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Der Englische Garten zählt zu den größten innerstädtischen Parkanlagen der Welt und prägt den Nordosten von München am Westufer der Isar. Mit weiten Wiesen, Waldstücken und Wasserläufen ist er weit mehr als eine Grünfläche und gehört für viele Münchnerinnen und Münchner zum Alltag. Seit den 1960er-Jahren teilt der Isarring, eine vierspurige Hauptverkehrsstraße, das Gelände in einen stadtnahen Südteil und einen weitläufigeren, ruhigeren Nordteil.
Geschichte
Angelegt wurde der Park ab 1789. Die Idee ging auf Benjamin Thompson zurück, den späteren Reichsgrafen von Rumford, der im Dienst von Kurfürst Karl Theodor stand. Zunächst als Militärgarten gedacht, war die Anlage von Anfang an auch der Allgemeinheit zugänglich. Die gärtnerische Gestaltung übernahmen Friedrich Ludwig von Sckell und Reinhard von Werneck. Weil das Gelände dem Vorbild englischer Landschaftsparks folgt, trägt es den Namen Englischer Garten. In den folgenden Jahrzehnten kamen weitere Wege, Wiesen und Bauwerke hinzu.
Sport und Freizeit
Der Park bietet viel Platz für Bewegung. Jogger und Radfahrer nutzen das weit verzweigte Wegenetz, auf den großen Wiesen wird Frisbee gespielt oder eine Slackline zwischen den Bäumen gespannt, und die Bolzplätze laden zu einer Runde Fußball ein. Am südlichen Rand sorgt die Eisbachwelle für ein bekanntes Bild: Auf der stehenden Welle des Eisbachs surfen geübte Sportler mitten in der Stadt. Ruhiger geht es am Kleinhesseloher See zu, wo sich ein Ruder- oder Tretboot leihen lässt. Der Schwabinger Bach bietet eine sanftere Abkühlung als der reißende Eisbach. Im Norden trifft man auf Yoga- und Tai-Chi-Gruppen sowie auf mehrere Reitwege. Im Winter laden der zugefrorene See zum Schlittschuhlaufen und der Hügel am Monopteros zum Rodeln ein. Der Garten ist frei zugänglich und kostet keinen Eintritt.
Biergärten
Zum Englischen Garten gehören mehrere Biergärten. Der Biergarten am Chinesischen Turm zählt zu den größten und bekanntesten der Stadt; hier sitzt man im Schatten der Bäume oft bis in den Abend. Am Kleinhesseloher See liegt das Seehaus mit Blick über das Wasser. Weiter nördlich folgen der Biergarten Hirschau, der Aumeister als nördlichster Biergarten des Parks sowie das Mini-Hofbräuhaus. Eine bekannte Adresse für bayerische Gemütlichkeit in der Innenstadt ist zudem das Hofbräuhaus München.
Bauwerke
Der Monopteros, ein tempelartiger Rundbau auf einem Hügel, bietet einen weiten Blick über den Park und die Stadt. Ein Wahrzeichen ist der Chinesische Turm, an dessen Fuß ein Karussell im Biedermeierstil steht. Auf einer künstlich angelegten Insel im Schwabinger Bach liegt das Japanische Teehaus, in dem jedes Jahr ein Japanfest stattfindet. Das Rumford-Schlösschen dient heute als Kultur- und Naturtreff für Jugendliche.
Der Südteil grenzt an die Innenstadt und ist zu Fuß, mit dem Rad und über den öffentlichen Nahverkehr gut erreichbar. Wer weitere Ziele in München und Umgebung sucht, wird beim Deutschen Museum, im Tierpark Hellabrunn und bei einem Ausflug zur Zugspitze fündig. Hintergründe zur Pflege der historischen Anlage bietet die Bayerische Schlösserverwaltung.
Für wen sich der Englische Garten lohnt
Der Englische Garten eignet sich vor allem für sportlich aktive Besucherinnen und Besucher sowie für alle, die Freizeit im Freien mit bayerischer Geselligkeit verbinden möchten. Das weitläufige Wegenetz lädt zum Joggen und Radfahren ein, auf den großen Wiesen wird Frisbee gespielt, und an der Eisbachwelle zeigen geübte Sportler ihr Können beim Surfen mitten in der Stadt. Wer den Tag ausklingen lassen möchte, findet mit dem Biergarten am Chinesischen Turm, dem Seehaus am Kleinhesseloher See oder der Hirschau und dem Aumeister mehrere bekannte Adressen für bayerische Geselligkeit im Freien.
Wer dagegen ein dichtes Kulturprogramm mit Museen oder Baudenkmälern sucht, findet im Englischen Garten nur wenig – Monopteros, Chinesischer Turm und Japanisches Teehaus sind eher Ausflugspunkte im Park als eigenständige Sehenswürdigkeiten. Auch bei schlechtem Wetter verliert der Park einen Großteil seines Reizes, da er fast ausschließlich im Freien liegt.
Am meisten lohnt sich ein Besuch an warmen Tagen, wenn Bootsverleih, Biergärten und Liegewiesen genutzt werden können; im Winter ziehen der zugefrorene See zum Schlittschuhlaufen und der Hügel am Monopteros zum Rodeln eine andere Zielgruppe an. Wer Ruhe sucht, weicht in den weitläufigeren Nordteil aus, während der stadtnahe Südteil an sonnigen Wochenenden meist deutlich belebter ist.