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Über 2100 Fachwerkhäuser aus acht Jahrhunderten stehen hier dicht beieinander, und die Altstadt steht seit 1994 als Ganzes auf der Welterbeliste der UNESCO. Vom Marktplatz mit dem Roland bis hinauf zum Schlossberg sind es nur wenige Minuten zu Fuß, für den kompletten Rundgang durch die Altstadt planen Sie rund 120 Minuten ein. Der kostet nichts: Markt, Gassen, Schlossberg, Stiftsgärten und Brühlpark sind frei zugänglich. Eintritt fällt erst in der Stiftskirche St. Servatii mit dem Domschatz an, für Erwachsene 8,00 Euro, und in den Museen der Stadt. Wer übernachtet, zahlt zusätzlich 3,00 Euro Kurtaxe je Person und Tag.
Ohne eigenes Auto kommen Sie gut hierher: Abellio fährt stündlich ab Magdeburg und ab Halle, am Wochenende und an bundesweiten Feiertagen fährt der Harz-Berlin-Express direkt ab Berlin, der FlixBus ab Berlin ZOB braucht rund 3 Stunden. Wer mit dem Wagen anreist, stellt ihn auf den Parkplätzen am Stadtring ab, in der Innenstadt gilt ein Zonenhalteverbot. Eine Einschränkung sollten Sie einplanen: Das Schlossmuseum auf dem Schlossberg ist wegen Bauarbeiten geschlossen. Stiftskirche, Domschatz und die Stiftsgärten bleiben davon unberührt.
Vom Markt mit dem Roland hinauf zum Schlossberg
Der Rundgang beginnt am Markt. Der Roland vor dem Rathaus geht auf die Zeit um 1435 zurück, seine erhaltenen Bruchstücke wurden 1869 dort wieder aufgestellt; das Rathaus selbst sehen Sie von innen nur mit Führung. Vom Markt aus ziehen die Gassen nach Süden in Richtung Wordgasse, wo der Ständerbau mit dem Fachwerkmuseum steht, und weiter zum Finkenherd unterhalb des Schlossbergs.
Der Anstieg auf den Schlossberg ist kurz, aber spürbar, und er führt über Kopfsteinpflaster. Oben liegen die Stiftskirche, die Stiftsgärten und der Blick über die Dächer. Die zweite Erhebung ist der Münzenberg gegenüber, von dort sehen Sie den Schlossberg im Gegenschnitt. Zwischen beiden Hügeln liegt die geschlossene Fachwerkbebauung, die den Welterbetitel trägt: über 2100 Häuser aus acht Jahrhunderten, wobei die Quedlinburg-Tourismus-Marketing GmbH von 2069 erhaltenen Bauten spricht.
Für die Runde aus Markt, Wordgasse, Finkenherd, Schlossberg und Münzenberg rechnen Sie ohne Innenbesichtigungen rund 120 Minuten. Kommen Stiftskirche, Domschatz und ein Museum dazu, wird daraus ein ganzer Tag. Feste Schuhe sind sinnvoll, weil fast die gesamte Altstadt gepflastert ist und die Wege zum Schlossberg und zum Münzenberg beide ansteigen.

Stiftskirche St. Servatii, Domschatz und die Krypta Heinrichs I.
Die Stiftskirche auf dem Schlossberg entstand im frühen 10. Jahrhundert als Pfalzkapelle König Heinrichs I. und wurde 936 zu seiner Grablege. In der romanischen Krypta liegen die Königsgräber, im Anschluss folgt der Domschatz mit dem liturgischen Gerät des Damenstifts, das hier fast 900 Jahre lang bestand. Erwachsene zahlen 8,00 Euro, ermäßigt sind es 6,00 Euro, Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre kommen frei hinein. Wer am eigenen Geburtstag kommt und ihn nachweisen kann, zahlt ebenfalls nichts.
Geöffnet ist ganzjährig dienstags bis sonntags und an Feiertagen von 10 bis 17 Uhr, der letzte Einlass liegt 30 Minuten vor Schließung. Montags bleibt das Haus zu, ebenso am 24. und 25. Dezember sowie am 1. Januar. Termine und Sonderöffnungen stehen beim Domschatz Quedlinburg.
Das Schlossmuseum nebenan ist während der Bauarbeiten geschlossen. Für die neue Dauerausstellung gibt es kein festes Datum, angekündigt ist sie „ab dem Sommer“. Im Veranstaltungskalender der Stadt steht dazu ein Frühjahrstermin, die Museumsseite bezieht dasselbe Datum aber nur auf die neue Ausstellung in Stiftskirche und Domschatz. Verlassen Sie sich deshalb nicht auf diesen Kalendereintrag, sondern prüfen Sie den Stand kurz vor der Fahrt bei der Welterbestadt Quedlinburg. Stiftsgärten, Abteigarten und der Blick vom Schlossberg bleiben in jedem Fall zugänglich.
Wie Altstadt, Dächer und Schlossberg räumlich zusammenhängen, führt ein Film der Quedlinburg-Information vor.
Fachwerkmuseum, Klopstockhaus und der freie Münzenberg
Das Fachwerkmuseum im Ständerbau in der Wordgasse 3 sitzt in einem Hochständerbau aus der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts und gilt als einziges vollständig erhaltenes Haus dieser Bauform. Erklärt wird die Entwicklung des Fachwerkbaus am Gebäude selbst. Einzelpersonen zahlen 5,00 Euro, ermäßigt 4,00 Euro, bis 18 Jahre ist der Eintritt frei. Von April bis Oktober ist täglich außer donnerstags von 10 bis 17 Uhr geöffnet, an Feiertagen auch donnerstags. Von November bis März öffnet das Haus nur an den ersten drei Adventswochenenden.
Wenige Schritte weiter, am Schlossberg 12, steht das Klopstockhaus, das Geburtshaus von Friedrich Gottlieb Klopstock (1724–1803). Der Bau entstand um 1560 und dient seit 1899 als Museum, neben Klopstock geht es um die Ärztin Dorothea Christiana Erxleben und um Johann Christoph Friedrich GutsMuths. Der Eintritt kostet 6,00 Euro, ermäßigt 5,00 Euro, geöffnet ist dienstags bis sonntags von 10 bis 17 Uhr, an Feiertagen auch montags, letzter Einlass um 16:30 Uhr. Führungen von 45 Minuten kosten je Gruppe bis 15 Personen 30,00 Euro. Barrierefrei ist keines der beiden Häuser.
Ohne Eintritt kommen Sie in das Museum Klosterkirche St. Marien auf dem Münzenberg. Das Benediktinerinnenkloster wurde 986 gegründet, seit 2015 ist der Bau als Museum zugänglich, zu sehen sind West- und Ostkrypta, die Nonnenempore und mittelalterliche Begräbnisstätten. Von April bis Oktober ist täglich von 10 bis 17 Uhr geöffnet, von November bis März freitags bis montags von 10 bis 16 Uhr. Gruppen ab 10 Personen zahlen für eine Führung 1,00 Euro Spende je Person. Dazu kommt das Museum Lyonel Feininger mit Druckgrafiken des Malers aus der Sammlung Hermann Klumpp.

Führungen ab Markt 4 und der Abendrundgang im Kostüm
Treffpunkt der öffentlichen Führungen ist die Quedlinburg-Information am Markt 4. Der Stadtrundgang durch die Altstadt bis zum Schlossberg dauert rund 120 Minuten. Der Abendrundgang im Kostüm kostet 12,00 Euro je Person und dauert rund 90 Minuten, von April bis Oktober startet er mittwochs bis samstags um 20 Uhr, von November bis März freitags und samstags um 18 Uhr. Am 24. und am 31. Dezember fällt er aus.
Das Rathaus hat eine eigene Führung für 6,00 Euro, ganzjährig montags, donnerstags und freitags um 13 Uhr, Dauer rund 50 Minuten; an Feiertagen und bei Veranstaltungen im Haus entfällt sie. Im Ortsteil Gernrode startet von Mai bis Oktober samstags um 10 Uhr eine Führung am dortigen Rathaus, ebenfalls 6,00 Euro und rund 90 Minuten, ohne Anmeldung und gegen Barzahlung vor Ort. Bimmelbahn, Stadtrallye, Audio-Guide und ein eBike-Verleih laufen über dieselbe Adresse.
Anreise, Parken am Stadtring und das Kurtaxheft mit HATIX-Ticket
Mit der Bahn erreichen Sie die Stadt stündlich ab Magdeburg und ab Halle, am Wochenende und an bundesweiten Feiertagen zusätzlich mit dem Harz-Berlin-Express ab Berlin. Ab Quedlinburg fährt die Selketalbahn der Harzer Schmalspurbahnen mit Dampfzug durch das Selketal, mit Anschluss an die Harzquerbahn Richtung Wernigerode, Nordhausen und Brocken. Wer Schmalspurstrecken mag, findet in Sachsen-Anhalt mit der Mansfelder Bergwerksbahn eine zweite Bahn dieser Art.
Mit dem Auto führt der Weg über die Nordharz-Autobahn A36 aus Richtung Braunschweig, aus dem Osten über die A14 von Magdeburg im Norden und von Halle und Leipzig im Süden. Die öffentlichen Parkplätze liegen am Stadtring: der Marschlinger Hof als zentraler Stellplatz für Pkw und Busse mit WC-Anlage und Infokiosk, die Carl-Ritter-Straße zwischen Altstadt und Schlossberg als nächster Platz zum Fachwerkmuseum, dazu der Schlossparkplatz, der auch Wohnmobile aufnimmt. Reservieren lässt sich keiner der Plätze. Ladepunkte für Elektroautos gibt es unter anderem an der Carl-Ritter-Straße, in der Magdeburger Straße und am Weyhegarten.
Bei Übernachtung kommt die Kurtaxe dazu: 3,00 Euro je Person und Tag, wobei An- und Abreise zusammen als ein Tag zählen. Wer sich nur zur Berufsausübung oder Ausbildung in der Stadt aufhält, ist befreit. Der Gastgeber stellt bei der Anreise das Kurtaxheft „Qupon“ aus, darin steckt das Harzer Urlaubs-Ticket HATIX. Damit fahren Sie auf allen öffentlichen Bus- und Straßenbahnlinien im Landkreis Harz und im Landkreis Goslar ohne weiteren Fahrschein, dazu auf ausgewählten Linien im Landkreis Mansfeld-Südharz. Das Heft enthält außerdem Ermäßigungen auf Eintritte, Fahrten und Gastronomie.

Adventsstadt, Musiksommer und die Termine im Jahreslauf
Der dichteste Zeitraum des Jahres ist der Advent. Die Adventsstadt Quedlinburg mit dem Programm „Advent in den Höfen“ läuft 2026 vom 25. November bis zum 24. Dezember, entsprechend voll sind die Gassen an den Wochenenden. Die Quedlinburg-Information öffnet vom 27. November bis 22. Dezember montags bis donnerstags von 10 bis 17 Uhr und freitags bis sonntags von 10 bis 18 Uhr. Das Fachwerkmuseum erreichen Sie in dieser Zeit nur an den ersten drei Adventswochenenden. Weitere Ziele für die kalte Jahreszeit sammelt die Übersicht der Ausflugsziele im Winter.
Über das restliche Jahr verteilen sich der Harzer Kulturwinter vom 30. Januar bis 8. Februar, die Walpurgisnacht am 30. April, die Königstage zu Ehren Heinrichs I. vom 22. bis 24. Mai, der Quedlinburger Musiksommer in der 46. Auflage vom 20. Juni bis 12. September, die Dixieland- und Swingtage in der 22. Auflage vom 26. bis 28. Juni und die Inszenierung „Der Name der Rose“ vom 4. bis 13. September. Die Termine gelten für 2026. An diesen Wochenenden sollten Sie die Unterkunft früh buchen.
Für wen sich Quedlinburg lohnt
Wer alte Bausubstanz nicht als Einzelobjekt, sondern am Stück sehen möchte, ist hier an einer der klarsten Adressen in Deutschland: Unter Schutz steht nicht ein Haus, sondern der gesamte Altstadtkern. Für kulturinteressierte Städtereisende ergeben Stiftskirche, Domschatz, drei Museen und die Führungen ein Programm für mindestens einen vollen Tag, ohne dass die Kosten davonlaufen, denn der größte Teil des Rundgangs ist kostenlos und der teuerste Einzeleintritt liegt bei 8,00 Euro. Bahnreisende sind im Vorteil, weil stündliche Verbindungen ab Magdeburg und Halle bestehen. Wer übernachtet, fährt mit dem HATIX-Ticket aus dem Kurtaxheft im Landkreis Harz ohne weiteren Fahrschein Bus. Vergleichbare Ziele führt die Themenseite Kultur & Geschichte.
Weniger passend ist die Stadt für Familien, die einen Actionteil erwarten: Es gibt kein Bad und keinen Park mit Fahrgeschäften, das Angebot ist ein Stadt- und Museumsprogramm. Wer auf Barrierefreiheit angewiesen ist, stößt an Grenzen, denn Kopfsteinpflaster und der Anstieg zum Schlossberg lassen sich nicht umgehen, und weder Fachwerkmuseum noch Klopstockhaus sind barrierefrei. Auch das Schlossmuseum fällt derzeit weg. Im Winter sind einzelne Häuser geschlossen oder nur an wenigen Tagen geöffnet, das Fachwerkmuseum sogar nur an drei Wochenenden.
Am besten passt ein Besuch im Sommer, wenn alle Häuser offen sind und der Musiksommer läuft, oder im Advent, sofern Sie Andrang in Kauf nehmen. Frühjahr und Herbst sind ruhiger, dann lohnt vorab ein Blick auf die Öffnungstage der einzelnen Museen. Zwei bis drei Tage genügen, um Stadt und Umland zu verbinden; weitere Ziele dazu stehen in der Übersicht Reisen in Deutschland.
Häufige Fragen zu Quedlinburg
Was kostet der Eintritt in die Stiftskirche und den Domschatz?
Erwachsene zahlen 8,00 Euro, ermäßigt sind es 6,00 Euro. Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre kommen frei hinein, ebenso alle, die am eigenen Geburtstag kommen und ihn nachweisen können.
Geöffnet ist dienstags bis sonntags und an Feiertagen von 10 bis 17 Uhr, der letzte Einlass liegt 30 Minuten vor Schließung.
Wie hoch ist die Kurtaxe in Quedlinburg?
Sie beträgt 3,00 Euro je Person und Tag, An- und Abreise zählen zusammen als ein Tag. Kinder von 6 bis 18 Jahren zahlen 1,00 Euro, Schwerbehinderte ab 50 v. H. und ihre Begleitperson 1,50 Euro.
Enthalten ist das Kurtaxheft „Qupon“ mit dem Harzer Urlaubs-Ticket HATIX für Busse im Landkreis Harz und im Landkreis Goslar.
Ist das Schlossmuseum Quedlinburg geöffnet?
Nein. Während der Bauarbeiten bleibt das Schlossmuseum geschlossen, für die neue Dauerausstellung nennt die Stadt bisher kein festes Datum und kündigt sie „ab dem Sommer“ an.
Stiftskirche St. Servatii, Domschatz und die Stiftsgärten auf dem Schlossberg sind davon nicht betroffen und bleiben zugänglich.
Welche Stadtführungen gibt es in Quedlinburg?
Der Stadtrundgang bis zum Schlossberg dauert rund 120 Minuten und beginnt an der Quedlinburg-Information am Markt 4. Der Abendrundgang im Kostüm kostet 12,00 Euro und dauert rund 90 Minuten.
Dazu kommen die Rathaus-Führung für 6,00 Euro montags, donnerstags und freitags um 13 Uhr sowie die Führung in Gernrode für 6,00 Euro, von Mai bis Oktober samstags um 10 Uhr.
Wo kann man in Quedlinburg parken?
Auf den ausgeschilderten öffentlichen Parkplätzen am Stadtring, wenige Gehminuten vom Zentrum: Marschlinger Hof, Carl-Ritter-Straße, Schlossparkplatz sowie Flächen in Abteigasse, Wipertistraße, Wallstraße und An den Fischteichen. In der Innenstadt gilt ein Zonenhalteverbot.
Wohnmobile stehen auf dem Schlossparkplatz, Busse am Park and Ride An der Walze.
Was sich mit Quedlinburg verbinden lässt
- Bodetal und Hexentanzplatz bei Thale, 10 Kilometer: das Tal der Bode und die Höhe darüber, der nächstgelegene Naturteil zur Stadt.
- Halberstadt mit Dom und Domschatz, 15 Kilometer: ein zweiter großer Kirchenschatz der Region, gut mit dem Quedlinburger zu vergleichen.
- Wernigerode mit Schloss, 25 Kilometer: Schloss über der Stadt, mit der Harzquerbahn und mit Bussen zu erreichen.
- Nationalpark Harz mit Brocken, 36 Kilometer: der Gipfel im Nationalpark, ab Quedlinburg über die Selketalbahn mit Anschluss an die Harzquerbahn; Wege, Zeiten und Praxis stehen im Beitrag zum Nationalpark Harz mit Brocken.
Angaben Stand September 2026. Quellen: quedlinburg.de, Wikipedia/Wikidata, Quedlinburg-Tourismus-Marketing GmbH, Domschatz Quedlinburg, Stiftskirche St. Servatii. Preise und Öffnungszeiten ändern sich; bitte vor dem Besuch beim Betreiber prüfen.
