Inhaltsverzeichnis:

Mitten in der Altstadt stürzt der Leukbach über eine Felskante und überwindet dabei knapp 20 Meter zwischen Ober- und Unterstadt. Der Wasserfall ist von mehreren Plattformen am Buttermarkt aus zu sehen, Eintritt kostet er nicht, und dasselbe gilt für die Burgruine auf dem Felsen darüber, die auf das Jahr 964 zurückgeht. Wer zusätzlich auf den Warsberg hinauf will, zahlt für die Sesselbahn 5,00 Euro für die einfache Fahrt und 8,00 Euro für Berg- und Talfahrt. Für Wasserfall, Staden und Burg reicht ein halber Tag, mit Museum, Sesselbahn und einer Weinprobe wird ein ganzer daraus.
Die Anreise ist unkompliziert. Der Bahnhof im Stadtteil Beurig liegt an der Saarstrecke zwischen Koblenz, Trier und Saarbrücken, vom Bahnsteig sind es rund zehn Gehminuten in den Staden am Saarufer. Mit dem Auto führen die B51 zwischen Konz und Merzig sowie die B407 zwischen Perl und Hermeskeil in die Stadt, die etwa 20 Kilometer südwestlich von Trier liegt. Die Hauptpunkte liegen so dicht beieinander, dass Sie das Auto einmal abstellen und den Rest zu Fuß gehen können. Wer bei einem Premium-Gastgeber übernachtet, bekommt ab 6 Jahren das kostenlose VRT-Gästeticket und fährt damit in Bus und Zug der 2. Klasse im gesamten Verbundgebiet.
Der Wasserfall am Buttermarkt und die Mühlen darunter
Natürlichen Ursprungs ist der Wasserfall nicht. Im Mittelalter leiteten die Saarburger das Wasser des Leukbachs durch die Stadt, um Mühlen anzutreiben und Löschwasser bereitzuhalten. Seither fällt der Bach über die Felsstufe zwischen Ober- und Unterstadt, knapp 20 Meter tief und unmittelbar neben den Häuserzeilen. Feste Öffnungszeiten gibt es nicht, mehrere Plattformen am Buttermarkt geben den Blick von oben, von der Seite und aus der Schlucht heraus frei.
Am Fuß des Falls stehen zwei alte Mühlen, in denen heute das Mühlenmuseum und das Amüseum untergebracht sind. Die dreifache Mühlenanlage stammt aus dem 13. Jahrhundert und lief bis 1974; mit 17 PS mahlte sie bis zu einer Tonne Mehl am Tag. Im Amüseum kommen die städtische Galerie und alte Handwerke dazu, hier sitzt auch das Kulturbüro, das die Stadtführungen vergibt. Beide Häuser verlangen Eintritt, Preise stellt die Stadt Saarburg dafür nicht ins Netz; fragen Sie in der Tourist-Information in der Graf-Siegfried-Straße 32 nach, die von Mai bis Oktober auch samstags von 10 bis 14 Uhr besetzt ist.

Über hundert Stufen: die Burgruine von 964 und der Mantelturm
Graf Siegfried I. von Luxemburg ließ die Anlage 964 auf dem Felsen über der Saar errichten, ein Vertrag vom 17. September desselben Jahres nennt sie zum ersten Mal. Der Burgring maß rund 137 Meter in der Länge und bis zu 50 Meter in der Breite. Der Berg erreicht 206,5 Meter, die Stadt unten liegt auf etwa 160 Metern, und genau diese Differenz macht den Aufstieg kurz und den Ausblick weit. Stadtrechte bekam der Ort 1291 von König Rudolf von Habsburg.
Das Burggelände ist ganzjährig frei zugänglich, ein Ticket braucht niemand. Die Stadt kaufte die Ruine 1860 und richtete 1896 im oberen Teil des Mantelturms ein Aussichtsplateau ein. Dorthin führt eine enge Wendeltreppe mit mehr als 100 Stufen, festes Schuhwerk ist sinnvoll, und wer nicht schwindelfrei ist, bleibt besser unten. Denn auch ohne Turm bekommen Sie den Blick: Ein Aufzug erschließt das untere Aussichtsplateau, die Zufahrt zum Parkplatz an der Burg hat Rampen mit höchstens 6 Prozent Steigung.

Der Staden mit den Fischerhäusern und der Glockengießerei Mabilon
Unterhalb des Burgfelsens zieht sich der Staden am rechten Saarufer entlang, das alte Viertel der Fischer und Schiffer. In den Portalen einiger Häuser stecken noch die Berufszeichen der früheren Bewohner, ein Gang durch die Gassen dauert keine halbe Stunde und ist die ruhigere Alternative zum betriebsamen Buttermarkt. Wenige Schritte weiter steht die Pfarrkirche St. Laurentius, die 1854 neugotisch wiederaufgebaut wurde; die Evangelische Kirche von 1893 aus rotem Sandstein und die Wallfahrtskirche St. Marien im Stadtteil Beurig liegen ebenfalls im Fußweg.
An der Adresse Staden 130 goss die Familie Mabilon Glocken, bis die Tradition zum Jahresende 2002 endete. Urbanus Mabilon hatte den Betrieb 1770 gegründet; die Gießstätte blieb unverändert stehen und ist heute als KulturGießerei zugleich Museum und Industriedenkmal. Geöffnet ist montags bis freitags von 9:00 bis 17:00 Uhr sowie sonntags und an Feiertagen von 11:00 bis 17:00 Uhr, samstags bleibt zu, Gruppenführungen sind an diesem Tag aber buchbar. Über die Feiertage schließt die KulturGießerei Saarburg vom 24. bis 27. Dezember 2026 und vom 31. Dezember 2026 bis 3. Januar 2027. Audioguides gibt es in vier Sprachen, dazu Induktionsschleifen im Haus.
Zusammen mit den beiden Mühlen am Wasserfall ergeben sich damit drei Innenräume, die einen Regentag tragen. Wer Industriegeschichte und alte Ortskerne zum Schwerpunkt einer Reise macht, findet weitere Ziele in der Übersicht zu Kultur und Geschichte.

Wie Burgfels, Altstadt und Saarufer zusammenliegen, führt ein Video der Stadt Saarburg vor, das die Anlage über dem Saartal von außen abfährt.
Mit der Sesselbahn 700 Meter hinauf auf den Warsberg
Vom Tal auf die Höhe führt ein offener Sessellift über 700 Meter Strecke, die Talstation liegt Im Erdenbach 43. Die einfache Fahrt kostet Erwachsene 5,00 Euro, Kinder und Jugendliche von 4 bis 14 Jahren zahlen 3,00 Euro; für Berg- und Talfahrt werden 8,00 beziehungsweise 5,00 Euro fällig, Kinder unter 4 Jahren fahren frei, ab 10 Personen gibt es eine Gruppenermäßigung. Oben an der Bergstation liegt die Sommerrodelbahn, die sich mit dem Lift zu einem eigenen Programmpunkt für Familien verbindet.
Der Betrieb läuft von einer Woche vor Ostern bis Ende Oktober, dienstags bis sonntags von 10:00 bis 17:45 Uhr, montags steht die Bahn still. Von Mitte Juli bis Ende August fährt sie täglich. Wer im Winter kommt, nimmt den Warsberg zu Fuß. Praktisch ist die Bahn auch für Radfahrende und für Familien mit Kinderwagen: Sie befördert Fahrräder, Kinderwagen und Rollstühle, an der Bergstation gibt es einen Aufzug. Die aktuellen Zeiten führt die Saar-Obermosel-Touristik.
Saar-Riesling, Weinufer und das Saarweinfest Anfang September
Saarburg gehört zum Weinbaubereich Saar im Anbaugebiet Mosel. Rund 40 Hektar Rebfläche bewirtschaften sieben Betriebe, überwiegend mit Weißwein; eine bekannte Lage heißt Saarburger Rausch. Am Saarradweg liegt das Saarburger Weinufer, wo sich die Winzer monatlich abwechseln und ihre Weine zur Verkostung ausschenken. Zum Einkehren kommen die Cafés und Restaurants am Buttermarkt entlang des Leukbachs sowie das Burgrestaurant auf dem Schlossberg dazu.
Einmal im Jahr wird daraus ein Stadtfest: Das Saarweinfest findet Anfang September statt, 2026 vom 5. bis 7. September. Dann füllen sich Buttermarkt und Uferstraßen, und wer Ruhe sucht, plant den Besuch besser auf einen Werktag außerhalb der Ferien. Auch an Sommerwochenenden wird es an den Plattformen über dem Wasserfall eng, weil alle dieselben zwei, drei Standpunkte ansteuern.
Anreise mit der Bahn, Parken in der Altstadt und Schiffe am Staden
Der Bahnhof Saarburg liegt im Stadtteil Beurig an der Saarstrecke und damit an der durchgehenden Verbindung Koblenz, Trier und Saarbrücken; bis in den Staden sind es rund zehn Gehminuten. Der Verkehrsverbund Region Trier verknüpft die Stadt mit Eifel, Hunsrück, Mosel, Ruwer, Saar und Sauer, 20 Saargau-Buslinien führen unter anderem nach Konz und Trier. Für Übernachtungsgäste ab 6 Jahren ist das VRT-Gästeticket in Bus und Zug kostenlos.
Mit dem Auto kommen Sie über die B51 und die B407 an. Für die Altstadt stehen öffentliche Parkplätze zur Verfügung, von denen aus Sie 5 bis 10 Minuten zu Fuß gehen. Die wenigen Stellplätze direkt an der KulturGießerei sind Menschen mit Behinderung und Senioren vorbehalten, und die Zufahrt dorthin ist durch Pollersysteme umständlich; der Umweg über die öffentlichen Flächen ist deshalb meist der schnellere Weg. Ein eigener Parkplatz liegt an der Burganlage, von dort führt die Zufahrt über die Rampen zur Aufzugsanlage.
Auf dem Wasser hat Saarburg eine Schiffsanlegestelle am rechten Saarufer im Staden. Die Saarpersonenschifffahrt bietet Tages-, Rund- und Linienfahrten an, dazu kommt eine städtische Anlegestelle, an der Hotel- und Fahrgastschiffe bis 110 Meter Länge festmachen. Wer mit dem Rad unterwegs ist, erreicht die Stadt über den Saar-Radweg und den Hunsrück-Radweg; die KulturGießerei liegt direkt an der Route.

Für wen sich Saarburg lohnt
Am meisten holen hier zwei Gruppen heraus. Erstens alle, die wenig ausgeben wollen: Wasserfall, Buttermarkt, Staden und Burgruine kosten zusammen keinen Eintritt, und die Sesselbahn bleibt mit 8,00 Euro für Berg- und Talfahrt überschaubar. Zweitens Kurzbesucher, die von Trier oder von der Mosel herüberkommen und einen halben Tag einplanen: Die Hauptpunkte liegen in einem Umkreis von etwa zehn Gehminuten um den Markt, ein Parkvorgang oder eine Zugfahrt reicht für den ganzen Besuch. Wer sich für Wein interessiert, hat den Weinbaubereich Saar mit rund 40 Hektar und sieben Betrieben unmittelbar vor der Tür.
Weniger passend ist die Stadt, wenn Sie auf Barrierefreiheit angewiesen sind und den Turm sehen wollen: Der Mantelturm ist nur über die enge Wendeltreppe zu erreichen, der Aufzug bringt Sie lediglich auf das untere Plateau. Auch wer einen vollen Tag füllen möchte, stößt an Grenzen, weil der historische Kern in wenigen Stunden begangen ist. Und im Winter fällt ein Teil des Angebots weg: Sesselbahn und Sommerrodelbahn laufen nur von Ostern bis Ende Oktober.
Die passendste Zeit sind der Frühsommer und der September, wenn die Bahn fährt, die Terrassen offen sind und das Saarweinfest ansteht. Wer die Stadt in eine größere Runde einbauen will, findet Anschlussziele in der Übersicht zu Reisen in Deutschland.
Häufige Fragen zu Saarburg
Wie hoch ist der Wasserfall in Saarburg?
Der Leukbach überwindet knapp 20 Meter zwischen Ober- und Unterstadt. Das Wasser wurde im Mittelalter durch die Stadt geleitet, um Mühlen anzutreiben und Löschwasser bereitzustellen.
Zu sehen ist der Fall von mehreren Plattformen am Buttermarkt, der Zugang ist frei und an keine Uhrzeit gebunden.
Kostet die Burg Saarburg Eintritt?
Nein, das Burggelände ist ganzjährig frei zugänglich. Die erste urkundliche Erwähnung datiert auf den 17. September 964.
Zum Aussichtsplateau im Mantelturm, das 1896 eingerichtet wurde, führen mehr als 100 Stufen über eine enge Wendeltreppe; die Stadt hatte die Ruine 1860 gekauft.
Was kostet die Saarburger Sesselbahn?
Die einfache Fahrt kostet Erwachsene 5,00 Euro, Kinder und Jugendliche von 4 bis 14 Jahren 3,00 Euro. Für Berg- und Talfahrt werden 8,00 beziehungsweise 5,00 Euro fällig, Kinder unter 4 Jahren fahren frei.
Die Bahn überwindet 700 Meter bis zur Bergstation auf dem Warsberg und fährt von einer Woche vor Ostern bis Ende Oktober dienstags bis sonntags von 10:00 bis 17:45 Uhr.
Wann hat die Glockengießerei Mabilon geöffnet?
Montags bis freitags von 9:00 bis 17:00 Uhr, sonntags und an Feiertagen von 11:00 bis 17:00 Uhr. Samstags ist geschlossen, Gruppenführungen lassen sich für diesen Tag buchen.
Eintrittskarten laufen über den Ticketshop der KulturGießerei.
Wie kommt man nach Saarburg?
Mit der Bahn bis zum Bahnhof Saarburg im Stadtteil Beurig an der Saarstrecke; von dort sind es rund zehn Gehminuten in den Staden.
Mit dem Auto über die B51 zwischen Konz und Merzig oder die B407 zwischen Perl und Hermeskeil. Die Stadt liegt etwa 20 Kilometer südwestlich von Trier.
In der Umgebung: Saarschleife, Trier und das Moseltal
- Saarschleife mit dem Aussichtspunkt Cloef bei Mettlach, 12 Kilometer: die enge Flussschlinge von oben, von der Cloef aus überblickt.
- Baumwipfelpfad Saarschleife, 12 Kilometer: barrierearmer Steg in den Baumkronen mit Aussichtsturm über derselben Schleife.
- Konz an der Mündung der Saar in die Mosel, 12 Kilometer: der Zusammenfluss beider Flüsse, ab Saarburg gut mit dem Rad zu erreichen.
- Moseltal zwischen Trier und Koblenz, 15 Kilometer: Weinorte, Burgen und Flussschleifen als Anschlussroute für mehrere Tage.
- Trier mit Dom und römischen Baudenkmälern, 18 Kilometer: Dom, Liebfrauenkirche und römische Bauten, per Bahn und Bus direkt verbunden.
Angaben Stand September 2026. Quellen: saarburg.de, Wikipedia/Wikidata, Stadt Saarburg, Saar-Obermosel-Touristik. Preise und Öffnungszeiten ändern sich; bitte vor dem Besuch beim Betreiber prüfen.
