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Der Döner Kebab gehört zu den bekanntesten Imbissgerichten in Deutschland. In fast jeder Innenstadt, an Bahnhöfen und in Wohnvierteln finden sich Läden, die Fleisch vom Drehspieß in aufgeschnittenem Fladenbrot verkaufen. Was als Angebot türkischer Einwanderer begann, ist heute ein selbstverständlicher Teil des Essalltags vieler Menschen.
Was den Döner ausmacht
Kern des Gerichts ist der senkrechte Drehspieß: Übereinandergeschichtete, gewürzte Fleischscheiben drehen sich vor einer Hitzequelle und werden von außen nach und nach dünn abgeschnitten. Das Fleisch kommt zusammen mit Salat – meist Weißkohl, Tomaten, Zwiebeln und Gurke – in ein aufgeschnittenes, angewärmtes Fladenbrot. Dazu gehören verschiedene Saucen, klassisch eine Joghurt- oder Kräutersauce, eine Knoblauchsauce und eine scharfe Variante.
Verwendet werden je nach Anbieter Kalb, Rind, Hähnchen oder Pute. Neben der Variante im Fladenbrot sind auch der Dönerteller mit Beilagen und die Dürüm-Rolle im dünnen Yufka-Teigfladen verbreitet. Daneben haben sich vegetarische Varianten mit Falafel oder gebratenem Gemüse etabliert.
Türkische Wurzeln und die Berliner Imbissvariante
Die Zubereitung von Fleisch am senkrechten Drehspieß stammt aus der türkischen beziehungsweise osmanischen Küche. Als früher Vertreter dieser Zubereitungsart gilt der im 19. Jahrhundert in Bursa entstandene İskender Kebap. Die genaue Entstehung lässt sich allerdings nicht eindeutig belegen, und einzelne Zuschreibungen an bestimmte Personen sind umstritten.
Die heute in Deutschland verbreitete Form – Fleisch vom Spieß gemeinsam mit Salat und Sauce in ein Fladenbrot gefüllt und zum Mitnehmen verkauft – entstand nach überlieferter Darstellung in den 1970er-Jahren in Berlin. Häufig genannt wird Kadir Nurman, der 1972 an einem Stand am Bahnhof Zoo Döner in dieser Form anbot. Wer den Imbiss zuerst so verkaufte, ist nicht abschließend geklärt; auch andere Namen werden in diesem Zusammenhang angeführt. Nurman, der 2013 starb, wird oft als einer der Wegbereiter des Döners in Deutschland gewürdigt.
In Berlin gehört der Döner heute so selbstverständlich zum Stadtbild wie Wahrzeichen etwa das Brandenburger Tor oder der Checkpoint Charlie. Als schnelles Essen für unterwegs steht er neben anderen Imbissklassikern wie der Currywurst und der Bratwurst.
Teil der deutsch-türkischen Imbisskultur
Über die Jahrzehnte ist der Döner zu einem festen Bestandteil der deutschen Imbisskultur geworden und steht zugleich für den Beitrag türkischer Einwanderer zur Gastronomie des Landes. Der in Deutschland verbreitete Döner unterscheidet sich dabei von den Varianten in der Türkei, etwa durch das gefüllte Fladenbrot und die Saucen. Versuche, den deutschen Döner in der Türkei zu etablieren, verliefen deshalb nicht immer erfolgreich.
Weil der Döner so weit verbreitet ist, spielt die Qualität der Zutaten eine wichtige Rolle. Der Verband türkischer Dönerhersteller in Europa (ATDID) setzt sich für einheitliche Standards bei der Herstellung ein. In den vergangenen Jahren gab es zudem Bestrebungen, auf europäischer Ebene festzulegen, was unter einem Döner zu verstehen ist.
Ob als schneller Snack zwischendurch oder als vollständige Mahlzeit auf dem Teller – der Döner Kebab zeigt, wie ein aus der Türkei stammendes Gericht in Deutschland eine eigene Ausprägung gefunden hat und zu einem alltäglichen Teil der Esskultur geworden ist.

