Die Loreley

Loreleyfelsen bei St. Goarshausen am Rhein mit Burg Katz
Alexander Hoernigk (https://commons.wikimedia.org/wiki/File:St.Goarshausen_Loreley_Burg_Katz_2016-03-27-18-25-21.jpg), „St.Goarshausen Loreley Burg Katz 2016-03-27-18-25-21“, https://creativecommons.org/licenses/by/3.0/legalcode

Der Loreleyfelsen zählt zu den bekanntesten Ausflugszielen am Rhein. Der schroffe Schieferfelsen erhebt sich bei St. Goarshausen über der engsten und tiefsten Stelle des schiffbaren Mittelrheins und ist untrennbar mit der Sage von der singenden Nixe verbunden. Zwischen Rüdesheim und Koblenz reihen sich rund 40 Burgen, Schlösser und Festungen im UNESCO-Welterbe Oberes Mittelrheintal aneinander – die Loreley ist ihr berühmtester Aussichtspunkt.

Die Loreley auf einen Blick
Lage
St. Goarshausen, rechtes Rheinufer, Rheinland-Pfalz
Höhe
rund 132 Meter über dem Rhein
Fluss
Oberes Mittelrheintal – engste und tiefste Stelle des schiffbaren Rheins
Sage
Clemens Brentano, Ballade „Lore Lay“ (1801) im Roman Godwi
Literatur
Heinrich Heine, Gedicht „Ich weiß nicht, was soll es bedeuten“ (1824)
Welterbe
Teil des UNESCO-Welterbes Oberes Mittelrheintal (seit 2002)
Highlights
Besucherzentrum, Freilichtbühne, Loreley-Statue, Rheinsteig
Oberes Mittelrheintal zwischen Rüdesheim/Bingen und Koblenz.

Der Felsen und die Engstelle am Mittelrhein

Die Loreley ist ein rund 132 Meter hoher Schieferfelsen, der sich kurz vor St. Goarshausen am rechten Rheinufer in den Lauf des Stroms schiebt. Hier ist der Rhein nur etwa 160 Meter breit und bis zu 25 Meter tief – die engste und zugleich tiefste Stelle seines schiffbaren Verlaufs. Über Jahrhunderte war diese Passage wegen der starken Strömung, Felsbänken im Flussbett und einer Sandbank eine gefürchtete Gefahrenstelle, an der es immer wieder zu Schiffsunglücken kam. Heute ist die Fahrrinne ausgebaut und durch Signalanlagen gesichert, sodass die Schifffahrt die enge Kurve geordnet passiert.

Die Sage von der Loreley

Woher der Name des Felsens stammt, ist bis heute nicht eindeutig geklärt. Als literarische Figur entstand die Loreley erst um 1801: Der Dichter Clemens Brentano schuf in seinem Roman Godwi die Ballade von der schönen Lore Lay, einer zauberkundigen Frau, die vom Felsen in den Tod stürzt. Wenige Jahrzehnte später griff Heinrich Heine den Stoff auf und formte daraus sein berühmtes Gedicht „Ich weiß nicht, was soll es bedeuten“ (1824), in dem eine goldhaarige Nixe die Schiffer mit ihrem Gesang ins Verderben lockt. Durch die Vertonung von Friedrich Silcher wurde das Lied weltbekannt. An die Sagengestalt erinnert bis heute eine Loreley-Statue auf der Hafenmole unterhalb des Felsens.

Das Loreley-Plateau: Besucherzentrum und Freilichtbühne

Das Plateau auf dem Felsen ist über eine Fahrstraße und über Wanderwege zu erreichen. Im barrierefrei gestalteten Besucherzentrum vermitteln eine Ausstellung und ein Film Natur, Geschichte und Mythos der Loreley. Auf dem Felsen liegt außerdem die Loreley-Freilichtbühne, eine international bekannte Open-Air-Bühne, auf der in der Sommersaison Konzerte und Veranstaltungen stattfinden. Wer die Landschaft zu Fuß erkunden möchte, findet im Kultur- und Landschaftspark Loreley Aussichtspunkte über das Rheintal; die Fernwanderwege Rheinsteig und Rheinhöhenweg führen unmittelbar an der Loreley vorbei.

Anreise nach St. Goarshausen

Mit dem Auto erreicht man St. Goarshausen über die B42, die am rechten Rheinufer zwischen Koblenz und Wiesbaden verläuft; von dort führt eine Straße in Richtung Bornich hinauf zum Plateau, wo ein großer Parkplatz zur Verfügung steht. Mit der Bahn ist der Bahnhof St. Goarshausen an der rechten Rheinstrecke der Ausgangspunkt; eine Buslinie verbindet Bahnhof und Plateau. Da im Oberen Mittelrheintal keine Brücke den Fluss quert, verkehrt zwischen St. Goar am linken und St. Goarshausen am rechten Ufer eine Autofähre über den Rhein.

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Weiterführende Quellen