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Im Nationalpark Harz darf sich die Natur weitgehend selbst überlassen bleiben. Nach dem Leitgedanken „Natur Natur sein lassen“ greift der Mensch nur dort ein, wo es der Schutz von Wald und Wegen erfordert. Für Besucher entstehen so ursprüngliche Landschaften und eine vielfältige Tier- und Pflanzenwelt, die sich über ein dichtes Wanderwegenetz erschließen lassen. Der Park erstreckt sich über zwei Bundesländer, Niedersachsen und Sachsen-Anhalt, und ging 2006 aus der Zusammenlegung der beiden älteren Nationalparke Hochharz und Harz hervor.

Der Brocken – Wahrzeichen des Nationalparks
Der Brocken bildet mit 1141 Metern den höchsten Gipfel des Harzes und zugleich den höchsten Berg Norddeutschlands. Johann Wolfgang von Goethe bestieg ihn erstmals im Dezember 1777; der Berg fand später als „Blocksberg“ Eingang in die Walpurgisnacht-Szene seines „Faust“. Nach alter Überlieferung sollen sich in der Nacht zum 1. Mai auf seinen Felsen die Hexen versammeln. Bis 1989 lag der Gipfel im Grenzsperrgebiet der DDR und war für die Öffentlichkeit gesperrt. Erst nach der Grenzöffnung wurde er wieder frei zugänglich.
Mit der Brockenbahn oder zu Fuß auf den Gipfel
Die Brockenbahn der Harzer Schmalspurbahnen bringt Fahrgäste mit dampfbetriebenen Zügen bis zum Gipfel und ist eine der bekanntesten Bahnstrecken der Region. Wer den Brocken lieber erwandert, hat mehrere Möglichkeiten. Am beliebtesten ist der Goetheweg, der beim Nationalpark-Besucherzentrum TorfHaus beginnt und über etwa acht Kilometer je Richtung zum Gipfel führt. Anspruchsvollere Routen wie der Teufelsstieg sind für geübte Wanderer geeignet. Auf dem Gipfel informiert das Brockenhaus über Natur und Geschichte des Berges.
Wälder im Wandel
Ein großer Teil des Nationalparks besteht aus Wald. In den vergangenen Jahren haben Trockenheit und Borkenkäfer besonders die Fichtenbestände stark verändert. Statt einzugreifen, lässt die Nationalparkverwaltung diese Flächen der natürlichen Entwicklung: Aus abgestorbenen Beständen wächst nach und nach ein vielfältigerer, naturnaher Wald heran. Der Wandel ist an vielen Stellen unmittelbar zu beobachten und macht anschaulich, wie viel Zeit solche Prozesse brauchen. Zu den zurückgekehrten Tierarten zählt der Luchs, der seit dem Jahr 2000 im Harz wieder angesiedelt wurde.
Wandern im Nationalpark
Der Nationalpark ist von einem weit verzweigten, markierten Wegenetz durchzogen, das Touren für unterschiedliche Ansprüche ermöglicht. An zahlreichen Stationen können Wanderer im Rahmen der Harzer Wandernadel Stempel sammeln. Wer die Natur mit fachlicher Begleitung erleben möchte, kann an geführten Wanderungen mit den Nationalpark-Rangern teilnehmen. Ausgangs- und Informationspunkte sind unter anderem die Nationalpark-Besucherzentren, etwa das TorfHaus an der Bundesstraße zwischen Braunlage und Bad Harzburg.
Beste Reisezeit
Der Nationalpark lässt sich zu jeder Jahreszeit besuchen. Im Frühling und Sommer bieten sich lange Wanderungen an, der Herbst färbt die Wälder, und im Winter liegt in den Hochlagen häufig Schnee. Auf dem Brocken herrscht wegen der exponierten Lage ein raues, oft nebliges Bergklima mit niedrigen Durchschnittstemperaturen; Schnee ist dort bis weit ins Frühjahr möglich. Feste Schuhe und wetterfeste Kleidung sind deshalb auch im Sommer ratsam.
Weitere Ausflugsziele in der Region
- Altstadt und Bergwerk Rammelsberg in Goslar – gemeinsam UNESCO-Welterbe
- Baumwipfelpfad Harz in Bad Harzburg
- Fachwerkstadt Wernigerode, Ausgangspunkt der Brockenbahn
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