Usedom – die Sonneninsel in der Ostsee

Strandpromenade und Düne im Kaiserbad Ahlbeck auf Usedom
Strand/Düne/Promenade/Ahlbeck – Zeppelubil / Th. Haft / Torgau, StrandDüne, CC BY-SA 3.0

Usedom liegt im Südosten von Mecklenburg-Vorpommern und ist nach Rügen die zweitgrößte Insel Deutschlands. Wegen ihres milden Reizklimas und der langen Sandstrände trägt sie den Beinamen Sonneninsel. Bekannt ist Usedom vor allem für die drei Kaiserbäder mit ihrer Bäderarchitektur, für herrschaftliche Villen, hölzerne Seebrücken und kilometerlange Strände an der Ostsee. Schon im 19. Jahrhundert reisten Gäste aus Berlin und dem Umland hierher, was den Kaiserbädern ihren Namen und ihr großzügiges Ortsbild gab.

Politisch ist die Insel geteilt. Der größere, westliche Teil gehört zu Deutschland, der östliche Zipfel mit der Hafenstadt Świnoujście (Swinemünde) zu Polen und der Woiwodschaft Westpommern. Świnoujście war bis zum Zweiten Weltkrieg ein bedeutendes Seebad und gewinnt seit dem EU-Beitritt Polens wieder an Bedeutung. Eine durchgehende Strandpromenade verbindet heute die deutschen Kaiserbäder mit dem polnischen Teil der Insel.

Usedom auf einen Blick
Lage
Ostsee, im Südosten Mecklenburg-Vorpommerns, an der Grenze zu Polen
Größe
Nach Rügen die zweitgrößte Insel Deutschlands
Zugehörigkeit
Größerer Teil Deutschland; östlicher Teil mit Świnoujście (Swinemünde) gehört zu Polen
Kaiserbäder
Ahlbeck, Heringsdorf und Bansin mit Bäderarchitektur und Seebrücken
Landschaft
Lange Sandstrände an der Ostsee, Achterwasser und Bodden zur Landseite
Naturschutz
Naturpark Insel Usedom (seit 1999)
Anreise
Über zwei Brücken vom Festland (Wolgast, Zecherin); Bahn per Usedomer Bäderbahn
Beste Reisezeit
Sommer für den Badeurlaub, Frühjahr und Herbst zum Wandern und Radfahren
Einordnung der Redaktion. Angaben zu Anreise, Öffnungszeiten und Preisen können sich ändern; aktuelle Details bei den offiziellen Stellen prüfen.

Die Kaiserbäder Ahlbeck, Heringsdorf und Bansin

Die drei Kaiserbäder Ahlbeck, Heringsdorf und Bansin prägen das Gesicht Usedoms. Hinter breiten Sandstränden reihen sich weiße Villen und Hotels im Stil der Bäderarchitektur aneinander. Das Wahrzeichen der Insel ist die Seebrücke von Ahlbeck, die älteste erhaltene Seebrücke Deutschlands. In Heringsdorf führt eine der längsten Seebrücken an der deutschen Ostseeküste weit hinaus aufs Wasser; Läden und ein Restaurant sind in sie integriert. Bansin schließt die Reihe nach Westen ab. Über die Strandpromenaden lassen sich die drei Orte zu Fuß oder mit dem Rad bequem miteinander verbinden.

Naturpark Insel Usedom

1999 wurde die gesamte Insel samt der umgebenden Gewässer zum Naturpark Insel Usedom erklärt; einzelne Flächen standen schon zu DDR-Zeiten unter Schutz. Zur Landseite hin liegt das Achterwasser, eine ruhige Boddenlandschaft mit Schilfgürteln und kleinen Häfen. Im Inselinneren erheben sich bewaldete Hügel wie der Streckelsberg und der Golm. Im Südosten grenzt das schwer zugängliche Zerninmoor an die polnische Grenze – ein Rückzugsraum für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten.

Bodden- und Naturlandschaft auf der Halbinsel Gnitz im Naturpark Insel Usedom
Landschaft auf dem Gnitz im Naturpark | Peter Schaer, Gnitz usedom, CC BY-SA 3.0

Sehenswürdigkeiten und Ausflugsziele

Über die Grenzen der Insel hinaus bekannt ist Peenemünde im Nordwesten. Das Historisch-Technische Museum erinnert dort an die Raketenforschung, die im Zweiten Weltkrieg auf dem Gelände betrieben wurde. In Stolpe lädt die Traktoren-Welt Usedom Liebhaber historischer Landmaschinen ein. Beschaulicher geht es in der Usedomer Käserei zu, wo man Sorten verkosten und der Herstellung zusehen kann, sowie in der Blaumerie gegenüber dem alten Stadttor von Usedom – einem kleinen Café mit Blumenladen und plattdeutschem Charme.

  • Tauchgondel in Zinnowitz mit Blick in die Unterwasserwelt der Ostsee
  • Botanischer Garten in Mellenthin
  • Koserower Salzhütten am Fuß des Streckelsbergs
  • Sandskulpturen-Ausstellung nahe der deutsch-polnischen Grenze

Bernsteinorte am Achterwasser

Abseits der lebhaften Kaiserbäder liegen die ruhigen Bernsteinorte an der Landseite der Insel. In Orten wie Kölpinsee, Koserow, Ückeritz und Zempin bestimmen unberührte Natur, Schilfgürtel und schmale Strände das Bild. Nach Stürmen spült die Ostsee hier seit jeher Bernstein an, das „Gold der Ostsee“, dem die Dörfer ihren Namen verdanken.

Anreise und Mobilität auf der Insel

Vom Festland führen zwei Straßenbrücken auf die Insel: die Peenebrücke bei Wolgast im Norden und die Zecheriner Brücke im Süden. Umweltfreundlich reist man mit der Usedomer Bäderbahn (UBB) an, die die Seebäder entlang der Küste miteinander verbindet und bis in den polnischen Teil nach Świnoujście fährt. Im Sommer ergänzen Ausflugsschiffe auf der Ostsee und dem Achterwasser das Angebot. Auf der Insel selbst kommt man dank des dichten Radwegenetzes an vielen Tagen auch gut ohne Auto zurecht.

Usedom aktiv erleben

Wer die Insel aktiv erkunden möchte, findet ein gut ausgebautes Radwegenetz, das nahezu alle Orte miteinander verbindet. Dazu kommen Wander- und Nordic-Walking-Routen, geführte Ausritte von Reiterhöfen und Paddeltouren auf dem Achterwasser. Familien mit Kindern steuern gern den Kletterwald bei Ückeritz oder die Tierparks der Insel an. Wie sich ein Familienurlaub an der Küste planen lässt, zeigt unser Beitrag zum Ostsee-Urlaub mit Kindern.

Reisezeit, Wetter und Thermen

Das Klima an der Ostseeküste ist mild und wird von maritimen wie kontinentalen Einflüssen bestimmt. Die Sommermonate sind die klassische Badesaison, während sich Frühjahr und Herbst gut zum Wandern und Radfahren eignen. Das Wetter kann wechselhaft sein, deshalb lohnt sich wetterfeste Kleidung zu jeder Jahreszeit. Unabhängig vom Wetter laden mehrere Thermen und Wellnessbäder – darunter die Ostsee-Therme und die Bernstein-Therme – das ganze Jahr über zu Sauna und Meerwasserbädern ein.

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