Der Nürburgring

Der Nürburgring ist eine der bekanntesten Rennstrecken der Welt. Er liegt in der Eifel in Rheinland-Pfalz, rund um die Ortsgemeinde Nürburg mit ihrer namensgebenden Höhenburg, und gehört zur Verbandsgemeinde Adenau im Kreis Ahrweiler. Aus der Verbindung der historischen Nordschleife mit der jüngeren Grand-Prix-Strecke entsteht mit rund 25 Kilometern die längste dauerhafte Rennstrecke der Welt. Der Ring ist dabei weit mehr als eine Rennbahn: Er ist auch ein Ausflugsziel für die ganze Familie.

Nürburgring auf einen BlickZum ausführlichen Reiseprofil
Stärken
Action & Abenteuer 5/5 · Familie & Kinder 4/5
Beste Zeit
Sommer
Aufwand
ganzer Tag · mittleres Budget · drinnen und draußen
Andrang
Hoch bei Großveranstaltungen wie dem 24h-Rennen, sonst unterschiedlich je nach Programm
Luftaufnahme des Nürburgrings in der Eifel mit Grand-Prix-Strecke und Nordschleife
Foto: anonym, Nürburgring Luftaufnahme 2004, Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0
Der Nürburgring auf einen Blick
Lage
Bei der Ortsgemeinde Nürburg in der Eifel, Rheinland-Pfalz (Verbandsgemeinde Adenau, Kreis Ahrweiler)
Eröffnung
18. Juni 1927; Bauzeit 1925 bis 1927
Nordschleife
Rund 20,8 Kilometer lang, Beiname „Grüne Hölle“
Grand-Prix-Strecke
Rund 5,1 Kilometer lang, eröffnet 1984
Kombiniert
Nordschleife und Grand-Prix-Strecke zusammen rund 25 Kilometer – längste dauerhafte Rennstrecke der Welt
Höhepunkte
ADAC 24h-Rennen, Langstreckenserie, Touristenfahrten, Motorsport-Museum ring°werk
Tickets & Termine
Über die offizielle Website des Nürburgrings
Angaben nach Betreiber und öffentlichen Quellen; Streckenlängen gerundet.

Geschichte: gebaut in den 1920er-Jahren

Dass sich der Motorsport in Deutschland früh großer Beliebtheit erfreute, hatten Rennen wie der Gordon-Bennett-Cup gezeigt, der 1904 im nahen Taunus ausgetragen wurde. In der wirtschaftlich schwachen Eifel reifte in den frühen 1920er-Jahren der Plan, eine feste Renn-, Test- und Erprobungsstrecke zu bauen. Das Projekt sollte zugleich Arbeitsplätze schaffen und die abgelegene Region erschließen. Der Bau begann 1925; gut zwei Jahre später, am 18. Juni 1927, wurde die Strecke mit dem Eifelrennen eröffnet. Bei den ersten Rennen am 18. und 19. Juni 1927 traten Motorräder und Automobile an; das Autorennen gewann die spätere Rennsportlegende Rudolf Caracciola.

Die Nordschleife – die „Grüne Hölle“

Das Herzstück des Nürburgrings ist die Nordschleife. Sie schlängelt sich heute über rund 20,8 Kilometer durch die bewaldeten Hügel der Eifel und überwindet dabei deutliche Höhenunterschiede. Enge Kurven, blinde Kuppen und schnelle Passagen machen sie bis heute zu einer der anspruchsvollsten Strecken überhaupt. Der Formel-1-Weltmeister Jackie Stewart prägte in den 1960er-Jahren den Beinamen „Grüne Hölle“, der der Nordschleife bis heute anhaftet. In ihrer ursprünglichen Form war sie mit rund 22,8 Kilometern noch länger; zusammen mit der kleineren Südschleife ergab sich bis 1982 eine Gesamtstrecke von etwa 28,3 Kilometern.

Die Grand-Prix-Strecke und die Formel 1

Nach einem schweren Unfall des Fahrers Niki Lauda 1976 galt die lange Nordschleife für die Formel 1 als zu gefährlich. Deshalb entstand 1984 auf dem Gelände eine moderne, kompakte Grand-Prix-Strecke von zunächst gut viereinhalb Kilometern Länge; heute misst sie rund 5,1 Kilometer. Auf diesem Kurs wurde noch 1984 das erste Formel-1-Rennen gefahren, der damalige Große Preis von Europa. In den folgenden Jahrzehnten war der Ring immer wieder Schauplatz von Formel-1-Läufen unter wechselnden Namen. Das bislang letzte Formel-1-Rennen am Nürburgring war der Große Preis der Eifel am 11. Oktober 2020.

Rennen und Touristenfahrten

Über das Jahr verteilt finden am Nürburgring zahlreiche Motorsport-Veranstaltungen statt. Das bekannteste Rennen ist das ADAC 24h-Rennen, bei dem die Teams eine Nacht und einen Tag lang auf der langen Kombination aus Grand-Prix-Strecke und Nordschleife unterwegs sind. Hinzu kommen die Läufe der Langstreckenserie (früher als VLN bekannt), Oldtimer-Treffen, Motorrad- und Truck-Rennen sowie Konzerte und Festivals. Eine Besonderheit sind die Touristenfahrten: An vielen Tagen im Jahr, wenn kein Rennbetrieb herrscht, darf jede und jeder mit dem eigenen Fahrzeug gegen Gebühr auf die Nordschleife – vom älteren Kleinwagen bis zum Sportwagen. Es handelt sich dabei ausdrücklich nicht um ein Rennen, sondern um öffentliche Fahrten auf eigene Verantwortung.

ring°werk und Erlebniswelt

Wer sich nicht selbst ans Steuer setzen möchte, kommt am Ring trotzdem auf seine Kosten. Direkt an der Grand-Prix-Strecke lädt das Motorsport-Erlebnismuseum ring°werk auf mehreren Tausend Quadratmetern zum Entdecken ein. Rennsimulatoren, historische Siegerfahrzeuge und interaktive Stationen erzählen die Geschichte der Strecke und machen den Besuch besonders für Familien mit Kindern zum Erlebnis. Rund um die Rennstrecke gibt es zudem Hotels, Gastronomie und Aussichtspunkte.

Anreise und praktische Hinweise

Der Nürburgring liegt recht abgelegen in der Eifel, ist mit dem Auto aber gut zu erreichen: Über die Autobahn A1 und A48 sowie Bundesstraßen gelangt man aus Richtung Köln, Koblenz oder Trier in die Region. An Renntagen stehen große Parkflächen bereit, doch bei Großveranstaltungen wie dem 24h-Rennen sollte man genügend Zeit für An- und Abreise einplanen. Da sich Öffnungszeiten, Termine der Touristenfahrten und Eintrittspreise regelmäßig ändern, lohnt vor dem Besuch ein Blick auf die offizielle Website des Nürburgrings. Dort lassen sich auch Tickets für Rennen und Attraktionen buchen.

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Für wen sich der Nürburgring lohnt

Der Nürburgring passt vor allem zu Menschen mit einer Schwäche für Motorsport und Technik. Wer selbst am Steuer sitzen möchte, kann bei den Touristenfahrten mit dem eigenen Fahrzeug auf die Nordschleife, unabhängig davon, ob es sich um einen älteren Kleinwagen oder einen Sportwagen handelt. Auch reine Zuschauer kommen auf ihre Kosten: Rennen wie das ADAC 24h-Rennen, Läufe der Langstreckenserie und Oldtimer-Treffen ziehen über das Jahr verteilt Publikum an. Für Familien mit Kindern bietet das Erlebnismuseum ring°werk mit Rennsimulatoren und historischen Siegerfahrzeugen einen zugänglichen Einstieg, auch ohne eigenes Interesse am Motorsport.

Wer mit Motorsport wenig anfangen kann, findet am Nürburgring wenig Anknüpfungspunkte. Ein historisches Ortsbild oder ein kulinarisches Angebot mit eigenem Profil stehen hier nicht im Vordergrund – die Region lebt fast ausschließlich von der Rennstrecke selbst. Auch wer Ruhe sucht, ist an Renntagen eher fehl am Platz, da der Lärm der Motoren weite Teile des Geländes prägt.

Am ruhigsten lässt sich der Ring an Touristenfahrten-Tagen ohne Großveranstaltung erleben, während rund um das 24h-Rennen mit deutlich mehr Betrieb und entsprechendem Zeitbedarf für An- und Abreise zu rechnen ist. Wer selbst fahren möchte, sollte sich vorab mit den Regeln der Nordschleife vertraut machen, da es sich trotz freier Fahrt ausdrücklich nicht um ein Rennen handelt.

Reiseprofil: Nürburgring
Wofür sich das Ziel eignet
Familie & Kinder
4/5
Action & Abenteuer
5/5
Wellness & Erholung
0/5
Kultur & Geschichte
2/5
Natur & Landschaft
2/5
Wasser & Strand
0/5
Städtetrip & Shopping
0/5
Kulinarik & Genuss
1/5
Preis-Leistung und Fotomotiv
Preis-Leistung
3/5
Fotomotiv
3/5
Beste Reisezeit
Frühling
gut
Sommer
ideal
Herbst
gut
Winter
möglich
Gut zu wissen
Zeitbedarf
Halber bis ganzer Tag – je nach Programm aus Rennstrecke, Museum und Touristenfahrten
Budget
Touristenfahrten, Rennen und Museum kostenpflichtig, Preise variieren je nach Programm
Wetter
Gemischt – Rennstrecke und Gelände im Freien, das Museum ring°werk drinnen
Andrang
Hoch bei Großveranstaltungen wie dem 24h-Rennen, sonst unterschiedlich je nach Programm
Übernachtung
Vor Ort – Hotels direkt rund um die Rennstrecke
Barrierearm / Kinderwagen
Barrierefreiheit vorab beim Betreiber erfragen
Hunde
Vor dem Besuch beim Betreiber prüfen
Anreise
Auto über die Autobahnen A1 und A48
Der Nürburgring ist vor allem für Motorsport-Interessierte attraktiv, kulturell oder kulinarisch hat die Region wenig zu bieten.
Redaktionelle Einschätzung der Inlandstourismus.de-Redaktion, Stand September 2026. Preise, Öffnungszeiten und Andrang können abweichen – Angaben ohne Gewähr.

Offizielle Informationen und Quellen