aufbrechen.

Praktisch am Roadtrip ist, dass sich fast überall ein passender Stellplatz finden lässt. Im Folgenden stellen wir drei Camper-Routen innerhalb Europas vor, die sich alle von Deutschland aus starten lassen. Sie unterscheiden sich in Länge, Fahranspruch und Reisedauer, sodass für unterschiedliche Ansprüche etwas dabei ist.

Drei Camper-Routen ab Deutschland im Überblick

Die folgende Übersicht ordnet die drei Routen nach ungefährer Länge und den wichtigsten Highlights. Die anschließenden Abschnitte beschreiben jede Strecke im Detail – vom deutschen Startpunkt bis zum Ziel.

Drei Camper-Routen ab Deutschland
RouteStrecke / Länge (grob)Highlights
Deutsche AlpenstraßeAb dem Bodensee (Lindau) bis Berchtesgaden; mehrtägigAllgäu, Alpenpanorama, Tirol und Salzburg, Berchtesgadener Land
Deutschland nach SkandinavienAb Hamburg über Dänemark und Schweden nach Norwegen; etwa drei bis vier WochenKopenhagen, Öresundbrücke, Schwedens Westküste, norwegische Fjorde
Route des Grandes AlpesAb dem Bodensee (Konstanz) durch die Schweiz nach Südfrankreich; die eigentliche Alpenroute rund 700 kmGenfer See, französische Hochalpenpässe, Côte d’Azur
Längenangaben sind grobe Richtwerte und hängen von Startort, Abstechern und Rückweg ab.

Deutsche Alpenstraße: vom Bodensee nach Berchtesgaden

Kurvige Bergstraße in den Alpen
©kirahoffmann – Pixabay.com

Die Alpenstraße zählt zu den beliebtesten Strecken, die sich von Deutschland aus fahren lassen. Sie führt teils über steile Anstiege, enge Kurven und schmale Abschnitte. Wer sie mit dem Wohnmobil in Angriff nimmt, sollte etwas Erfahrung im Bergfahren mitbringen und auf ein passend motorisiertes Fahrzeug achten.

Die Reise beginnt im Süden Deutschlands, in Lindau am Bodensee. Von dort verläuft die Route durch das Allgäu, das für seine Berglandschaften und Dörfer bekannt ist. Unterwegs kommt man an Füssen und dem Schloss Neuschwanstein vorbei, einer der bekanntesten Sehenswürdigkeiten Deutschlands und einem lohnenden Zwischenstopp.

Anschließend führt die Alpenstraße weiter ins benachbarte Österreich, mit Blick auf die Alpen. Nach einigen Stunden erreicht man Innsbruck, wo sich eine Übernachtung anbietet. Am nächsten Tag geht es weiter bis Salzburg, einer Stadt mit reichem kulturellen Angebot.

Auf dem letzten Teil der Strecke fährt man durch das Berchtesgadener Land zurück nach Deutschland. Die Gegend ist für ihre Wanderwege bekannt und wird vor allem von Naturliebhabern besucht. Die Route endet in Berchtesgaden, umgeben von Bergen und Seen.

Von Deutschland nach Skandinavien

Fjordlandschaft in Norwegen
© adriandegonda – Pixabay.com

Die zweite Route führt vom Norden Deutschlands über Dänemark und Schweden nach Norwegen. Skandinavien bietet weite Natur und ausgedehnte Wälder. Wer etwa drei bis vier Wochen Zeit einplant, kann die Strecke in Ruhe fahren – die Kamera gehört auf dieser Tour ins Gepäck.

Los geht es in Hamburg, von dort über Flensburg ins benachbarte Dänemark. Ein Abstecher in die Hauptstadt Kopenhagen lohnt sich; die Stadt ist für ihre Architektur und als Sitz des Königshauses bekannt.

Nach der Überquerung der Öresundbrücke erreicht man Malmö in Schweden. Etwas weiter nördlich liegt die Westküste mit ihren Fischerdörfern und der Schärenlandschaft. Göteborg, die zweitgrößte Stadt Schwedens, bietet zahlreiche kulturelle und kulinarische Anlaufpunkte.

Der Höhepunkt der Route ist Norwegen, das Land der Fjorde. Auch im Sommer ist es dort eher kühl, doch die Landschaft entschädigt dafür. Zu den bekanntesten Fjorden zählen der Geirangerfjord und der Sognefjord; dazu kommen viele Wasserfälle. Entlang der Strecke gibt es zahlreiche Stellplätze, die sich für Übernachtungen mitten in der Natur eignen.

Wer mehr Zeit hat, kann weiter Richtung Norden fahren und zur passenden Jahreszeit am Nordkapp die Mitternachtssonne erleben. Weiter südlich liegen die Lofoten, eine Inselgruppe mit markanten Bergen und langen Sandstränden – zum Baden ist das Meer allerdings zu kalt. Von dort tritt man den Rückweg nach Deutschland an.

Route des Grandes Alpes: vom Bodensee an die Côte d’Azur

Alpenpass entlang der Route des Grandes Alpes
©ChiemSeherin – Pixabay.com

Die Route des Grandes Alpes ist eine der bekanntesten Alpenstraßen Europas. Die eigentliche Route verläuft über rund 700 Kilometer von Thonon-les-Bains am Genfer See bis nach Menton an der französischen Riviera. Für Camper, die in Deutschland starten, bietet sich Konstanz am Bodensee als Ausgangspunkt an; von dort erreicht man den Anfang der Alpenroute über die Schweiz.

Wer den Bodensee noch nicht kennt, sollte sich vor der Abfahrt Zeit für die Region nehmen – die historische Altstadt von Konstanz ist einen Rundgang wert.

Von Konstanz aus verläuft die Strecke durch die Schweizer Alpen, vorbei an Berglandschaften und Tälern. Auf dem Weg lohnen sich Zwischenstopps in Städten wie St. Gallen und Chur mit seiner alten Kathedrale. Entlang der Schweizer Alpen gibt es zahlreiche Campingplätze.

Nach der Alpendurchquerung erreicht man Thonon-les-Bains am Genfer See. Hier lässt sich die Stadt erkunden, etwa mit einem Besuch des Schlosses. Weiter geht es durch die Region Haute-Savoie nach Chamonix, wo man in der Umgebung auf einem Campingplatz übernachten kann.

Küste der Côte d’Azur in Südfrankreich
© dendoktoor – Pixabay.com

Von Chamonix führt die Route weiter durch die französischen Hochalpen. Auf dem Weg liegen bekannte Pässe wie der Col de l’Iseran, der höchste asphaltierte Alpenpass, und der Col du Galibier. Auch hier gibt es zahlreiche Stellplätze für eine Übernachtung in den Bergen.

Schließlich erreicht man die französische Riviera, die Côte d’Azur, mit Orten wie Cannes, Nizza und Monaco. Nach der anspruchsvollen Fahrt über die Alpenpässe bietet sich an der Mittelmeerküste ein paar Tage Erholung an.

Die Tour endet in Menton nahe der italienischen Grenze. Für die Rückreise lässt sich alternativ die italienische Riviera wählen: kurz vor Genua Richtung Mailand und anschließend durch die Schweizer Berge zurück an den Bodensee.

Fazit

Campingrouten durch Europa sind eine gute Möglichkeit, die Vielfalt des Kontinents zu entdecken – ob entlang der Küste, in den Alpen oder in historischen Städten. Unterwegs lassen sich Natur, Wanderungen und Radtouren gut verbinden.

Für Camper, die in Deutschland mit dem Wohnmobil starten, sind diese drei Routen ein guter Ausgangspunkt für die Planung. Bei der Wahl der Strecke sollte man die eigenen Vorlieben, die verfügbare Zeit und den Fahranspruch berücksichtigen. Eine gute Vorbereitung hilft, doch etwas Spielraum für spontane Änderungen lohnt sich unterwegs.

Passende Beiträge auf inlandstourismus.de

Quellen und Planungshilfen