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Der Nürburgring ist eine der bekanntesten Rennstrecken der Welt. Er liegt in der Eifel in Rheinland-Pfalz, rund um die Ortsgemeinde Nürburg mit ihrer namensgebenden Höhenburg, und gehört zur Verbandsgemeinde Adenau im Kreis Ahrweiler. Aus der Verbindung der historischen Nordschleife mit der jüngeren Grand-Prix-Strecke entsteht mit rund 25 Kilometern die längste dauerhafte Rennstrecke der Welt. Der Ring ist dabei weit mehr als eine Rennbahn: Er ist auch ein Ausflugsziel für die ganze Familie.

Geschichte: gebaut in den 1920er-Jahren
Dass sich der Motorsport in Deutschland früh großer Beliebtheit erfreute, hatten Rennen wie der Gordon-Bennett-Cup gezeigt, der 1904 im nahen Taunus ausgetragen wurde. In der wirtschaftlich schwachen Eifel reifte in den frühen 1920er-Jahren der Plan, eine feste Renn-, Test- und Erprobungsstrecke zu bauen. Das Projekt sollte zugleich Arbeitsplätze schaffen und die abgelegene Region erschließen. Der Bau begann 1925; gut zwei Jahre später, am 18. Juni 1927, wurde die Strecke mit dem Eifelrennen eröffnet. Bei den ersten Rennen am 18. und 19. Juni 1927 traten Motorräder und Automobile an; das Autorennen gewann die spätere Rennsportlegende Rudolf Caracciola.
Die Nordschleife – die „Grüne Hölle“
Das Herzstück des Nürburgrings ist die Nordschleife. Sie schlängelt sich heute über rund 20,8 Kilometer durch die bewaldeten Hügel der Eifel und überwindet dabei deutliche Höhenunterschiede. Enge Kurven, blinde Kuppen und schnelle Passagen machen sie bis heute zu einer der anspruchsvollsten Strecken überhaupt. Der Formel-1-Weltmeister Jackie Stewart prägte in den 1960er-Jahren den Beinamen „Grüne Hölle“, der der Nordschleife bis heute anhaftet. In ihrer ursprünglichen Form war sie mit rund 22,8 Kilometern noch länger; zusammen mit der kleineren Südschleife ergab sich bis 1982 eine Gesamtstrecke von etwa 28,3 Kilometern.
Die Grand-Prix-Strecke und die Formel 1
Nach einem schweren Unfall des Fahrers Niki Lauda 1976 galt die lange Nordschleife für die Formel 1 als zu gefährlich. Deshalb entstand 1984 auf dem Gelände eine moderne, kompakte Grand-Prix-Strecke von zunächst gut viereinhalb Kilometern Länge; heute misst sie rund 5,1 Kilometer. Auf diesem Kurs wurde noch 1984 das erste Formel-1-Rennen gefahren, der damalige Große Preis von Europa. In den folgenden Jahrzehnten war der Ring immer wieder Schauplatz von Formel-1-Läufen unter wechselnden Namen. Das bislang letzte Formel-1-Rennen am Nürburgring war der Große Preis der Eifel am 11. Oktober 2020.
Rennen und Touristenfahrten
Über das Jahr verteilt finden am Nürburgring zahlreiche Motorsport-Veranstaltungen statt. Das bekannteste Rennen ist das ADAC 24h-Rennen, bei dem die Teams eine Nacht und einen Tag lang auf der langen Kombination aus Grand-Prix-Strecke und Nordschleife unterwegs sind. Hinzu kommen die Läufe der Langstreckenserie (früher als VLN bekannt), Oldtimer-Treffen, Motorrad- und Truck-Rennen sowie Konzerte und Festivals. Eine Besonderheit sind die Touristenfahrten: An vielen Tagen im Jahr, wenn kein Rennbetrieb herrscht, darf jede und jeder mit dem eigenen Fahrzeug gegen Gebühr auf die Nordschleife – vom älteren Kleinwagen bis zum Sportwagen. Es handelt sich dabei ausdrücklich nicht um ein Rennen, sondern um öffentliche Fahrten auf eigene Verantwortung.
ring°werk und Erlebniswelt
Wer sich nicht selbst ans Steuer setzen möchte, kommt am Ring trotzdem auf seine Kosten. Direkt an der Grand-Prix-Strecke lädt das Motorsport-Erlebnismuseum ring°werk auf mehreren Tausend Quadratmetern zum Entdecken ein. Rennsimulatoren, historische Siegerfahrzeuge und interaktive Stationen erzählen die Geschichte der Strecke und machen den Besuch besonders für Familien mit Kindern zum Erlebnis. Rund um die Rennstrecke gibt es zudem Hotels, Gastronomie und Aussichtspunkte.
Anreise und praktische Hinweise
Der Nürburgring liegt recht abgelegen in der Eifel, ist mit dem Auto aber gut zu erreichen: Über die Autobahn A1 und A48 sowie Bundesstraßen gelangt man aus Richtung Köln, Koblenz oder Trier in die Region. An Renntagen stehen große Parkflächen bereit, doch bei Großveranstaltungen wie dem 24h-Rennen sollte man genügend Zeit für An- und Abreise einplanen. Da sich Öffnungszeiten, Termine der Touristenfahrten und Eintrittspreise regelmäßig ändern, lohnt vor dem Besuch ein Blick auf die offizielle Website des Nürburgrings. Dort lassen sich auch Tickets für Rennen und Attraktionen buchen.