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Usedom liegt im Südosten von Mecklenburg-Vorpommern und ist nach Rügen die zweitgrößte Insel Deutschlands. Wegen ihres milden Reizklimas und der langen Sandstrände trägt sie den Beinamen Sonneninsel. Bekannt ist Usedom vor allem für die drei Kaiserbäder mit ihrer Bäderarchitektur, für herrschaftliche Villen, hölzerne Seebrücken und kilometerlange Strände an der Ostsee. Schon im 19. Jahrhundert reisten Gäste aus Berlin und dem Umland hierher, was den Kaiserbädern ihren Namen und ihr großzügiges Ortsbild gab.
Politisch ist die Insel geteilt. Der größere, westliche Teil gehört zu Deutschland, der östliche Zipfel mit der Hafenstadt Świnoujście (Swinemünde) zu Polen und der Woiwodschaft Westpommern. Świnoujście war bis zum Zweiten Weltkrieg ein bedeutendes Seebad und gewinnt seit dem EU-Beitritt Polens wieder an Bedeutung. Eine durchgehende Strandpromenade verbindet heute die deutschen Kaiserbäder mit dem polnischen Teil der Insel.
Die Kaiserbäder Ahlbeck, Heringsdorf und Bansin
Die drei Kaiserbäder Ahlbeck, Heringsdorf und Bansin prägen das Gesicht Usedoms. Hinter breiten Sandstränden reihen sich weiße Villen und Hotels im Stil der Bäderarchitektur aneinander. Das Wahrzeichen der Insel ist die Seebrücke von Ahlbeck, die älteste erhaltene Seebrücke Deutschlands. In Heringsdorf führt eine der längsten Seebrücken an der deutschen Ostseeküste weit hinaus aufs Wasser; Läden und ein Restaurant sind in sie integriert. Bansin schließt die Reihe nach Westen ab. Über die Strandpromenaden lassen sich die drei Orte zu Fuß oder mit dem Rad bequem miteinander verbinden.
Koserow Beach | Sebastian Wallroth, Koserow Beach Streckelsberg, als gemeinfrei gekennzeichnet, Details auf Wikimedia Commons Strand auf Usedom | Erell, Kamminke Strand am Stettiner Haff westlich, CC BY 3.0
Naturpark Insel Usedom
1999 wurde die gesamte Insel samt der umgebenden Gewässer zum Naturpark Insel Usedom erklärt; einzelne Flächen standen schon zu DDR-Zeiten unter Schutz. Zur Landseite hin liegt das Achterwasser, eine ruhige Boddenlandschaft mit Schilfgürteln und kleinen Häfen. Im Inselinneren erheben sich bewaldete Hügel wie der Streckelsberg und der Golm. Im Südosten grenzt das schwer zugängliche Zerninmoor an die polnische Grenze – ein Rückzugsraum für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten.

Sehenswürdigkeiten und Ausflugsziele
Über die Grenzen der Insel hinaus bekannt ist Peenemünde im Nordwesten. Das Historisch-Technische Museum erinnert dort an die Raketenforschung, die im Zweiten Weltkrieg auf dem Gelände betrieben wurde. In Stolpe lädt die Traktoren-Welt Usedom Liebhaber historischer Landmaschinen ein. Beschaulicher geht es in der Usedomer Käserei zu, wo man Sorten verkosten und der Herstellung zusehen kann, sowie in der Blaumerie gegenüber dem alten Stadttor von Usedom – einem kleinen Café mit Blumenladen und plattdeutschem Charme.
- Tauchgondel in Zinnowitz mit Blick in die Unterwasserwelt der Ostsee
- Botanischer Garten in Mellenthin
- Koserower Salzhütten am Fuß des Streckelsbergs
- Sandskulpturen-Ausstellung nahe der deutsch-polnischen Grenze
Bernsteinorte am Achterwasser
Abseits der lebhaften Kaiserbäder liegen die ruhigen Bernsteinorte an der Landseite der Insel. In Orten wie Kölpinsee, Koserow, Ückeritz und Zempin bestimmen unberührte Natur, Schilfgürtel und schmale Strände das Bild. Nach Stürmen spült die Ostsee hier seit jeher Bernstein an, das „Gold der Ostsee“, dem die Dörfer ihren Namen verdanken.
Anreise und Mobilität auf der Insel
Vom Festland führen zwei Straßenbrücken auf die Insel: die Peenebrücke bei Wolgast im Norden und die Zecheriner Brücke im Süden. Umweltfreundlich reist man mit der Usedomer Bäderbahn (UBB) an, die die Seebäder entlang der Küste miteinander verbindet und bis in den polnischen Teil nach Świnoujście fährt. Im Sommer ergänzen Ausflugsschiffe auf der Ostsee und dem Achterwasser das Angebot. Auf der Insel selbst kommt man dank des dichten Radwegenetzes an vielen Tagen auch gut ohne Auto zurecht.
Usedom aktiv erleben
Wer die Insel aktiv erkunden möchte, findet ein gut ausgebautes Radwegenetz, das nahezu alle Orte miteinander verbindet. Dazu kommen Wander- und Nordic-Walking-Routen, geführte Ausritte von Reiterhöfen und Paddeltouren auf dem Achterwasser. Familien mit Kindern steuern gern den Kletterwald bei Ückeritz oder die Tierparks der Insel an. Wie sich ein Familienurlaub an der Küste planen lässt, zeigt unser Beitrag zum Ostsee-Urlaub mit Kindern.
Reisezeit, Wetter und Thermen
Das Klima an der Ostseeküste ist mild und wird von maritimen wie kontinentalen Einflüssen bestimmt. Die Sommermonate sind die klassische Badesaison, während sich Frühjahr und Herbst gut zum Wandern und Radfahren eignen. Das Wetter kann wechselhaft sein, deshalb lohnt sich wetterfeste Kleidung zu jeder Jahreszeit. Unabhängig vom Wetter laden mehrere Thermen und Wellnessbäder – darunter die Ostsee-Therme und die Bernstein-Therme – das ganze Jahr über zu Sauna und Meerwasserbädern ein.
Weitere Insel- und Ostseetipps
- Fehmarn – die Sonneninsel der westlichen Ostsee
- Sylt – die bekannteste Nordseeinsel
- Sylt, Rügen und Co.: Welche deutsche Insel ist die beste?

