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Der Kaiserdom in Speyer gilt als die größte erhaltene romanische Kirche der Welt. Seit 1981 gehört er zum Welterbe der UNESCO. Sein offizieller Name lautet Domkirche St. Maria und St. Stephan. Über Jahrhunderte diente der Dom als Grablege der salischen Kaiser und war damit eines der bedeutendsten Bauwerke des mittelalterlichen Reiches. Er zählt zusammen mit den römischen Baudenkmälern in Trier zu den UNESCO-Welterbestätten in Rheinland-Pfalz.

Baugeschichte des Doms
Mit dem Bau des Doms wurde um das Jahr 1030 unter Kaiser Konrad II. begonnen. Speyer war damals eine vergleichsweise kleine Stadt; dass hier ein derart großer Kirchenbau entstand, unterstreicht den Machtanspruch der salischen Herrscher gegenüber Kirche und Papst. Die Krypta wurde 1041 geweiht, der fertige Dom im Jahr 1061. Gegen Ende des 11. Jahrhunderts ließ Heinrich IV. das Langhaus umbauen und einwölben – für einen Kirchenbau dieser Größe war das damals ungewöhnlich früh. Der Grundriss des Speyerer Doms beeinflusste die romanische Baukunst des 11. und 12. Jahrhunderts nachhaltig.
1689 wurde der Dom im Pfälzischen Erbfolgekrieg schwer beschädigt, als ein Brand vor allem den westlichen Teil zerstörte. Franz Ignaz Michael Neumann entwarf die eingestürzten Bauteile in den Jahren 1772 bis 1778 neu; das Westwerk erhielt dabei barocke Formen. Im 19. Jahrhundert wurde der Innenraum mit Malereien im Stil der Nazarener ausgestaltet. Ab 1957 entfernte man diese Ausmalung wieder und stellte weitgehend den ursprünglichen romanischen Charakter des Doms wieder her.
Anreise und Lage
Speyer liegt in der Vorderpfalz am Oberrhein im Süden von Rheinland-Pfalz, rund 20 Kilometer südlich von Mannheim. Mit dem Auto ist die Stadt über die Autobahnen A61 und A6 erreichbar; von den Anschlussstellen führt die Beschilderung Richtung Zentrum und Dom. Wer mit der Bahn anreist, erreicht den Bahnhof Speyer über Regionalverbindungen, unter anderem aus Richtung Mannheim und Schifferstadt; vom Bahnhof sind es einige Gehminuten bis zum Dom. Für Autofahrer stehen Parkplätze und Parkhäuser in der Innenstadt bereit, von denen aus der Dom zu Fuß erreichbar ist. Aktuelle Hinweise zu Anfahrt und Parken bündelt die Tourismusseite der Stadt Speyer.
Sehenswertes im und am Dom
Krypta mit den Kaisergräbern
Die Krypta ist der älteste Bauteil des Doms und wurde bereits 1041 geweiht. Mit ihrer klaren geometrischen Gliederung und den farbig abgesetzten Gurtbögen gilt sie als eine der bedeutendsten romanischen Unterkirchen. Hier befindet sich die Grablege von acht deutschen Kaisern und Königen sowie mehreren Kaiserinnen und Bischöfen. Zu ihnen zählen die vier salischen Kaiser Konrad II., Heinrich III., Heinrich IV. und Heinrich V.
Kaisersaal und Empore
Im Kaisersaal sind Fresken von Johann von Schraudolph zu sehen, die bei der Neugestaltung des Innenraums im 19. Jahrhundert entstanden. Von der angrenzenden Empore fällt der Blick in den Innenraum des Doms. Durch ein mit einer Glasplatte abgedecktes Glockenloch im Boden reicht er hinunter bis in die Vorhalle.
Aussichtsplattform im Südturm
Wer die Treppen des Südturms erklimmt, wird mit einem weiten Rundblick belohnt. Von der Aussichtsplattform überblickt man Speyer und die Rheinebene; bei klarem Wetter reicht die Sicht weit ins Umland.
Domnapf
Vor dem Westportal steht der Domnapf, ein großes steinernes Gefäß. Er markierte einst die Grenze zwischen dem Hoheitsgebiet der Stadt und dem des Bischofs. Der Überlieferung nach stand ein Delinquent, der städtisches Recht verletzt hatte und es bis zum Domnapf schaffte, unter dem Schutz des Bischofs und war vor der städtischen Strafverfolgung sicher.
Domgarten
Der Domgarten wurde 1821 angelegt und lädt heute zum Verweilen ein. In seinem südlichen Teil steht der Ölberg – eine Figurengruppe aus Stein, die das biblische Geschehen auf dem Jerusalemer Ölberg darstellt.
Die beste Zeit für einen Besuch
Kaisersaal und Aussichtsplattform sind in der Regel im Sommerhalbjahr geöffnet und im Winter geschlossen; ein Besuch bietet sich daher vor allem zwischen Frühjahr und Herbst an. Die Krypta und der Innenraum lassen sich ganzjährig besichtigen. Da sich Öffnungszeiten und Eintrittsregelungen ändern können, lohnt vor der Anreise ein Blick auf die offizielle Seite des Doms.
Das sollten Sie bei Ihrem Besuch nicht verpassen
Zu den Höhepunkten eines Besuchs zählt der Gang durch die Krypta mit den Kaisergräbern. Anschließend lohnt der Aufstieg in den Südturm, von dem aus sich der Blick über die Stadt und die Rheinebene öffnet. Wer die Ausmalung des 19. Jahrhunderts kennenlernen möchte, sollte den Kaisersaal besuchen. Ein Spaziergang durch den Domgarten mit dem Ölberg rundet den Aufenthalt ab.
Weitere Ziele in Rheinland-Pfalz
Rheinland-Pfalz hält zahlreiche weitere Sehenswürdigkeiten bereit. Im Norden des Landes liegen die Burg Eltz und die Reichsburg Cochem, beide gut mit einer Fahrt durch das Moseltal zu verbinden. Am Mittelrhein wiederum ragt der Schieferfelsen der Loreley über den Strom.