Labskaus: Norddeutschlands herzhafter Seemannsklassiker

Labskaus gehört zu den bekanntesten Spezialitäten der norddeutschen Küche. Das herzhafte Gericht aus Pökelfleisch, Kartoffeln, Roter Bete und Zwiebeln stammt aus den Hafenstädten des Nordens, allen voran Hamburg und Bremen. Seine kräftig rötliche Farbe und die typischen Beilagen – Spiegelei, Rollmops oder Matjes und Gewürzgurke – machen es unverwechselbar. Ursprünglich war Labskaus schlichte Seemannskost, heute steht es auf den Speisekarten vieler Traditionslokale an der Küste.

Labskaus mit Spiegelei, Rollmops und Roter Bete angerichtet

Was Labskaus ausmacht

Für Labskaus werden Pökelfleisch, meist in Form von Corned Beef, gekochte Kartoffeln, Rote Bete und Zwiebeln zu einer sämigen Masse verarbeitet. Die Rote Bete gibt dem Gericht seine charakteristische rötliche Färbung, die es auf den ersten Blick erkennbar macht. Angerichtet wird Labskaus klassisch mit einem Spiegelei, dazu kommen Rollmops oder Matjes, eine Gewürzgurke und oft noch etwas zusätzliche Rote Bete an den Tellerrand.

Die weiche Konsistenz hat einen praktischen Hintergrund: An Bord der Segelschiffe ließ sich das Gericht auch bei Seegang gut essen. Regionale Rezepte unterscheiden sich dabei deutlich – mancherorts gehört Fisch fest dazu, andernorts wird er nur als Beilage gereicht. Inzwischen finden sich auf manchen Karten auch fischfreie oder vegetarische Varianten.

Labskaus auf einen Blick
Art
Herzhaftes Seemannsgericht der norddeutschen Küche
Ursprung
Hafenstädte im Norden, vor allem Hamburg und Bremen; ursprünglich Proviant auf langen Seereisen
Grundzutaten
Pökelfleisch (oft Corned Beef), Kartoffeln, Rote Bete und Zwiebeln, zu einer sämigen Masse verarbeitet
Typische Beilagen
Spiegelei, Rollmops oder Matjes, Gewürzgurke und zusätzliche Rote Bete
Erkennungsmerkmal
Die Rote Bete färbt das Gericht rötlich
Wo probieren
Traditionsgaststätten und Fischlokale in Hamburg, Bremen, Lübeck und an der Nordseeküste
Regionale Rezepte unterscheiden sich; die Angaben beschreiben die klassische norddeutsche Variante.

Herkunft: ein Gericht der Seefahrer

Labskaus entstand als Proviant auf langen Seereisen. In einer Zeit ohne Kühlmöglichkeiten waren haltbar gemachte Zutaten wie Pökelfleisch, eingelegter Hering und Rote Bete an Bord unverzichtbar. Aus diesen Vorräten ließ sich ein sättigendes Gericht zubereiten, das die Mannschaft satt machte und sich gut lagern ließ.

Verbreitet war die Seemannskost in vielen Hafenstädten rund um Nord- und Ostsee. Der Name taucht in ähnlicher Form auch andernorts auf: Das englische „lobscouse“ und der Begriff „Scouse“ aus Liverpool gehen auf dasselbe Seefahrergericht zurück. In Norddeutschland hat sich Labskaus als regionale Spezialität bis heute gehalten.

Teller mit norddeutschem Labskaus

Wo man Labskaus probieren kann

Wer Labskaus original probieren möchte, wird vor allem in Hamburg und Bremen fündig. In beiden Städten servieren traditionelle Gaststätten und Fischlokale das Gericht, ebenso viele Restaurants entlang der Nordseeküste und auf den Inseln. Häufig steht Labskaus als deftige Hauptspeise auf der Karte – gut zu verbinden mit einem Bummel über den Hamburger Hafen oder durch die Altstadt am Bremer Rathaus.

Zur norddeutschen Küche gehören noch viele weitere Klassiker. Am Hafen lohnt sich zum Beispiel ein Fischbrötchen, und als Nachtisch ist die Rote Grütze ein echtes Stück Norddeutschland.

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Quellen