Hofbräuhaus München

Das Hofbräuhaus am Platzl gehört zu den bekanntesten Wirtshäusern der Welt und ist eines der Wahrzeichen der Münchner Altstadt. Es liegt nur wenige Gehminuten östlich vom Marienplatz und geht auf eine herzogliche Hofbrauerei aus dem Jahr 1589 zurück. Heute ist es vor allem eine große Gaststätte, in der täglich Gäste aus aller Welt bei bayerischem Bier und deftiger Küche zusammensitzen.

Hofbräuhaus München auf einen Blick
Ort
Am Platzl in der Münchner Altstadt, wenige Gehminuten östlich vom Marienplatz
Gegründet
1589 als herzogliche Hofbrauerei unter Herzog Wilhelm V.
Öffentlich seit
1828 – allgemeiner Ausschank unter König Ludwig I.
Heutiges Gebäude
Neorenaissance-Bau von 1896–1897 (Architekt Max Littmann), reines Gasthaus
Besonderheiten
Schwemme mit rund 1000 Plätzen, täglich Blaskapelle, Festsaal, Maßkrugtresor
Bier
Hofbräu (HB) des Staatlichen Hofbräu-München, im Eigentum des Freistaats Bayern
Anreise
ÖPNV bis Marienplatz (U-/S-Bahn), von dort zu Fuß durch die Altstadt
Öffnungszeiten
Aktuelle Zeiten und Reservierung auf der offiziellen Website
Redaktioneller Überblick – Öffnungszeiten und Reservierung bitte vor dem Besuch offiziell prüfen.

Von der herzoglichen Hofbrauerei zur öffentlichen Wirtschaft

Den Ursprung legte Herzog Wilhelm V., der 1589 den Bau eines eigenen Bräuhauses in Auftrag gab. Bis dahin musste der Wittelsbacher Hof sein Bier teuer aus der niedersächsischen Stadt Einbeck einführen; eine eigene Hofbrauerei sollte diese Kosten senken. Mit der Leitung wurde der Braumeister Haimeran Pongratz betraut. Zunächst lag die Brauerei unmittelbar bei der Residenz, ehe sie 1608 an das Platzl in der Altstadt verlegt wurde. Öffentlich zugänglich war das Haus aber lange nicht: Erst 1828 erlaubte König Ludwig I. den allgemeinen Ausschank, sodass fortan auch die Bevölkerung im Hofbräuhaus bewirtet werden durfte.

Hofbräuhaus am Platzl in München
Foto: Kiban, Wikimedia Commons, gemeinfrei (Public Domain)

Das heutige Gebäude am Platzl

Gegen Ende des 19. Jahrhunderts wurde die Brauerei aus Platzgründen an die Innere Wiener Straße verlegt. An ihrer Stelle entstand am Platzl von 1896 bis 1897 ein neues Gebäude im Stil der Neorenaissance, das der Architekt Max Littmann entwarf. Es diente von Beginn an ausschließlich als Gaststätte und prägt bis heute das Bild des Platzls.

Schwemme, Festsaal und Blaskapelle

Der bekannteste Raum ist die Schwemme, die große Bierhalle im Erdgeschoss. An ihren langen Holztischen finden rund tausend Gäste Platz; in der Mitte spielt täglich eine Blaskapelle traditionelle bayerische Musik. Im Obergeschoss liegt der Festsaal mit einem hohen Gewölbe, der für große Feste und Veranstaltungen genutzt wird und mehr als tausend Personen fasst. Eine Besonderheit ist der Maßkrugtresor: In abschließbaren Fächern bewahren Stammgäste ihre persönlichen Bierkrüge auf. Diese Plätze sind begehrt und werden häufig über Generationen innerhalb einer Familie weitergegeben.

Bier, Küche und Oktoberfest

Ausgeschenkt wird das Bier der Marke Hofbräu, kurz HB. Dahinter steht das Staatliche Hofbräu-München, eine Brauerei, die dem Freistaat Bayern gehört und rechtlich vom Wirtshaus getrennt ist. Auf der Speisekarte stehen bayerische Klassiker wie Schweinsbraten, Schweinshaxe und Weißwurst. Als eine der großen Münchner Brauereien ist Hofbräu auch auf dem Oktoberfest vertreten, wo das Hofbräu-Festzelt zu den größten Zelten der Wiesn zählt. Bekannt ist das Haus zudem durch das Hofbräuhaus-Lied „In München steht ein Hofbräuhaus“, das 1935 von Wilhelm Gabriel geschrieben wurde und bis heute zum Repertoire vieler Blaskapellen gehört.

Anreise und Besuch

Das Hofbräuhaus liegt am Platzl mitten in der Münchner Altstadt, nur wenige Gehminuten östlich vom Marienplatz. Der Marienplatz ist zugleich der nächste große Knotenpunkt für U-Bahn und S-Bahn, sodass sich das Wirtshaus bequem mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichen lässt; mit dem Auto ist die Anfahrt in die Fußgängerzone dagegen umständlich. Weil das Haus zu den meistbesuchten Zielen der Stadt zählt, ist es besonders abends und am Wochenende oft sehr voll. Für größere Gruppen und für Tische im Festsaal empfiehlt sich daher eine Reservierung. Aktuelle Öffnungszeiten und Reservierungsmöglichkeiten stehen auf der offiziellen Website.

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Weiterführende Quellen