Sylt, Rügen und Co.: Welche deutsche Insel ist die beste?

Welche deutsche Insel ist die beste? Eine allgemeingültige Antwort gibt es nicht. Ob ein Reiseziel passt, hängt von den eigenen Vorstellungen ab: kurze Anreise, viel Natur, Ruhe, Wassersport oder ein mondänes Seebad. Deutschland hat Inseln in zwei Meeren – der Nordsee und der Ostsee –, die sehr unterschiedliche Erlebnisse bieten. Dieser Überblick vergleicht die bekanntesten von ihnen.

Deutsche Inseln im Vergleich
InselMeerCharakter / Merkmal
SyltNordsee (Nordfriesland)Mondänes Seebad; als einzige Nordseeinsel per Bahn über den Hindenburgdamm ohne Fähre erreichbar
AmrumNordsee (Nordfriesland)Ruhige Insel mit dem breiten Kniepsand; Anreise per Fähre ab Dagebüll
FöhrNordsee (Nordfriesland)Größte Nordfriesische Insel nach Sylt, mild und grün; Fähre ab Dagebüll
BorkumNordsee (Ostfriesische Inseln)Größte Ostfriesische Insel mit Hochseeklima und eigener Inselbahn; Anreise per Fähre
NorderneyNordsee (Ostfriesische Inseln)Ältestes deutsches Nordseebad; Anreise per Fähre ab Norddeich
JuistNordsee (Ostfriesische Inseln)Autofreie Insel; unterwegs zu Fuß, per Rad oder Pferdekutsche
RügenOstsee (Mecklenburg-Vorpommern)Größte Insel Deutschlands; Kreidefelsen am Königsstuhl; per Damm und Brücke mit Auto und Bahn erreichbar
UsedomOstsee (Mecklenburg-Vorpommern)Zweitgrößte Insel Deutschlands, an der Grenze zu Polen; Kaiserbäder; per Brücke erreichbar
FehmarnOstsee (Schleswig-Holstein)Sonnen- und Wassersportinsel; über die Fehmarnsundbrücke ohne Fähre erreichbar
Redaktioneller Überblick; Angaben ohne Gewähr.

Nordsee oder Ostsee: der grundlegende Unterschied

Der wichtigste Unterschied liegt im Meer selbst. Die Nordsee ist von den Gezeiten geprägt: Bei Ebbe fällt das Wasser zurück und gibt das Wattenmeer frei, das seit 2009 zum UNESCO-Weltnaturerbe gehört und sich bei geführten Wattwanderungen erkunden lässt. Die Ostsee ist dagegen nahezu gezeitenfrei und weniger salzhaltig; ein Watt gibt es hier nicht.

Auch die Anreise unterscheidet sich. Die meisten Nordseeinseln erreicht man nur per Fähre; eine Ausnahme ist Sylt, das über den Hindenburgdamm an das Bahnnetz angebunden ist. Die großen Ostseeinseln Rügen, Usedom und Fehmarn sind dagegen über Dämme und Brücken mit dem Festland verbunden und lassen sich direkt mit dem Auto oder der Bahn erreichen.

Sylt: das bekannteste Nordseebad

Strandkorb am Strand von Sylt

Sylt zählt zu den bekanntesten Reisezielen an der deutschen Küste und ist die nördlichste bewohnte Insel des Landes. Die Nordfriesische Insel steht für lange Sandstrände, Dünen und ein traditionsreiches, mondänes Seebad-Flair. Orte wie Westerland, Kampen, List und das Friesendorf Keitum prägen die Insel. Weil Sylt über den Hindenburgdamm ans Bahnnetz angebunden ist, kommt man ohne Fähre an; das eigene Auto lässt sich mit dem Sylt Shuttle über den Damm mitnehmen.

Rügen: die größte Insel Deutschlands

Kreidefelsen auf Rügen

Im Wettstreit um die beliebteste Insel steht Rügen dem Nordsee-Star Sylt kaum nach. Rügen ist die größte Insel Deutschlands und liegt in der Ostsee vor der Küste Mecklenburg-Vorpommerns. Bekannt ist sie für die Kreidefelsen mit dem Königsstuhl im Nationalpark Jasmund, für die Seebäder Binz, Sellin und Göhren sowie für die Seebrücke Sellin. Über den Rügendamm und die Rügenbrücke ist die Insel mit dem Auto und der Bahn direkt erreichbar. Wer sie wirklich kennenlernen möchte, sollte mehr als ein Wochenende einplanen.

Usedom, Fehmarn und die weitere Ostsee

Neben Rügen hat die Ostsee weitere lohnende Ziele. Usedom ist die zweitgrößte Insel Deutschlands und teilt sich die Fläche mit Polen; sie gilt als eine der sonnenreichsten Regionen des Landes und ist für die Kaiserbäder Ahlbeck, Heringsdorf und Bansin bekannt. Fehmarn liegt vor der Küste Schleswig-Holsteins, ist über die Fehmarnsundbrücke angebunden und dank viel Wind und Sonne ein beliebtes Revier für Surfer und Kitesurfer. Alle drei großen Ostseeinseln erreicht man ohne Fähre.

Amrum, Föhr und die Ostfriesischen Inseln

An der Nordsee gibt es neben Sylt zahlreiche Alternativen. Zu den Nordfriesischen Inseln gehören Amrum mit dem breiten Kniepsand und Föhr, die als grüne, vergleichsweise milde Insel gilt; beide erreicht man per Fähre ab Dagebüll. Weiter südwestlich liegen die Ostfriesischen Inseln vor der niedersächsischen Küste. Norderney ist das älteste deutsche Nordseebad. Mehrere der Ostfriesischen Inseln – darunter Juist – sind autofrei; dort ist man zu Fuß, mit dem Rad oder der Pferdekutsche unterwegs.

Badehaus und Kurplatz in Norderney
Badehaus und Kurplatz in Norderney

Borkum ist die größte der Ostfriesischen Inseln. Wegen der Entfernung zum Festland hat sie ein ausgeprägtes Hochseeklima und bietet Wattenmeer, Seeluft und ein großes Angebot für Aktivurlauber – von Wander- und Radwegen bis zum Wassersport. Ein Wahrzeichen ist die historische Inselbahn.

Historische Inselbahn auf Borkum

Welche Insel passt zu wem?

Die eine beste Insel gibt es nicht, wohl aber die passende. Wer eine kurze, unkomplizierte Anreise mit dem eigenen Auto sucht, ist auf Rügen, Usedom oder Fehmarn gut aufgehoben, da sie über feste Verbindungen erreichbar sind. Wer das Wattenmeer und die typische Nordsee-Atmosphäre erleben möchte, findet auf Sylt, Amrum, Föhr oder den Ostfriesischen Inseln das richtige Ziel. Für Ruhe und wenig Verkehr bieten sich autofreie Inseln wie Juist an, während Sylt und die Ostsee-Seebäder für ein lebhaftes, mondänes Umfeld stehen. In der Hauptsaison lohnt es sich überall, Unterkünfte frühzeitig zu buchen.

Weitere Inseln auf inlandstourismus.de

  • Sylt – das mondäne Nordseebad in Nordfriesland
  • Rügen – die größte Insel Deutschlands in der Ostsee
  • Usedom – die Sonneninsel an der Grenze zu Polen
  • Borkum – die größte Ostfriesische Insel
  • Fehmarn – die Sonnen- und Wassersportinsel in der Ostsee

Quellen und weitere Informationen