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117,5 Meter hoch, 67,6 Meter im Durchmesser und innen vollkommen leer: Der frühere Gasspeicher an der Neuen Mitte Oberhausen dient seit dem Umbau von 1993 bis 1994 als Ausstellungshalle, und die leere Röhre ist dabei das größte Ausstellungsstück. Erwachsene zahlen an der Kasse 14,00 Euro, ermäßigt sind es 11,00 Euro, Kinder unter sechs Jahren kommen frei hinein. Geöffnet ist dienstags bis sonntags von 10 bis 18 Uhr. Bis zum 30. Dezember 2026 läuft die Ausstellung Mythos Wald, dazu kommt die Panoramaebene auf dem Dach.
Nach oben fahren Sie mit einem gläsernen Aufzug mitten durch den Speicherraum. Für Ausstellung und Dachebene zusammen planen Sie zwei bis drei Stunden ein, mit einer Führung rund eine Stunde mehr. Einen Punkt sollten Sie vorher wissen: Das Bauwerk steht als Industriedenkmal unter Schutz und lässt sich weder heizen noch kühlen. Im Winter wird es drinnen empfindlich kalt, an Sonnentagen heizt sich der Stahlmantel dagegen auf.
Vom Gasspeicher von 1929 zur höchsten Ausstellungshalle Europas
Gebaut wurde der Speicher zwischen 1927 und 1929 als Zwischenspeicher für Gas aus der Schwerindustrie. 347.000 Kubikmeter passten hinein, bis der Betrieb 1988 endete. Der Grundriss ist nicht rund, sondern 24-eckig, jede Kante misst 8,80 Meter. Aus der Nähe sehen Sie deshalb einzelne gerade Wandfelder, erst aus einigen hundert Metern Abstand wirkt der Bau als Zylinder.
Zwischen 1993 und 1994 wurde die Hülle zur Ausstellungshalle umgebaut, von 2019 bis 2021 folgte eine Sanierung. Heute ist das Bauwerk Ankerpunkt der Route der Industriekultur und zusätzlich in die europäische Industriekultur-Route ERIH eingebunden. Wer solche Bauten sammelt, findet in der Rubrik Kultur und Geschichte weitere Ziele im Revier und darüber hinaus.

Mythos Wald: der Baum, der Riesenhirsch und die Amazonas-Bilder
Die laufende Ausstellung heißt Mythos Wald und ist vom 20. März bis zum 30. Dezember 2026 zu sehen. Ihr Mittelstück hängt im leeren Speicherraum: eine Lichtinstallation mit dem Titel Der Baum, 35 Meter hoch, die den Innenraum über mehrere Ebenen hinweg füllt. Weil die Halle keine Fenster hat, arbeitet die Inszenierung fast ausschließlich mit Licht, und der Wechsel zwischen heller Ausstellungsebene und dunklem Speicherraum ist der eigentliche Effekt des Hauses.
Auf den Ausstellungsebenen darunter stehen die Objekte. Dazu gehören das Skelett eines Riesenhirschs, dessen Geweih über drei Meter Spannweite hat, ein präparierter Braunbär und ein Wolf sowie ein 2,5 Meter großer Gliederfüßer aus dem Karbon. Dazwischen hängen großformatige Amazonas-Aufnahmen des Fotografen Sebastião Salgado. Rechnen Sie für diesen Teil etwa eine Stunde, wenn Sie die Tafeltexte mitnehmen.
Zwei Dinge erleichtern die Planung: Die Tickets sind nicht datumsgebunden, Sie können also spontan kommen, solange die Ausstellung läuft. Und wer mehrfach vorbeischauen möchte, bekommt an der Kasse eine Dauerkarte für 32,00 Euro, die für die gesamte Laufzeit gilt. Welche Schau danach folgt, steht auf der Seite des Betreibers.
Die Panoramaebene auf dem Dach und der Weg dorthin
Der gläserne Aufzug fährt im Inneren durch den Speicherraum nach oben, außen am Mantel sitzt zusätzlich ein Sicherheitsaufzug. Die außen angesetzte Treppe zählt 592 Stufen und gehört zur Konstruktion, den regulären Weg nach oben treten Sie also nicht zu Fuß an. Oben liegen ein Umlauf und die Panoramaebene auf dem Dach in 117,5 Metern Höhe.
Von dort sehen Sie über das westliche Ruhrgebiet: die Neue Mitte mit Arena und Einkaufszentrum direkt unter sich, den Rhein-Herne-Kanal, dahinter die Industrielandschaft des westlichen Ruhrgebiets. Der Blick ist offen, aber windig, eine Jacke ist auch im Sommer sinnvoll. Wichtig für den Zeitplan: Die Räumung der Panoramaebene beginnt um 17:45 Uhr, wer das Dach noch sehen will, fährt also nicht erst kurz vor Schluss hinauf.

Wie unterschiedlich sich der leere Innenraum bespielen lässt, zeigt ein kurzer Rückblick des Betreibers auf 18 Ausstellungen aus drei Jahrzehnten.
Führung, Audioguide und was Sie fotografieren dürfen
Öffentliche Führungen gibt es sonn- und feiertags um 11:00, 12:30 und 14:00 Uhr. Sie dauern rund 60 Minuten, kosten 5,00 Euro zusätzlich zum Eintritt und haben eine begrenzte Teilnehmerzahl, weshalb eine Reservierung im Voraus sinnvoll ist. Inhaltlich geht es um Bauwerk und Ausstellung zusammen, also um das, was Sie an den Tafeln nicht lesen.
Gruppen buchen eigene Termine: Eine individuelle Führung für bis zu 25 Personen kostet 70,00 Euro auf Deutsch und 80,00 Euro in einer Fremdsprache, jeweils zusätzlich zum Eintritt. Die längere XXL-Variante über 90 Minuten liegt zwischen 105,00 und 120,00 Euro. Wer lieber allein geht, nimmt den Audioguide: das Leihgerät für 3,50 Euro, die App für 3,00 Euro, die Kinderfassung für 2,00 Euro. Beide gibt es in mehreren Sprachen.
Fotografieren ist für den privaten Gebrauch erlaubt, allerdings ohne Stativ und ohne Blitz. Das ist im Speicherraum eine echte Einschränkung, weil es dort dunkel ist: Eine lichtstarke Festbrennweite oder ein Geländer als Auflage bringen mehr als jede Nachbearbeitung. Wer Aufnahmen veröffentlichen möchte, braucht vorher die Freigabe der Pressestelle.

Preise, Familienkarten und die Kombitickets der Neuen Mitte
Erwachsene zahlen an der Kasse 14,00 Euro. Der ermäßigte Preis von 11,00 Euro gilt für Kinder und Jugendliche von 6 bis 17 Jahren, außerdem für Schüler, Studierende, Auszubildende, Menschen ab 65 Jahren, Menschen mit einem Grad der Behinderung ab 50 und für Empfänger von Sozialleistungen. Kinder unter sechs Jahren zahlen nichts. Wer online bucht, zahlt wegen der Vorverkaufsgebühr geringfügig mehr als an der Kasse.
Für Familien gibt es zwei Karten: 33,00 Euro für zwei Erwachsene mit bis zu fünf Kindern von 6 bis 17 Jahren und 28,00 Euro für einen Erwachsenen mit zwei Kindern. Schulklassen zahlen 5,00 Euro je Person einschließlich der Lehrkräfte, das geht nur an der Kasse und nur nach Voranmeldung.
Die Kombitickets lohnen sich, wenn Sie den ganzen Tag in der Neuen Mitte bleiben. An der Kasse bekommen Sie den Gasometer zusammen mit dem Visiodrom für 24,00 Euro, mit der LUDWIGGALERIE für 19,00 Euro, mit Phoenix des Lumières für 25,00 Euro und mit dem Sea Life für 29,40 Euro, für Kinder 26,60 Euro. Online sind diese Kombinationen nicht zu haben.
Anfahrt zur Neuen Mitte, Parken und der kalte Innenraum
Mit dem Auto fahren Sie über die A42 bis zur Abfahrt Oberhausen-Zentrum und von dort Richtung Zentrum; als Navigationsziel dient die Arenastraße 11 in 46047 Oberhausen. Parkflächen gibt es rund um den Gasometer in ausreichender Zahl, reservierte Stellplätze für Menschen mit Behinderung liegen nah am Eingang bei der Infolounge.
Ohne Auto ist die Anreise unkompliziert: Der Fernverkehr hält in Oberhausen Hauptbahnhof, ab Terminal 1 bringen Sie Bus und Bahn zur Haltestelle Neue Mitte, von dort sind es wenige Minuten zu Fuß. Mit dem Rad sind es rund drei Kilometer ab dem Hauptbahnhof, der Gasometer liegt am Knotenpunkt 9 des Radreviers Ruhr. Weitere Ziele, die sich ohne Wagen erreichen lassen, sammeln wir unter Reisen in Deutschland.
Die Halle selbst ist der Grund für die wichtigste Praxisregel: Als Denkmal lässt sie sich weder beheizen noch kühlen. Im Winter ist es drinnen kalt, im Hochsommer kann es an Sonnentagen umgekehrt warm werden. Hunde müssen draußen bleiben, ausgenommen sind Assistenzhunde. Wie Sie den Besuch mit anderen Zielen in der Region kombinieren können, verrät auch die Seite von Tourismus und Marketing Oberhausen.

Für wen sich der Gasometer Oberhausen lohnt
Das Haus spielt seine Stärke bei allen aus, die Industriekultur und große Rauminszenierungen mögen. Die Halle ist das Hauptexponat, die Ausstellung nutzt sie als Bühne, und beides zusammen ergibt einen Besuch, der sich von einem klassischen Museum deutlich unterscheidet. Fotografen finden mit Stahlkonstruktion, Lichtinstallation und Panoramaebene drei völlig verschiedene Motivlagen an einem Ort. Auch für Gäste mit eingeschränkter Mobilität ist das Ziel gut geeignet, weil Aufzüge bis auf das Dach führen und lediglich die Zwischenebene eingeschränkt befahrbar bleibt.
Weniger passend ist der Gasometer für Familien mit sehr kleinen Kindern, die ein Mitmachangebot erwarten: Es gibt nichts zum Anfassen, nichts zum Klettern, und die Tafeltexte richten sich an Erwachsene. Ein Tag im Duisburger Zoo bringt dieser Altersgruppe in der Regel mehr. Wer Wärme braucht, plant den Besuch nicht für die Wintermonate, und Hundebesitzer müssen ihr Tier zu Hause lassen.
Zeitlich liegen die ruhigsten Stunden vormittags unter der Woche. An Wochenenden und in den Schulferien in Nordrhein-Westfalen ist der Andrang hoch, dann stehen Sie vor dem Aufzug an. Frühling und Herbst sind die angenehmsten Jahreszeiten, weil die Halle dann weder ausgekühlt noch aufgeheizt ist. Eine Übernachtung braucht es nicht, der Besuch passt in einen halben Tag.
Häufige Fragen zum Gasometer Oberhausen
Was kostet der Eintritt im Gasometer Oberhausen?
An der Kasse zahlen Erwachsene 14,00 Euro, der ermäßigte Preis liegt bei 11,00 Euro und gilt unter anderem für Kinder und Jugendliche von 6 bis 17 Jahren. Kinder unter sechs Jahren kommen frei hinein.
Die Familienkarte kostet 33,00 Euro für zwei Erwachsene mit bis zu fünf Kindern, die kleine Variante für einen Erwachsenen mit zwei Kindern 28,00 Euro. Onlinetickets liegen wegen der Vorverkaufsgebühr etwas höher.
Wann hat der Gasometer Oberhausen geöffnet?
Von Dienstag bis Sonntag und an Feiertagen ist von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Montags bleibt das Haus geschlossen, außer in den Schulferien in Nordrhein-Westfalen. Der Kassenschluss liegt bei 17:30 Uhr, die Räumung beginnt um 17:45 Uhr auf der Panoramaebene.
Welche Ausstellung läuft 2026 im Gasometer Oberhausen?
Mythos Wald ist vom 20. März bis zum 30. Dezember 2026 zu sehen. Zentral ist die 35 Meter hohe Lichtinstallation Der Baum im Speicherraum.
Auf den Ausstellungsebenen stehen unter anderem das Skelett eines Riesenhirschs, ein präparierter Braunbär, ein Wolf und ein 2,5 Meter großer Gliederfüßer aus dem Karbon, dazu Amazonas-Fotografien von Sebastião Salgado.
Wie hoch ist der Gasometer Oberhausen?
Das Bauwerk misst 117,5 Meter in der Höhe bei 67,6 Metern Durchmesser und gilt als höchste Ausstellungs- und Veranstaltungshalle Europas. Errichtet wurde es von 1927 bis 1929, der Umbau zur Ausstellungshalle erfolgte 1993 und 1994. Auf das Dach kommen Sie mit dem Aufzug, die außen liegende Treppe hat 592 Stufen.
Ist der Gasometer Oberhausen barrierefrei?
Aufzüge führen zu allen Ausstellungsebenen, zum Umlauf und zur Panoramaebene; nur die Zwischenebene ist eingeschränkt befahrbar. Es gibt barrierefreie WCs und reservierte Stellplätze am Eingang.
Einen Rollstuhl leiht das Haus kostenfrei aus, die Voranmeldung sollte 10 bis 14 Tage vorher erfolgen. Begleitpersonen mit Merkzeichen B zahlen keinen Eintritt, Sonderführungen für sehbehinderte Gäste sind auf Anfrage möglich. Alle Angaben dazu stehen auf der Seite des Gasometers Oberhausen.
Was sich mit dem Gasometer Oberhausen verbinden lässt
- CentrO Oberhausen und Promenade, 0,7 Kilometer: Einkaufszentrum und Gastronomiemeile gleich nebenan, praktisch für die Mittagspause zwischen Ausstellung und Dach.
- Sea Life Oberhausen, 0,7 Kilometer: das Aquarium in Sichtweite, mit dem Gasometer zusammen als Kombiticket an der Kasse zu haben.
- LUDWIGGALERIE Schloss Oberhausen, 2,2 Kilometer: Wechselausstellungen zu Fotografie und Populärkultur, ebenfalls im Kombiticket enthalten.
- Landschaftspark Duisburg-Nord, 6,0 Kilometer: stillgelegtes Hüttenwerk mit frei zugänglichem Gelände, abends beleuchtet.
- Zeche Zollverein in Essen, 12,1 Kilometer: das Welterbe-Bergwerk als zweiter großer Ankerpunkt der Industriekultur, siehe unser Beitrag zur Zeche Zollverein in Essen.
Angaben Stand September 2026. Quellen: gasometer.de, Wikipedia/Wikidata, Gasometer Oberhausen GmbH, Route der Industriekultur, Regionalverband Ruhr. Preise und Öffnungszeiten ändern sich; bitte vor dem Besuch beim Betreiber prüfen.
