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Norderney ist mit einer Fläche von 26 Quadratkilometern die zweitgrößte ostfriesische Insel in der Nordsee. Als Teil des Nationalparks Niedersächsisches Wattenmeer ist sie nur über das Wattenmeer vom Festland aus erreichbar. Anders als bei der Nachbarinsel Juist, die nur bei ausreichend Hochwasser angesteuert werden kann, halten Bagger die Fahrrinne zum Norderneyer Hafen frei. Zusammen mit den Strömungsverhältnissen sorgt das dafür, dass Norderney das ganze Jahr über gezeitenunabhängig mit der Fähre angefahren wird.
Für die Anreise haben Sie mehrere Möglichkeiten: die Fähre ab Norddeich Mole, die Kombination aus Auto und Fähre, die Bahn, das Flugzeug oder das eigene Boot. Die folgende Übersicht ordnet die Varianten ein, danach gehen wir auf jede im Detail ein.
Mit der Fähre nach Norderney
Die Fähren der Reederei Norden-Frisia verkehren mehrmals täglich zwischen Norddeich Mole und Norderney; in der Hauptsaison ist der Takt besonders dicht. Die Überfahrt dauert je nach Wind und Wetter rund 50 Minuten. Weil die Verbindung gezeitenunabhängig ist, richten sich die Abfahrten nach einem festen Fahrplan und nicht nach Ebbe und Flut. Auf der Fahrt durch das Wattenmeer sehen Sie mit etwas Glück Seehunde, die sich auf den Sandbänken ausruhen.
Ein wichtiger Hinweis: An Bord der Fähre werden keine Tickets verkauft. Kaufen Sie Ihre Karte daher vorab online oder am Schalter der Reederei am Fährterminal.
Fahrpreise und Fahrzeiten
Es gibt Hin- und Rückfahrttickets sowie Tageskarten für den Tagesausflug, dazu ermäßigte Tarife für Kinder und eigene Karten für Hunde und Fahrräder. Preise und Abfahrtszeiten ändern sich saisonal und werden hier bewusst nicht genannt, damit keine veralteten Angaben stehen bleiben. Den aktuellen Fahrplan und die gültigen Preise finden Sie direkt bei der Reederei Norden-Frisia.
Die NorderneyCard
Das Fährticket ist zugleich die NorderneyCard und gilt in Kooperation mit dem Staatsbad Norderney als Kurkarte. Bei der Ankunft im Hafen wird die Karte aktiviert und bringt Ihnen auf der Insel Ermäßigungen und Zusatzangebote, etwa beim Buchen von Strandkörben am Weststrand. Wer die Überfahrt online bucht, kann die Kurkarte gleich mitbestellen. Ihren Gästebeitrag zahlen Sie am Ende des Aufenthalts bei der Tourist-Information im Conversationshaus oder an einem der Automaten.
Mit dem Auto ans Festland und Parken
Mit dem Auto erreichen Sie Norddeich Mole am besten über die Autobahn bis Emden-Nord und weiter über die B210 und die B72 bis Norddeich. Wichtig zu wissen: Auf der Insel selbst ist der Pkw-Verkehr stark eingeschränkt, um Gäste und Bewohner vor Lärm und Abgasen zu schützen. Der gesamte Ostteil gehört zum Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer und ist als Ruhezone auch für Fahrräder gesperrt.
Für die meisten Gäste ist es deshalb am einfachsten, das Auto am Festland stehen zu lassen. In Norddeich stehen dafür die großen Parkplätze der Reederei Frisia zur Verfügung; ein Shuttlebus bringt Sie von dort zum Fähranleger. Daneben gibt es Parkangebote weiterer Anbieter sowie einige kostenlose Parkmöglichkeiten in Norddeich.
Wer sein Fahrzeug dennoch mitnehmen möchte, kann es auf der Fähre verladen lassen. Für die Pkw-Überfahrt ist eine Reservierung vorab zwingend erforderlich; Buchung, Fahrzeugklassen und Preise regelt die Reederei Norden-Frisia. Auf der Insel dürfen Sie nach der Ankunft zum Quartier fahren und das Gepäck ausladen, danach muss das Auto auf einem Parkplatz abgestellt werden. Gebührenfrei, aber unbewacht sind die Parkplätze am Oststrand, am FKK-Strand und am Ostheller.

Mit der Bahn nach Norddeich Mole
Bequem geht es mit dem Zug: Der Bahnhof Norddeich Mole liegt direkt am Fähranleger und wird von Regional- und Intercity-Zügen der Deutschen Bahn bedient. Kommt der Zug an, sind es nur wenige Meter bis zur gegenüberliegenden Fähre. Am besten lösen Sie ein durchgehendes Ticket inklusive Fähre bis Norderney; die NorderneyCard erhalten Sie dann bei der Kontrolle im Hafen. Falls die Fähre nicht im Bahnticket enthalten ist, kaufen Sie das Fährticket am Terminal neben der Anlegestelle.
Wer ohne Gepäck reisen möchte, nutzt den Gepäckservice der Deutschen Bahn, der die Koffer von Haus zu Haus bringt.

Mit dem Flugzeug nach Norderney
Für Eilige ist der Flug die schnellste Variante. Vom Flugplatz Norddeich aus fliegt die FLN Frisia-Luftverkehr GmbH zum Flugplatz Norderney; die reine Flugzeit beträgt nur wenige Minuten. Weiter entfernte Flugplätze werden individuell im Charterverkehr angebunden.

Mit dem eigenen Boot
Im Yachthafen Norderney stehen rund 250 Liegeplätze für Segel- und Motorboote bereit. Wer ein eigenes Boot hat, kann die Insel also selbst ansteuern. Der Hafen liegt günstig zum Ortszentrum, sodass Einkäufe und der Weg in die Gastronomie kurz sind.
Unterwegs auf der Insel
Nach der Ankunft im Hafen fahren Busse zu den Unterkünften. Der öffentliche Nahverkehr auf Norderney ist gut ausgebaut: Mit der Ringbuslinie kommen Sie im Ort überall hin, zur Weißen Düne fahren Sie mit dem Inselbus. Mit der NorderneyCard gelten ermäßigte Fahrpreise. Teile des Verkehrs werden inzwischen batterieelektrisch und damit lokal abgasfrei betrieben.
Mehr über Norderney auf inlandstourismus.de
- Norderney: die Insel im Überblick
- Wattwanderung auf Norderney
- Weiße Düne Norderney
- Der Leuchtturm von Norderney
- Insel Juist: die Nachbarinsel
Für wen sich ein Aufenthalt auf Norderney lohnt
Ein Aufenthalt auf Norderney passt gut zu Reisenden, die eine autofreie, ruhige Insel mit Kurbad-Charakter schätzen und dafür eine unkomplizierte Anreise erwarten. Da die Fähre gezeitenunabhängig verkehrt, lässt sich die Überfahrt ganzjährig fest planen, anders als bei Nachbarinseln, die von Ebbe und Flut abhängen. Wer ohne eigenes Auto reist, profitiert von der direkten Bahnanbindung bis zum Fähranleger in Norddeich Mole und vom gut ausgebauten Ringbus auf der Insel, während Eilige mit dem Kleinflugzeug in wenigen Minuten übersetzen können.
Weniger passend ist Norderney für alle, die ihr Auto durchgehend nutzen möchten. Der Pkw-Verkehr auf der Insel ist stark eingeschränkt, der gesamte Ostteil gehört als Ruhezone zum Nationalpark und ist auch für Fahrräder gesperrt. Wer spontan an Bord der Fähre ein Ticket kaufen möchte, wird ebenfalls enttäuscht, da der Verkauf ausschließlich vorab online oder am Terminal erfolgt.
Am unkompliziertesten verläuft die Anreise, wenn Sie Ihr Ticket frühzeitig buchen, besonders in der Hauptsaison, wenn der Fährtakt zwar dichter ist, aber auch mehr Reisende unterwegs sind. Wer sein Auto mitnehmen möchte, sollte die Pkw-Überfahrt rechtzeitig reservieren, da die Kapazität begrenzt ist; wer es am Festland stehen lässt, findet in Norddeich ausreichend Parkmöglichkeiten samt Shuttlebus zum Anleger.