Nationalpark Harz mit Brocken

Im Nationalpark Harz darf sich die Natur weitgehend selbst überlassen bleiben. Nach dem Leitgedanken „Natur Natur sein lassen“ greift der Mensch nur dort ein, wo es der Schutz von Wald und Wegen erfordert. Für Besucher entstehen so ursprüngliche Landschaften und eine vielfältige Tier- und Pflanzenwelt, die sich über ein dichtes Wanderwegenetz erschließen lassen. Der Park erstreckt sich über zwei Bundesländer, Niedersachsen und Sachsen-Anhalt, und ging 2006 aus der Zusammenlegung der beiden älteren Nationalparke Hochharz und Harz hervor.

Nationalpark Harz auf einen BlickZum ausführlichen Reiseprofil
Stärken
Natur & Landschaft 5/5 · Familie & Kinder 3/5
Beste Zeit
Sommer und Herbst
Aufwand
ganzer Tag · günstig · draußen
Andrang
Hoch an schönen Wochenenden, besonders auf dem Goetheweg zum Brocken
Torfhaus im Harz mit Blick Richtung Brocken
Losch, Torfhaus im Harz IMG 4575, CC BY-SA 3.0 DE
Nationalpark Harz auf einen Blick
Lage
Niedersachsen und Sachsen-Anhalt
Gegründet
2006, aus den Nationalparken Hochharz und Harz zusammengelegt
Fläche
rund 24.700 Hektar, überwiegend Wald
Höchster Punkt
Brocken, 1141 m – höchster Berg Norddeutschlands
Leitgedanke
„Natur Natur sein lassen“ – weitgehend ungestörte Entwicklung
Tierwelt
Wiederansiedlung des Luchses seit dem Jahr 2000
Auf den Brocken
zu Fuß (z. B. Goetheweg ab TorfHaus) oder mit der Brockenbahn
Angaben der Nationalparkverwaltung Harz.

Der Brocken – Wahrzeichen des Nationalparks

Der Brocken bildet mit 1141 Metern den höchsten Gipfel des Harzes und zugleich den höchsten Berg Norddeutschlands. Johann Wolfgang von Goethe bestieg ihn erstmals im Dezember 1777; der Berg fand später als „Blocksberg“ Eingang in die Walpurgisnacht-Szene seines „Faust“. Nach alter Überlieferung sollen sich in der Nacht zum 1. Mai auf seinen Felsen die Hexen versammeln. Bis 1989 lag der Gipfel im Grenzsperrgebiet der DDR und war für die Öffentlichkeit gesperrt. Erst nach der Grenzöffnung wurde er wieder frei zugänglich.

Mit der Brockenbahn oder zu Fuß auf den Gipfel

Die Brockenbahn der Harzer Schmalspurbahnen bringt Fahrgäste mit dampfbetriebenen Zügen bis zum Gipfel und ist eine der bekanntesten Bahnstrecken der Region. Wer den Brocken lieber erwandert, hat mehrere Möglichkeiten. Am beliebtesten ist der Goetheweg, der beim Nationalpark-Besucherzentrum TorfHaus beginnt und über etwa acht Kilometer je Richtung zum Gipfel führt. Anspruchsvollere Routen wie der Teufelsstieg sind für geübte Wanderer geeignet. Auf dem Gipfel informiert das Brockenhaus über Natur und Geschichte des Berges.

Wälder im Wandel

Ein großer Teil des Nationalparks besteht aus Wald. In den vergangenen Jahren haben Trockenheit und Borkenkäfer besonders die Fichtenbestände stark verändert. Statt einzugreifen, lässt die Nationalparkverwaltung diese Flächen der natürlichen Entwicklung: Aus abgestorbenen Beständen wächst nach und nach ein vielfältigerer, naturnaher Wald heran. Der Wandel ist an vielen Stellen unmittelbar zu beobachten und macht anschaulich, wie viel Zeit solche Prozesse brauchen. Zu den zurückgekehrten Tierarten zählt der Luchs, der seit dem Jahr 2000 im Harz wieder angesiedelt wurde.

Wandern im Nationalpark

Der Nationalpark ist von einem weit verzweigten, markierten Wegenetz durchzogen, das Touren für unterschiedliche Ansprüche ermöglicht. An zahlreichen Stationen können Wanderer im Rahmen der Harzer Wandernadel Stempel sammeln. Wer die Natur mit fachlicher Begleitung erleben möchte, kann an geführten Wanderungen mit den Nationalpark-Rangern teilnehmen. Ausgangs- und Informationspunkte sind unter anderem die Nationalpark-Besucherzentren, etwa das TorfHaus an der Bundesstraße zwischen Braunlage und Bad Harzburg.

Beste Reisezeit

Der Nationalpark lässt sich zu jeder Jahreszeit besuchen. Im Frühling und Sommer bieten sich lange Wanderungen an, der Herbst färbt die Wälder, und im Winter liegt in den Hochlagen häufig Schnee. Auf dem Brocken herrscht wegen der exponierten Lage ein raues, oft nebliges Bergklima mit niedrigen Durchschnittstemperaturen; Schnee ist dort bis weit ins Frühjahr möglich. Feste Schuhe und wetterfeste Kleidung sind deshalb auch im Sommer ratsam.

Weitere Ausflugsziele in der Region

  • Altstadt und Bergwerk Rammelsberg in Goslar – gemeinsam UNESCO-Welterbe
  • Baumwipfelpfad Harz in Bad Harzburg
  • Fachwerkstadt Wernigerode, Ausgangspunkt der Brockenbahn
  • Geführte Erlebnistouren mit den Nationalpark-Rangern

Weitere Reiseziele und Wandertipps auf inlandstourismus.de

Wem der Nationalpark Harz am meisten bietet

Der Nationalpark Harz eignet sich vor allem für Wanderer und naturinteressierte Besucher. Das dicht markierte Wegenetz führt durch Wälder, die seit der Ausweisung des Parks weitgehend sich selbst überlassen bleiben, und macht den Wandel von abgestorbenen Fichtenbeständen zu naturnahem Mischwald unmittelbar erlebbar. Wer den Brocken besteigen möchte, wählt zwischen dem Goetheweg zu Fuß und der dampfbetriebenen Brockenbahn; unterwegs lässt sich mit etwas Glück auch der seit dem Jahr 2000 wieder angesiedelte Luchs beobachten. Wanderfreunde, die Stempel sammeln, finden zudem zahlreiche Stationen der Harzer Wandernadel.

Weniger geeignet ist der Nationalpark für Besucher, die Wellness, Wassersport oder ein städtisches Umfeld suchen – dafür bietet der Park keine Angebote. Auch wer auf befestigte, barrierearme Wege angewiesen ist, findet auf den meisten Routen unebenes Gelände vor; die Brockenbahn ist hier die zugänglichere Alternative zum Gipfel.

Lange Wanderungen lohnen sich vor allem im Frühling und Sommer, während der Herbst mit der Laubfärbung der Wälder eine zusätzliche Attraktion bietet. Auf dem Brocken selbst herrscht wegen der exponierten Lage auch außerhalb des Winters ein raues, oft neblig-kühles Bergklima, weshalb feste Schuhe und wetterfeste Kleidung ganzjährig zur Ausrüstung gehören.

Reiseprofil: Nationalpark Harz
Wofür sich das Ziel eignet
Familie & Kinder
3/5
Action & Abenteuer
2/5
Wellness & Erholung
1/5
Kultur & Geschichte
2/5
Natur & Landschaft
5/5
Wasser & Strand
0/5
Städtetrip & Shopping
0/5
Kulinarik & Genuss
0/5
Preis-Leistung und Fotomotiv
Preis-Leistung
5/5
Fotomotiv
4/5
Beste Reisezeit
Frühling
gut
Sommer
ideal
Herbst
ideal
Winter
möglich
Gut zu wissen
Zeitbedarf
Ganzer Tag oder mehr – für eine Brockenwanderung (z. B. Goetheweg, rund 8 km je Richtung)
Budget
Wanderwege kostenfrei zugänglich, Brockenbahn kostenpflichtig
Wetter
Outdoor – auf dem Brocken raues, oft neblig-kühles Bergklima auch im Sommer
Andrang
Hoch an schönen Wochenenden, besonders auf dem Goetheweg zum Brocken
Übernachtung
Als Tagesausflug machbar, für ausgedehntere Wanderungen bietet sich eine Übernachtung in der Region an
Barrierearm / Kinderwagen
Eingeschränkt bis nein – die meisten Wanderwege führen durch unebenes Gelände, die Brockenbahn ist eine barrierearme Alternative zum Gipfel
Hunde
Auf ausgewiesenen Wegen an der Leine meist erlaubt – vor dem Besuch bei der Nationalparkverwaltung prüfen
Anreise
Auto bis zu Ausgangspunkten wie dem TorfHaus an der Bundesstraße zwischen Braunlage und Bad Harzburg, Brockenbahn der Harzer Schmalspurbahnen als Alternative zum Gipfel
Der Nationalpark Harz lässt Natur bewusst sich selbst überlassen und führt mit dem Brocken auf den höchsten Berg Norddeutschlands.
Redaktionelle Einschätzung der Inlandstourismus.de-Redaktion, Stand September 2026. Preise, Öffnungszeiten und Andrang können abweichen – Angaben ohne Gewähr.

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