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Eine Kahnfahrt ab dem Großen Spreewaldhafen in Lübbenau kostet Erwachsene zwischen 17,00 € für die kurze Runde nach Lehde und 44,00 € für die Tagestour in den Hochwald, Kinder zahlen 9,00 € bis 25,00 €. Die Standardkähne legen erst ab 16 Personen ab, gestakt wird von April bis Oktober über den Tag verteilt und im Winter zweimal täglich um 11:00 und 13:00 Uhr. Wer plant, braucht deshalb zwei Entscheidungen vorab: welcher Hafen und welche Tourlänge. Alles andere, von den Wegen durch die Dörfer bis zum Radweg am Fließ, kostet nichts.
Rund 970 Kilometer natürliche Fließe und angelegte Kanäle durchziehen die Niederung im Südosten Brandenburgs, 222,8 Kilometer davon gelten im Oberspreewald als Landeswasserstraße, 45,4 Kilometer im Unterspreewald. Das Biosphärenreservat umfasst 475,09 Quadratkilometer mit 37 Dörfern und Ortsteilen, zwei Städten und rund 56.500 Einwohnern. Dieser Beitrag sortiert, welche Kahntour zu welchem Zeitbudget passt, welcher Hafen welches Ziel erschließt, wann Sie selbst paddeln oder radeln, wann die ruhigen Termine liegen und wie Sie ohne Auto herkommen.
Welche Kahnfahrt ab Lübbenau zu Ihrem Zeitbudget passt
Die Touren ab Lübbenau sind nach Fahrzeit gestaffelt. Die Kleine Lehdetour dauert zwei Stunden und kostet 17,00 €, Kinder 9,00 €; ohne Pause im Dorf lässt sie sich auf 90 Minuten kürzen, wenn der Zug zurück drängt. Die Klassische Lehdetour mit drei Stunden liegt bei 20,00 €, die Große Lehdetour mit vier Stunden bei 22,00 €. Beide enthalten eine Pause, in der Sie in einer der Gaststätten an den Fließen einkehren können.
Wer mehr Wasser sehen will, nimmt die Schleusentour: fünf bis fünfeinhalb Stunden für 28,00 €, Kinder 16,00 €, Abfahrt täglich um 10:30 Uhr. Dabei werden mehrere von Hand bediente Schleusen durchfahren, die den Wasserstand der Fließe ausgleichen. Die Drei-Dörfer-Tour mit sechs bis sieben Stunden für 36,00 € wird nur auf Einzelbuchung gefahren, die Hochwald-Tagestour mit acht bis neun Stunden für 44,00 € dienstags um 9:30 Uhr zwischen dem 15. Mai und dem 15. September. Im selben Zeitraum startet freitags um 9:30 Uhr eine Waldbaden-Tour.
Abends fährt die Sommernachtfahrt: zwei Stunden ohne Pause für 21,00 €, montags, mittwochs, freitags und samstags um 19:30 Uhr. Zwischen November und März bleibt der Hafen in Betrieb, dann als Winterfahrt von rund 75 Minuten für 17,00 €, mit Decken an Bord und Glühwein; nur bei Eisgang wird abgesagt. Rechnen Sie die Mindestbesetzung von 16 Personen ein: An Werktagen außerhalb der Ferien kann es dauern, bis ein Standardkahn voll ist. Die Spezialtouren sind davon ausgenommen.
Die Häfen als Einstiege: Lübbenau, Lübben, Burg und Schlepzig
Kahnfährleute staken nicht nur in Lübbenau, sondern auch ab Lehde, Burg, Lübben, Schlepzig, Alt Zauche, Raddusch und Straupitz. Die Wahl des Hafens entscheidet, welchen Teil der Landschaft Sie sehen: Lübbenau ist der kürzeste Weg nach Lehde und zum Freilandmuseum, Lübben führt zur Schlossinsel, Schlepzig erschließt den stilleren Unterspreewald, Burg liegt mitten im verzweigten Fließnetz des Oberspreewalds. Für einen Tag legen Sie sich besser auf einen Hafen fest, statt zwischen den Orten zu pendeln.
Den Reiseservice des Tourismusverbands Spreewald finden Sie in Vetschau im Ortsteil Raddusch, Lindenstraße 1, geöffnet montags bis freitags von 9:00 bis 12:00 und von 13:00 bis 17:00 Uhr. Wie eng Wasser, Wiesen und Dörfer hier ineinandergreifen, zeigt eine Dokumentation des rbb aus der Luft, die über die Fließe, die Kahnhäfen und Lehde führt.

Lehde, Leipe und die Museen an der Strecke
Lehde erreichen Sie nur über das Wasser oder zu Fuß, mit dem Kahn, dem Paddelboot oder auf dem Fußweg von Lübbenau. Im Freilandmuseum an der Adresse An der Giglitza 1a stehen historische Blockhäuser mit Reetdächern, dazu Geräte aus der Wirtschaft der Niederung. Der Eintritt beträgt 8,00 € für Erwachsene, 6,50 € für Jugendliche ab 14 Jahren und Ermäßigte, 7,00 € für Senioren; Kinder unter 14 Jahren zahlen nichts. Geöffnet ist vom 28. März bis 30. September täglich von 10 bis 18 Uhr, danach bis zum 1. November bis 17 Uhr, anschließend Winterpause bis zum 31. März.
Das zweite Haus ist das Spreewald-Museum in Lübbenau, dienstags bis sonntags von 10:00 bis 17:30 Uhr geöffnet, im Winterhalbjahr von 11:00 bis 16:00 Uhr, montags geschlossen. Das Kombiticket für beide Museen kostet 14,00 € und gilt einen Monat, was sich bereits beim zweiten Besuch rechnet. An ausgewählten Wochenenden Ende November und Anfang Dezember öffnet das Freilandmuseum zur Spreewaldweihnacht, samstags und sonntags von 11:00 bis 18:00 Uhr.
Das dritte Dorf am Wasser ist Leipe, mit Gaststätten an den Fließen; der Parkplatz dort kostet 2,00 € je Stunde, Wohnmobile 5,00 €, und wird nur von April bis Oktober bewirtschaftet. In Lübbenau selbst lohnt der Schlossbezirk einen Gang.

Selbst paddeln, selbst radeln: Boote und der Gurkenradweg
Die flachen Kähne bleiben den Kahnfährleuten vorbehalten, gestakt wird, nicht gerudert. Wer selbst aufs Wasser will, mietet Paddelboot, Kanu oder Kajak an einer der Stationen in Lübbenau, Burg, Lübben oder Schlepzig. Dabei gilt eine Grenze: Die Kernzone des Biosphärenreservats mit 1.423 Hektar ist Totalreservat und darf nur mit Ausnahmegenehmigung betreten werden. Das Schutzgebiet besteht seit dem 1. Oktober 1990 und wurde am 11. April 1991 von der UNESCO anerkannt; rund 80 Prozent der Fläche sind Entwicklungszone, in der gewirtschaftet und gewohnt wird. Acht Ranger der Naturwacht Brandenburg sind im Gebiet unterwegs; die Zonen und die Regeln erläutert die Verwaltung des Biosphärenreservats. Mehr zu vergleichbaren Schutzgebieten steht in der Übersicht zu Natur und Wandern.
An Land ist der Gurkenradweg die Hauptachse: 260 Kilometer ohne nennenswerte Steigungen, vorbei an den Anbau- und Verarbeitungsbetrieben der Spreewälder Gurke, die innerhalb der EU als geografische Angabe geschützt ist. Die Orientierung läuft über eine Knotenpunktwegweisung: Sie hangeln sich von Nummer zu Nummer, statt Ortsnamen zu suchen. Ergänzend führen Spreeradweg und Fürst-Pückler-Radweg durch die Region; mehrere Verleiher vermieten Räder, mehrtägige Touren sind mit Gepäcktransport buchbar. Wer die Kombination aus Wasser und Ufer sucht, findet weitere Ziele unter Wasser und Strand.

Wann Sie fahren sollten und wo Sie übernachten
Sommer und Herbst sind die stärksten Zeiten, Frühjahr und Winter fallen ruhiger aus. Der Preis der Hochsaison ist der Andrang: In Lübbenau und Lehde wird es an Sommerwochenenden voll, Parkplätze und Kähne füllen sich am Vormittag. Wer ausweichen kann, kommt unter der Woche oder im September, wenn die Kahnfahrten noch im vollen Takt laufen und die Museen bis zum Monatsende lange geöffnet sind.
Im Winter bleibt das Angebot kleiner, aber vorhanden: zwei Winterfahrten am Tag, das Spreewald-Museum in der kürzeren Öffnungszeit, das Freilandmuseum nur zur Spreewaldweihnacht. Wer die Kahnfahrt an einem langen Abend will, nimmt die Sommernachtfahrt um 19:30 Uhr.
Ein Tag reicht für Lübbenau, eine Lehdetour und das Freilandmuseum. Wer Ober- und Unterspreewald mit Burg, Lübben und Schlepzig verbinden will, plant ein Wochenende ein; Pensionen und Hotels gibt es in allen vier Orten. Im Sommer und rund um die Spreewaldweihnacht buchen Sie besser früh.

Anreise mit der RE2 und Parken am Kahnhafen
Die Bahn ist hier keine Notlösung: Die Linie RE2 verbindet Nauen über Berlin und Königs Wusterhausen mit Lübbenau und Cottbus, ab Berlin halbstündlich, ab Cottbus stündlich. Es gibt zwei Bahnhöfe mit dem Zusatz „Spreewald“, Lübbenau und Lübben. Von Lübben aus fahren der PlusBus der Linie 500 nach Straupitz und Burg sowie die Linie 472 über Duben nach Luckau.
Mit dem Auto führt der Weg über das Spreewalddreieck, wo die A 13 und die A 15 zusammentreffen: aus Berlin auf der A 13 bis zur Abfahrt Lübbenau, aus Richtung Dresden über die Abfahrt Kittlitz, aus Cottbus über die A 15 bis Boblitz oder direkt auf der L 49. Am Hafen liegt der Parkplatz Dammstraße mit einer Tageskarte für 8,00 €, bewirtschaftet werktags von 8:00 bis 18:00 Uhr. Am Rathaus kostet die Stunde 2,00 € bei gleicher Tageskarte, wobei werktags die ersten zwei Stunden nach der Ankunftszeit frei sind; das Park-and-Ride-Feld in der Bahnhofstraße verlangt 1,50 € je Stunde, aber nur an Wochenenden und Feiertagen. Bezahlt wird am Automaten oder über eine von sechs Parkapps. Wer von Berlin anreist und einen zweiten Tag anhängt, verbindet die Region gut mit Potsdam und dem Schloss Cecilienhof in Potsdam.
Für wen sich der Spreewald lohnt
Am meisten holen Sie heraus, wenn Sie sich treiben lassen wollen: Die Kahnfahrt ist das Programm, nicht die Überleitung zu etwas anderem. Wer zwei bis vier Stunden auf der Holzbank sitzt, während jemand anders stakt, sieht eine Landschaft, die vom Ufer aus verschlossen bleibt. Radfahrer finden mit 260 Kilometern Gurkenradweg und der Knotenpunktwegweisung eine Strecke ohne Steigungen. Wer sich für sorbisch-wendische Tradition interessiert, findet sie im Freilandmuseum Lehde und im Spreewald-Museum belegt; die Sorben prägen die Kulturlandschaft seit etwa dem 8. Jahrhundert. Familien zahlen für Kinder unter 14 Jahren in beiden Museen nichts, und die kurze Kahntour ist auch für kleinere Kinder zu schaffen.
Weniger passend ist die Region, wenn Sie Berge, Aussicht oder sportliche Herausforderung suchen: Das Gelände ist durchgehend flach, Aussichtspunkte fehlen. Auch Spontaneität hat Grenzen, weil die Standardkähne erst ab 16 Personen ablegen und Sie an schwach besuchten Tagen warten. Und wer Ruhe als Hauptmotiv mitbringt, sollte Sommerwochenenden in Lübbenau und Lehde meiden; ruhiger wird es im Unterspreewald um Schlepzig oder unter der Woche.
Zeitlich am besten liegt ein Besuch zwischen Ende Mai und Ende September, weil dann alle Touren fahren und beide Museen in der langen Öffnung sind. Wer Kälte nicht scheut, bekommt im Winter die leere Variante: zwei Fahrten am Tag, wenig Betrieb, und die Landschaft ohne Blattwerk. Als Grundlage für die weitere Planung dient die Übersicht der Reiseregionen in Deutschland.
Häufige Fragen zum Spreewald
Was kostet eine Kahnfahrt im Spreewald?
Ab Lübbenau kostet die Kleine Lehdetour über zwei Stunden 17,00 € für Erwachsene und 9,00 € für Kinder. Die Klassische Lehdetour mit drei Stunden liegt bei 20,00 €, die Große Lehdetour mit vier Stunden bei 22,00 €, die Schleusentour über fünf bis fünfeinhalb Stunden bei 28,00 €.
Die längste Fahrt ist die Hochwald-Tagestour mit acht bis neun Stunden für 44,00 €; im Winter kostet die Fahrt über rund 75 Minuten 17,00 €.
Wie lange dauert eine Kahnfahrt nach Lehde?
Die kurze Tour dauert zwei Stunden, ohne Pause im Dorf 90 Minuten. Die klassische Fahrt mit Dorfbesuch braucht drei Stunden, die große Lehdetour vier Stunden. Standardkähne fahren erst ab 16 Personen los.
Was kostet das Freilandmuseum Lehde?
Erwachsene zahlen 8,00 €, Jugendliche ab 14 Jahren und Ermäßigte 6,50 €, Senioren 7,00 €; für Kinder unter 14 Jahren ist der Eintritt frei. Das Kombiticket mit dem Spreewald-Museum Lübbenau kostet 14,00 € und gilt einen Monat.
Geöffnet ist vom 28. März bis 30. September täglich von 10 bis 18 Uhr.
Wie kommt man ohne Auto in den Spreewald?
Mit der Linie RE2 zwischen Berlin, Lübbenau und Cottbus, ab Berlin im Halbstundentakt; Ausstieg an den Bahnhöfen Lübbenau oder Lübben. Ab Lübben fahren der PlusBus der Linie 500 nach Straupitz und Burg sowie die Linie 472 über Duben nach Luckau weiter.
Wo parkt man in Lübbenau am Kahnhafen?
Direkt am Großen Spreewaldhafen liegt der Parkplatz Dammstraße, Tageskarte 8,00 €. Am Rathaus kosten 2,00 € je Stunde, werktags sind die ersten zwei Stunden frei; das Park-and-Ride-Feld in der Bahnhofstraße verlangt 1,50 € je Stunde und nur am Wochenende Gebühren.
Warum ist der Spreewald UNESCO-Biosphärenreservat?
Das Gebiet wurde am 1. Oktober 1990 gegründet und am 11. April 1991 anerkannt. Es umfasst 475,09 Quadratkilometer mit 37 Dörfern und Ortsteilen sowie zwei Städten, durchzogen von über 970 Kilometern Fließen und Kanälen.
Die Kernzone mit 1.423 Hektar bleibt sich selbst überlassen und darf nicht betreten werden.
Was sich mit dem Spreewald verbinden lässt
- Slawenburg Raddusch, rund 10 Kilometer: rekonstruierter Ringwall mit Ausstellung, direkt neben dem Reiseservice des Tourismusverbands.
- Lübben (Spreewald) mit Schlossinsel, rund 13 Kilometer: zweiter großer Kahnhafen und Ausgangspunkt der PlusBus-Linien.
- Burg (Spreewald), rund 20 Kilometer: Streusiedlung im dichtesten Fließnetz, eigener Hafen und Bootsverleih.
- Tropical Islands in Krausnick, rund 24 Kilometer: Wetteralternative unter Dach, Preise und Zeiten stehen im Beitrag zu Tropical Islands in Brandenburg.
- Cottbus mit Branitzer Park, rund 30 Kilometer: Endpunkt der RE2 und Landschaftspark des Fürsten Pückler.
Angaben Stand September 2026. Quellen: spreewald.de, Wikipedia/Wikidata, Tourismusverband Spreewald e. V., Biosphärenreservat Spreewald, Landesamt für Umwelt Brandenburg. Preise und Öffnungszeiten ändern sich; bitte vor dem Besuch beim Betreiber prüfen.
