
Der Hamburger Hafen ist der größte Seehafen Deutschlands und zugleich ein beliebtes Ausflugsziel in der Hansestadt. Er liegt an der Unterelbe, rund 100 Kilometer vom offenen Meer entfernt, und ist über die Fahrrinne der Elbe auch für große Frachter erreichbar. Seit Langem trägt er den Beinamen „Tor zur Welt“.
Die Ursprünge des Hafens reichen bis ins Jahr 1189 zurück, als Hamburg der Überlieferung nach ein Hafenprivileg erhielt; bis heute erinnert der jährliche Hafengeburtstag an dieses Datum. Neben seiner Rolle als Handels- und Umschlagplatz ist der Hafen für den Tourismus von großer Bedeutung: Entlang des Elbufers reihen sich zahlreiche Sehenswürdigkeiten, die sich zu Fuß oder bei einer Hafenrundfahrt erkunden lassen.
Zentraler Anlaufpunkt sind die St. Pauli-Landungsbrücken. Von hier starten Fahrgastschiffe und Barkassen zu Hafenrundfahrten durch die Becken und Fleete des Hafens. In unmittelbarer Nähe liegen zwei Museumsschiffe vor Anker: der historische Dreimaster „Rickmer Rickmers“ und der Stückgutfrachter „Cap San Diego“. Beide lassen sich von innen und außen besichtigen.
Der Hamburger Hafen ist ein Arbeitshafen: Von den Aussichtspunkten am Elbufer lassen sich Containerbrücken, Docks sowie ein- und auslaufende Schiffe beobachten. Regelmäßig machen auch große Kreuzfahrtschiffe an den Terminals fest, was besonders bei den Auslaufparaden viele Schaulustige anzieht.
Zu einem Rundgang gehört für viele Besucher der Alte Elbtunnel. Der 1911 eröffnete St. Pauli-Elbtunnel führt unter der Elbe hindurch von den Landungsbrücken zur Elbinsel Steinwerder. Durch die mit Kacheln verkleideten Röhren gelangen Fußgänger und Radfahrer auf die andere Flussseite, von der aus sich ein weiter Blick auf die Stadtsilhouette und die Kräne des Hafens öffnet.
Etwas flussabwärts, im Stadtteil Altona, liegt der Hamburger Fischmarkt. Sonntags in aller Frühe preisen dort die „Marktschreier“ ihre Waren an. Direkt daneben steht die Fischauktionshalle aus dem späten 19. Jahrhundert, die einst dem Fischhandel diente und heute als Veranstaltungsort genutzt wird.
Rund um den Hafen liegen weitere bekannte Ziele. Die von Kanälen durchzogene Speicherstadt gehört gemeinsam mit dem benachbarten Kontorhausviertel zum UNESCO-Welterbe. In einem ihrer Speicher ist das Miniatur-Wunderland untergebracht, die größte Modelleisenbahnanlage der Welt. Angrenzend entstand mit der HafenCity ein modernes Stadtviertel, dessen auffälligstes Bauwerk die Elbphilharmonie ist – ein Konzerthaus auf dem Sockel des früheren Kaiserspeichers.
Der größte Teil des Hafengeländes lässt sich frei erkunden; für Hafenrundfahrten, Museumsschiffe und Konzerte gelten eigene Öffnungszeiten und Preise, die sich vorab prüfen lassen. Einen Überblick über Anreise und aktuelle Veranstaltungen bietet das Stadtportal hamburg.de. Wer die maritime Seite Norddeutschlands weiter entdecken möchte, findet in der Hansestadt Lübeck ein verwandtes Ziel.
Für wen sich der Hamburger Hafen lohnt
Der Hamburger Hafen eignet sich besonders für Besucherinnen und Besucher, die maritimes Flair und einen aktiven Arbeitshafen erleben möchten. Von den St. Pauli-Landungsbrücken lassen sich Hafenrundfahrten unternehmen, die Museumsschiffe Rickmer Rickmers und Cap San Diego besichtigen und einlaufende Kreuzfahrtschiffe sowie Containerbrücken beobachten. Auch kulturell Interessierte kommen auf ihre Kosten: Die Speicherstadt gehört zusammen mit dem Kontorhausviertel zum UNESCO-Welterbe, und mit der Elbphilharmonie in der angrenzenden HafenCity liegt ein markantes modernes Bauwerk in unmittelbarer Nähe. Da sich der größte Teil des Hafengeländes frei erkunden lässt, ist der Besuch auch mit knappem Budget möglich.
Wer dagegen Ruhe oder unberührte Natur sucht, ist am Hamburger Hafen weniger richtig – es handelt sich um einen belebten, industriell geprägten Ort mit viel Betrieb. Auch für reine Badeausflüge eignet sich der Hafen nicht, da er dem Schiffsverkehr und nicht dem Baden dient.
Besonders lohnenswert ist ein Besuch, wenn Kreuzfahrtschiffe ein- oder auslaufen, da die Auslaufparaden viele Schaulustige anziehen, sowie sonntags in aller Frühe, wenn auf dem Fischmarkt in Altona die Marktschreier ihre Waren anpreisen. Für Hafenrundfahrten und den Besuch der Museumsschiffe lohnt es sich, die jeweiligen Öffnungszeiten vorab zu prüfen, da diese von der freien Zugänglichkeit des übrigen Hafengeländes abweichen.