Berchtesgaden

Der Watzmann bei Berchtesgaden
Wikiuser100, The Watzman 8-15-2010, CC BY-SA 3.0

Berchtesgaden ist ein Markt im Landkreis Berchtesgadener Land im äußersten Südosten Bayerns. Gemeinsam mit den Nachbargemeinden Marktschellenberg, Ramsau, Schönau am Königssee und Bischofswiesen liegt der Ort in einem weiten Talkessel und grenzt unmittelbar an das österreichische Salzburg. Umrahmt wird der Talkessel von mehreren Bergstöcken – darunter das Watzmann-Massiv, der Untersberg, das Steinerne Meer, das Lattengebirge und die Reiter Alpe. Diese Lage macht Berchtesgaden zu einem der bekanntesten Gebirgsziele der Deutschen Alpen, mit dem einzigen Alpen-Nationalpark des Landes direkt vor der Haustür.

Berchtesgaden auf einen Blick
Lage
Markt im Landkreis Berchtesgadener Land, Oberbayern; im äußersten Südosten Bayerns, direkt an der Grenze zu Salzburg (Österreich)
Nationalpark
Nationalpark Berchtesgaden, gegründet 1978 – der einzige Nationalpark in den Deutschen Alpen
Höchster Gipfel
der Watzmann (2713 m) – einer der höchsten Berge Deutschlands
Königssee
fjordartiger Bergsee mit der Wallfahrtskirche St. Bartholomä, erreichbar mit elektrisch betriebenen Ausflugsbooten
Salzbergwerk
Schaubergwerk mit Bergbau seit 1517 – eines der ältesten noch aktiven Salzbergwerke Deutschlands
Kehlsteinhaus
1937/38 erbaut, auf 1834 m; Zufahrt nur mit dem Linienbus über die Kehlsteinstraße
Geschichte
Obersalzberg mit dem Dokumentationszentrum zur NS-Zeit
Höhenangaben gerundet. Öffnungszeiten, Preise und Fahrpläne (u. a. Kehlsteinbus, Königssee-Schifffahrt) bitte vor dem Besuch offiziell prüfen.

Nationalpark Berchtesgaden: der einzige Alpen-Nationalpark

Der 1978 gegründete Nationalpark Berchtesgaden ist der einzige Nationalpark in den Deutschen Alpen. Auf über 200 Quadratkilometern reicht er vom Königssee bis in die Gipfelregionen und schützt eine ursprüngliche Bergnatur aus Fels, Wald, Almen und Bergseen. Höchster Gipfel im Park ist der Watzmann mit 2713 Metern, einer der höchsten Berge Deutschlands. Rund um das Bergsteigerdorf Ramsau steht ein naturverträglicher Tourismus im Vordergrund. Gämsen, Murmeltiere und Steinadler sind hier ebenso zu Hause wie eine artenreiche Bergflora; seit 2021 läuft im Park zudem ein Projekt zur Wiederansiedlung des Bartgeiers. Nationalpark-Ranger begleiten Führungen und achten darauf, dass die Natur geschützt bleibt.

Königssee und St. Bartholomä

Der Königssee gilt als einer der saubersten Seen Deutschlands. Eingerahmt von steilen Felswänden wirkt der schmale Bergsee fast wie ein Fjord. Aus Rücksicht auf die Natur verkehren auf dem See seit Langem ausschließlich elektrisch betriebene Ausflugsboote, die von Schönau aus zu den Anlegestellen im Tal fahren. Am westlichen Ufer, auf der Halbinsel Hirschau unterhalb der mächtigen Watzmann-Ostwand, steht die barocke Wallfahrtskirche St. Bartholomä mit ihren roten Zwiebeltürmen – eines der meistfotografierten Motive der bayerischen Alpen. Wer weiterfährt, erreicht den stiller gelegenen Obersee mit dem Röthbachfall.

Salzbergwerk Berchtesgaden

Der Salzabbau prägt Berchtesgaden seit Jahrhunderten: Im Salzbergwerk wird bereits seit 1517 Salz gewonnen, es zählt zu den ältesten noch aktiven Salzbergwerken Deutschlands. Ein Teil der Anlage ist als Schaubergwerk zugänglich. Besucher fahren mit der Grubenbahn in den Berg ein, rutschen über hölzerne Bergmannsrutschen in tiefere Stollen und überqueren einen unterirdischen Salzsee. Die Führung zeigt, wie das Salz früher abgebaut wurde und heute durch Aussolen gewonnen wird. Das Bergwerk ist ganzjährig geöffnet und damit auch ein Ziel für Regentage.

Kehlsteinhaus und Obersalzberg

Der Obersalzberg oberhalb von Berchtesgaden war in der NS-Zeit ein zweiter Regierungssitz: Adolf Hitler unterhielt hier seinen „Berghof“, und führende Funktionäre des Regimes ließen sich in unmittelbarer Nähe nieder. 1937/38 errichtete die NSDAP hoch über dem Obersalzberg das Kehlsteinhaus, ein repräsentatives Gebäude auf 1834 Metern Höhe. Der Name „Eagle’s Nest“ geht auf die amerikanischen Streitkräfte zurück, die den Obersalzberg 1945 einnahmen. Heute wird das Kehlsteinhaus als Ausflugsgaststätte genutzt; erreichbar ist es nur mit eigens eingerichteten Linienbussen über die steile Kehlsteinstraße, die für den privaten Verkehr gesperrt ist. Die Geschichte des Ortes arbeitet das Dokumentationszentrum Obersalzberg auf – ein Lern- und Erinnerungsort, der die Verbrechen des Nationalsozialismus sachlich einordnet. Vom Kehlstein reicht der Blick weit über das Berchtesgadener und das Salzburger Land.

Beste Reisezeit

Berchtesgaden lässt sich zu jeder Jahreszeit besuchen, die Angebote unterscheiden sich aber deutlich. Von Frühsommer bis Herbst haben Wandern, Bergtouren und die Königssee-Schifffahrt Hochsaison; die Kehlsteinstraße ist witterungsabhängig meist nur von Mitte Mai bis Oktober befahrbar. Der Winter bringt Schnee für Ski- und Rodelfreunde sowie ruhigere Täler; bei ungemütlichem Wetter bietet sich die Watzmann-Therme in Berchtesgaden an. Frühjahr und Herbst sind vergleichsweise ruhig und eignen sich gut für Wanderungen in tieferen Lagen und einen Besuch im Salzbergwerk.

Weitere Ausflugstipps in der Umgebung

  • Ramsau mit der Pfarrkirche St. Sebastian, dem Malerwinkel und dem Hintersee
  • Der Obersee und der Röthbachfall hinter dem Königssee
  • Die Mozartstadt Salzburg, nur wenige Kilometer entfernt (Österreich)
  • Der Chiemsee mit Schloss Herrenchiemsee
  • Das Watzmannhaus als Stützpunkt für Bergtouren
  • Der Buttnmandllauf und das Nikolaustreiben in der Adventszeit

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