Nationalpark Sächsische Schweiz

Schild der Nationalparkregion Sächsische Schweiz
Mike Krüger, Schild der Nationalparkregion Sächsische Schweiz 060704 1, CC BY-SA 3.0

Der Nationalpark Sächsische Schweiz liegt im Elbsandsteingebirge im Südosten Sachsens, rund 50 Kilometer südöstlich von Dresden und unmittelbar an der Grenze zu Tschechien, wo sich die Landschaft als Böhmische Schweiz fortsetzt. Seit 1990 steht das Gebiet als Nationalpark unter Schutz; es gilt als Deutschlands einziger Felsen-Nationalpark. Über lange Zeiträume hat die Elbe den Sandstein zu einem Gefüge aus Türmen, Schluchten, Tafelbergen und schroffen Wänden geformt. Diese Kulisse aus Fels, Wald und Flusstal macht die Region zu einem der bekanntesten Wander- und Klettergebiete Deutschlands.

Nationalpark Sächsische Schweiz auf einen Blick
Lage
Elbsandsteingebirge im Südosten Sachsens, rund 50 km südöstlich von Dresden, an der Grenze zu Tschechien
Nationalpark seit
1990 – gilt als Deutschlands einziger Felsen-Nationalpark
Landschaft
Sandsteinfelsen und -türme, Tafelberge, tiefe Schluchten, Wälder und das Elbtal
Wahrzeichen
Basteifelsen mit Basteibrücke bei Rathen und die Festung Königstein
Aktivitäten
Wandern (u. a. Malerweg), Klettern, Aussichtspunkte, Fahrt mit der Kirnitzschtalbahn
Anreise
Über Dresden; die S-Bahn und Elbfähren verbinden viele Orte im Tal
Öffnungszeiten, Preise und aktuelle Wegehinweise bitte vor dem Besuch offiziell prüfen; im Nationalpark gelten besondere Schutzregeln.

Ihren Namen erhielt die Sächsische Schweiz im 18. Jahrhundert. Zwei Schweizer Künstler, die an der Dresdner Kunstakademie lehrten, fühlten sich von der zerklüfteten Landschaft an ihre Heimat erinnert. So setzte sich für das Elbsandsteingebirge nach und nach der Name „Sächsische Schweiz“ durch – obwohl der höchste Punkt auf deutscher Seite, der Große Zschirnstein, nur gut 560 Meter erreicht und mit alpinen Höhen nichts gemein hat.

Die Highlights: Bastei und Basteibrücke

Der Basteifelsen ist das bekannteste Wahrzeichen der Sächsischen Schweiz. Die Felsgruppe erhebt sich hoch über dem rechten Elbufer beim Kurort Rathen und gibt den Blick weit über das Elbtal und die umliegenden Tafelberge frei. Über die Felstürme spannt sich die Basteibrücke, die in ihrer heutigen steinernen Form aus dem Jahr 1851 stammt und die Schlucht zwischen den Sandsteinnadeln überquert. Von den Aussichtspunkten reicht der Blick unter anderem auf den Lilienstein, jenen Tafelberg, der als Sinnbild des Nationalparks gilt.

Festung Königstein über dem Elbtal

Oberhalb der Stadt Königstein liegt auf einem Tafelberg die Festung Königstein, eine der größten Bergfestungen Europas. In ihrer langen Geschichte diente die Anlage den sächsischen Kurfürsten als Jagd- und Lustschloss, als sicherer Verwahrort für Kunstschätze in Kriegszeiten und als Staatsgefängnis. Heute ist sie ein Freilichtmuseum: Wehrgänge, historische Gebäude und wechselnde Ausstellungen lassen sich erkunden, und von den Wällen öffnet sich ein weiter Rundblick über die Sächsische Schweiz.

Schrammsteine, Tafelberge und Schluchten

Zu den eindrucksvollsten Felsformationen zählen die Schrammsteine, eine langgezogene, stark zerklüftete Felskette bei Bad Schandau. Über Stiegen und schmale Pfade gelangt man zur Schrammsteinaussicht mit ihrem weiten Panoramablick. Charakteristisch für die Region sind außerdem die Tafelberge wie Lilienstein, Pfaffenstein und Königstein sowie tiefe, schattige Schluchten, in denen es selbst an heißen Sommertagen kühl bleibt.

Wandern auf dem Malerweg

Das dichte Wegenetz des Nationalparks erschließt sich zu Fuß am besten. Der bekannteste Weitwanderweg ist der Malerweg, der in mehreren Etappen durch die reizvollsten Teile der Sächsischen Schweiz führt. Sein Name erinnert an die Maler der Romantik, die sich hier im 18. und 19. Jahrhundert inspirieren ließen, darunter Caspar David Friedrich. Neben dem Malerweg durchziehen zahlreiche kürzere Rundwege, Stiegen und Aussichtspfade das Gebiet, sodass sich Touren für Familien ebenso wie für geübte Wanderer finden.

Klettern im Elbsandstein

Die Sächsische Schweiz gilt als eine der Wiegen des Freikletterns. Auf den freistehenden Sandsteintürmen wird seit über einem Jahrhundert nach eigenen, besonders strengen Regeln geklettert: Künstliche Hilfsmittel sind weitgehend untersagt, um den empfindlichen Sandstein zu schonen. Wer klettern möchte, sollte sich mit den sächsischen Kletterregeln vertraut machen und ausschließlich ausgewiesene Gipfel und Wege nutzen. Zum Schutz der Natur sind zudem zeitweise Sperrungen einzelner Bereiche zu beachten.

Mit der Kirnitzschtalbahn durchs Tal

Ein Ausflugsklassiker ist die Kirnitzschtalbahn, eine historische Straßenbahn, die von Bad Schandau entlang des Flüsschens Kirnitzsch bis zum Lichtenhainer Wasserfall fährt. Sie verkehrt bereits seit 1898 und ist ein bequemer Ausgangspunkt für Wanderungen im Kirnitzschtal, etwa zum Kuhstall, einem markanten Felsentor.

Die beste Reisezeit

Für Wanderungen und Klettertouren eignen sich vor allem die Monate von Frühjahr bis Herbst. Im Frühling und Frühsommer sind die Wälder frisch und die Wege oft noch ruhig; der Hochsommer bringt die meisten Besucher, dann sind die schattigen Schluchten besonders angenehm. Der Herbst taucht das Elbtal in warme Farben und sorgt an klaren Tagen für weite Fernsicht. Auch der Winter hat mit stillen, teils verschneiten Felslandschaften seinen Reiz, verlangt aber festes Schuhwerk und Vorsicht auf den Stiegen.

Was Sie nicht verpassen sollten

  • Der Basteifelsen mit der Basteibrücke hoch über dem Elbtal
  • Die Festung Königstein auf ihrem Tafelberg
  • Die Schrammsteinaussicht bei Bad Schandau
  • Eine Etappe auf dem Malerweg
  • Eine Fahrt mit der Kirnitzschtalbahn zum Lichtenhainer Wasserfall
  • Der Amselsee im Amselgrund und die Burg Hohnstein
  • Eine Fahrt mit einem Raddampfer der Sächsischen Dampfschifffahrt auf der Elbe

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