Seeburg (Kiel)

Die Seeburg am Düsternbrooker Weg liegt gegenüber der Kunsthalle zu Kiel, am Anfang der Kiellinie und direkt an der Kieler Förde. Ursprünglich stand hier ein privates Landhaus; 1907 erwarb die Kieler Christian-Albrechts-Universität das Grundstück und ließ ein Studentenhaus errichten. Es gilt als erstes Studentenhaus Deutschlands. Heute nutzt die Universität das Gebäude vor allem als Büro- und Veranstaltungsfläche.

Eine Burg im herkömmlichen Sinne ist die Seeburg nicht. Ihren Namen verdankt sie der wehrhaft wirkenden Erscheinung und der Lage am Wasser.

Seeburg Kiel von der Fördeseite
Marlo Döhler, Seeburg Kiel (Fördeseite), CC BY-SA 3.0 DE
Seeburg Kiel auf einen Blick
Lage
Düsternbrooker Weg 2, am Anfang der Kiellinie an der Kieler Förde, gegenüber der Kunsthalle zu Kiel
Bauzeit
Studentenhaus 1909–1910 (Architekt Theodor Fischer); Vorgänger-Landhaus 1783/84
Frühere Nutzung
Erstes Studentenhaus Deutschlands, später Wohnheim sowie Mensa und Restaurant (bis 2012)
Heutige Nutzung
Büro- und Veranstaltungsfläche der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel
Umgebung
Uferpromenade Kiellinie, Kieler Förde, Kunsthalle zu Kiel
Redaktioneller Überblick. Aktuelle Nutzung und Vermietung nennt die Universität auf der offiziellen Seite der Seeburg.

Historie

Wo heute die Seeburg steht, ließ der königlich dänische Landbaumeister Johann Adam Richter 1783/84 ein Landhaus errichten – einen repräsentativen zweigeschossigen Backsteinbau am Ufer. Wegen seiner gedrungenen Form trug das Haus schon damals im Volksmund den Namen Seeburg. Anfang des 19. Jahrhunderts ging das Anwesen an die Grafen zu Rantzau über.

Gräfin Charlotte Rantzau machte die Seeburg zu einem geistigen Treffpunkt Kiels. 1907 erwarb die Universität das Grundstück; der alte, vom Hausschwamm befallene Bau wurde abgerissen. Den Neubau entwarf der Architekt Theodor Fischer. Nach der Grundsteinlegung 1909 wurde das Studentenhaus am 12. November 1910 eingeweiht. Es bot Studierenden Wohn- und Aufenthaltsräume und gilt als erstes Studentenhaus Deutschlands; 1913 kam eine Kegelbahn hinzu.

Im Zweiten Weltkrieg wurde die Seeburg bei Luftangriffen schwer beschädigt. Von 1958 bis 1961 baute die Universität das Gebäude wieder auf. In den folgenden Jahrzehnten dienten die Räume unter anderem als Mensa und Restaurant; den Gastronomiebetrieb führte zuletzt das Studentenwerk Schleswig-Holstein, bis er 2012 eingestellt wurde. 1989 war die Seeburg um ein Internationales Begegnungszentrum mit Gästeapartments erweitert worden. Heute nutzt die Christian-Albrechts-Universität das Haus vor allem als Büro- und Veranstaltungsfläche; künftig soll es als „Schaufenster der Wissenschaft“ öffentlich zugänglich werden.

Anreise und Lage

Die Seeburg liegt im Stadtteil Düsternbrook nördlich der Innenstadt, direkt an der Uferpromenade Kiellinie. Mit dem Auto erreichen Sie Kiel über die A215, die in die Innenstadt führt; entlang des Düsternbrooker Weg und der Kiellinie gibt es Parkmöglichkeiten. Wer mit der Bahn anreist, steigt am Kieler Hauptbahnhof aus und fährt mit den Kieler Stadtbussen Richtung Düsternbrook. Entlang der Förde verkehrt zudem die Fördeschifffahrt (SFK), und die Kiellinie lässt sich vom Zentrum aus gut zu Fuß am Wasser erreichen.

Rund um die Seeburg

Rund um die Seeburg lohnt vor allem ein Spaziergang entlang der Kiellinie mit Blick auf die Förde. Gleich gegenüber liegt die Kunsthalle zu Kiel. Die Veranstaltungsräume der Seeburg lassen sich für Tagungen, Seminare und Feiern mieten; die aktuellen Konditionen nennt die Universität auf ihrer offiziellen Seite. Wer Schleswig-Holstein weiter erkunden möchte, findet an der Ostsee etwa die Insel Fehmarn oder die Hansestadt Lübeck mit dem Holstentor; an der Nordseeküste liegt die Insel Sylt.

Beste Reisezeit

Am schönsten zeigt sich die Kiellinie im Sommer und Herbst, wenn die Uferpromenade zum Bummeln einlädt. Wer die Ostseeküste über Kiel hinaus entdecken will, kann den Ausflug mit einem Abstecher nach Rügen verbinden; wer über Hamburg anreist, plant dort gern einen Zwischenstopp am Hamburger Hafen ein.

Quellen und weiterführende Links