Inhaltsverzeichnis:
Fehmarn ist die drittgrößte Insel Deutschlands und liegt in der Ostsee vor der Küste Schleswig-Holsteins; nur Rügen und Usedom sind größer. Weil die Insel zu den sonnenreichsten Ecken des Landes zählt, trägt sie den Beinamen „Sonneninsel“. Seit 1963 führt die Fehmarnsundbrücke vom Festland auf die Insel, sodass Fehmarn mit Auto und Bahn ohne Fähre erreichbar ist. Flache Sandstrände im Süden, Steilküsten im Osten und weite Blicke über den Sund im Westen machen die Insel abwechslungsreich – ein Ziel für Badegäste, Radfahrende und Wassersportler gleichermaßen.

Lage und Anreise: über die Brücke ohne Fähre
Fehmarn gehört zum Kreis Ostholstein in Schleswig-Holstein und ist über die Fehmarnsundbrücke fest mit dem Festland verbunden. Mit dem Auto folgen Sie der A1, die bei Heiligenhafen in die B207 übergeht und über die Brücke auf die Insel führt. Die Strecke ist Teil der Vogelfluglinie, der kürzesten Landverbindung zwischen Hamburg und Kopenhagen. Auch mit der Bahn ist die Anreise unkompliziert: Züge fahren über Hamburg oder Lübeck nach Burg und weiter zum Fährhafen Puttgarden. Von dort setzt die Fähre über den Fehmarnbelt ins dänische Rødby über – für die Weiterreise nach Skandinavien, nicht für die Fahrt auf die Insel selbst. Künftig soll ein Absenktunnel unter dem Fehmarnbelt die Insel direkt mit dem dänischen Lolland verbinden; der Bau dieser kombinierten Straßen- und Eisenbahnverbindung hat begonnen.

Die Fehmarnsundbrücke selbst ist zum Wahrzeichen der Insel und ganz Schleswig-Holsteins geworden und steht heute unter Denkmalschutz. Über den Fehmarnsund führt sie sowohl Straße als auch Schiene und besitzt zusätzlich einen Gehweg, sodass sich das Bauwerk auch zu Fuß überqueren lässt.
Ein Blick in die Geschichte
Vor mehreren Jahrtausenden trennten ein steigender Meeresspiegel und eine Landsenkung Fehmarn vom Festland. Im Mittelalter siedelten hier zunächst slawische Bevölkerungsgruppen, später gehörte die Insel über lange Zeit zu Dänemark. Im 15. Jahrhundert nutzten zeitweise die als Vitalienbrüder bekannten Seeräuber die Insel als Stützpunkt. 1864 kam Fehmarn schließlich zu Preußen. Ein Einschnitt in jüngerer Zeit war 1963 die Eröffnung der Fehmarnsundbrücke, die das lange abgeschiedene Eiland an das Verkehrsnetz anband. 2003 schlossen sich alle Gemeinden der Insel zur Stadt Fehmarn zusammen, die heute das gesamte Inselgebiet umfasst. Ein Kapitel Musikgeschichte schrieb Fehmarn im September 1970: Beim Love-and-Peace-Festival gab Jimi Hendrix hier eines seiner letzten Konzerte, wenige Tage vor seinem Tod.
Burg: der Hauptort der Insel
Der größte Ort und das Zentrum der Insel ist Burg auf Fehmarn, ein Ostseeheilbad mit Fußgängerzone, Geschäften und Cafes. Am südlichen Ende des Marktplatzes steht das markante Rathaus mit seinen Türmen und Giebeln; es wurde 1901 errichtet und beherbergt die Inselverwaltung. Über dem Eingang zeigt das Stadtwappen eine von Wasser umgebene Ringmauer und ein Nesselblatt.

Nur wenige Schritte entfernt erhebt sich die St.-Nikolai-Kirche, eine der ältesten Kirchen der Insel. Der Bau begann im 13. Jahrhundert und zog sich über mehrere Jahrhunderte hin, weshalb sich romanische und gotische Elemente mischen. Im Inneren zählt ein bronzenes Taufbecken aus dem 14. Jahrhundert zu den ältesten Stücken; der Glockenturm lässt sich im Rahmen von Führungen besteigen.

Natur und Sehenswürdigkeiten
Im Südwesten steht der Leuchtturm Flügge, der höchste Leuchtturm der Insel. Er wurde 1915 erbaut und kann von innen bestiegen werden; von oben reicht der Blick über das Naturschutzgebiet Krummsteert und die Meeresbucht Sulsdorfer Wiek mit ihren Salzwiesen und Flachwasserzonen. An der Nordküste westlich von Puttgarden liegt das Naturschutzgebiet Grüner Brink, wo sich hinter einem Deich Binnenseen gebildet haben. Sie sind zu einem wichtigen Rast- und Brutplatz für Wasservögel geworden, darunter viele Durchzügler aus Skandinavien.

Ein beliebtes Ziel bei jedem Wetter ist das Meereszentrum Fehmarn in Burg, eine große Meerwasseranlage mit Korallengarten, einem Rifftunnel und Haibecken. Im Hafen von Burgstaaken lädt außerdem ein U-Boot-Museum dazu ein, das ausgestellte U-Boot U 11 von innen zu besichtigen und einen Eindruck vom Leben auf engem Raum zu gewinnen.
Strände und Küsten
Die Küste Fehmarns ist erstaunlich vielseitig. Die wichtigsten Badestrände liegen im Süden rund um Burgtiefe, wo sich am Südstrand eine lange Promenade entlangzieht. Im Norden und Osten wechseln sich ruhige Buchten und Steilküsten ab, an denen die Ostsee unmittelbar an Land reicht. Wer es abgelegener mag, findet an den Rändern der Naturschutzgebiete stille Abschnitte mit Dünen und Salzwiesen. So lässt sich ein Tag am Strand gut mit einem Spaziergang oder einer Radtour verbinden.
Wasser- und Windsport
Dank ihrer Lage und der oft frischen Brise ist Fehmarn ein bekanntes Revier für Wasser- und Windsport. Besonders die Halbinsel Wulfener Hals im Südosten zieht Surfer, Kitesurfer und Segler an; rund um Burgtiefe und den Südstrand gibt es Verleihstationen und Kurse. Auch zum Radfahren eignet sich die flache Insel gut: Wege führen an der Küste entlang, durch Felder und zu den kleinen Orten im Inselinneren.
Beste Reisezeit
Für Strand und Baden sind die Sommermonate die beste Zeit; dann erreicht das Ostseewasser die höchsten Temperaturen, bleibt aber auch im Hochsommer eher erfrischend. Frühjahr und Herbst sind ruhiger und eignen sich gut für Radtouren und lange Spaziergänge, während der Winter an der Küste stürmisch werden kann. Ihrem Ruf als „Sonneninsel“ wird Fehmarn vor allem im Sommerhalbjahr gerecht, wenn sie zu den freundlicheren Wetterecken an der deutschen Ostseeküste zählt.
Weitere Ostsee-Reiseziele
- Rügen – die größte Insel Deutschlands
- Usedom, die zweite Sonneninsel der Ostsee
- Ostsee-Urlaub mit Kindern