Bremer Rathaus

Bremer Rathaus mit der Fassade der Weser-Renaissance am Marktplatz
Jürgen Howaldt, RathausBremen-01-1, CC BY-SA 2.0 DE

Auf dem historischen Marktplatz, den die Bremerinnen und Bremer die „gute Stube“ nennen, steht das Bremer Rathaus. Es gehört zu den bekanntesten Bauwerken der Hansestadt und zählt zu den wenigen Rathaus-Bauten des Spätmittelalters in Europa, die über die Jahrhunderte weder zerstört noch grundlegend umgebaut wurden. Zusammen mit dem benachbarten Roland wurde es 2004 von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt.

Bremer Rathaus auf einen BlickZum ausführlichen Reiseprofil
Stärken
Kultur & Geschichte 5/5 · Kulinarik & Genuss 4/5
Beste Zeit
Sommer
Aufwand
bis 2 Stunden · günstig · drinnen und draußen
Andrang
Hoch rund um Marktplatz und Stadtmusikanten, besonders an Wochenenden
Bremer Rathaus auf einen Blick
Ort
Am Markt 21, 28195 Bremen – auf dem historischen Marktplatz der Altstadt
Baustil
gotischer Kernbau mit vorgeblendeter Fassade der Weser-Renaissance
Bauzeit
Kernbau 1405–1410; Renaissance-Fassade 1608–1612 von Lüder von Bentheim
UNESCO-Welterbe
„Rathaus und Roland“ seit 2004 auf der Liste des Weltkulturerbes
Highlights
Roland-Statue (1404), Bremer Stadtmusikanten und der Bremer Ratskeller
Nutzung
Amtssitz von Senat und Bürgermeister – kein Museum
Öffnungszeiten und Führungstermine bitte vor dem Besuch offiziell prüfen.

Ein Rathaus aus zwei Bauepochen

Das Rathaus entstand zwischen 1405 und 1410 als gotischer Saalbau. Der Rat der Stadt brauchte einen Versammlungsort, der zugleich das wachsende Selbstbewusstsein Bremens und seine Unabhängigkeit gegenüber dem erzbischöflichen Stadtherrn zeigte. Rund zwei Jahrhunderte später erschien die schlichte Front nicht mehr repräsentativ genug: Zwischen 1608 und 1612 ließ der Rat die zum Markt gewandte Seite neu gestalten.

Den Auftrag erhielt der Bremer Steinhauer und Baumeister Lüder von Bentheim. Er legte dem gotischen Kernbau eine reich gegliederte Fassade im Stil der Weser-Renaissance vor, die mit ihren Reliefs, Figuren und dem gläsernen Erker der Güldenkammer bis heute erhalten ist. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts kam mit dem Neuen Rathaus ein Anbau hinzu, der dem Senat zusätzliche Räume gab, ohne den historischen Bau zu verändern.

UNESCO-Welterbe: Rathaus und Roland

Vor dem Rathaus steht der Roland, eine gut fünf Meter hohe Steinfigur aus dem Jahr 1404. Er gilt als Sinnbild der städtischen Freiheit und der Marktrechte Bremens. Gemeinsam bilden Rathaus und Roland seit 2004 das UNESCO-Welterbe „Rathaus und Roland auf dem Marktplatz von Bremen“. Auch heute ist das Rathaus kein Museum, sondern Amtssitz von Senat und Bürgermeister: Die beiden großen Rathaushallen dienen Empfängen, Ausstellungen und Veranstaltungen. In der Oberen Halle findet am zweiten Freitag im Februar die Schaffermahlzeit statt, die als eines der ältesten fortlaufend gefeierten Brudermahle der Welt gilt.

Der Bremer Ratskeller

Unter dem Rathaus liegt der Bremer Ratskeller, in dessen Gewölben schon seit 1405 mit Wein gehandelt wird. Er beherbergt eine der bedeutendsten Sammlungen deutscher Weine; in ihr lagert auch der älteste noch erhaltene Fasswein Deutschlands, ein Rüdesheimer aus dem Jahr 1653. Führungen durch die historischen Keller und die Möglichkeit zur Weinprobe bietet der Ratskeller selbst an – aktuelle Termine und Preise stehen auf seiner Internetseite.

Rund um den Marktplatz

An der Westseite des Rathauses steht die wohl meistfotografierte Skulptur der Stadt: die Bremer Stadtmusikanten. Die Bronzegruppe von Esel, Hund, Katze und Hahn schuf der Bildhauer Gerhard Marcks 1953 nach dem Märchen der Brüder Grimm; viele Besucher fassen die blank geriebenen Vorderbeine des Esels an. Den Marktplatz säumen weitere historische Bauten: der Schütting, das frühere Kaufmannshaus und heutige Sitz der Handelskammer, sowie das Haus der Bürgerschaft, in dem das Landesparlament tagt. Wenige Schritte entfernt erheben sich die Türme des St.-Petri-Doms.

Führungen und Besuch

Weil das Rathaus ein arbeitender Amtssitz ist, sind die Innenräume nur im Rahmen von Führungen zugänglich. Diese werden über die offiziellen Stellen der Stadt organisiert; Termine, Dauer, Sprachen und Preise ändern sich und sollten vor dem Besuch dort nachgesehen werden. Der Marktplatz selbst mit Rathausfassade, Roland und Stadtmusikanten ist jederzeit frei zugänglich.

Anreise und Adresse

Das Rathaus steht Am Markt 21, 28195 Bremen, mitten in der weitgehend autofreien Altstadt. Vom Hauptbahnhof sind es zu Fuß rund zehn Minuten; mehrere Straßenbahn- und Buslinien halten an der Domsheide und in der Obernstraße in unmittelbarer Nähe. Wer mit dem Auto anreist, nutzt am besten eines der Parkhäuser am Rand der Altstadt, da der Marktplatz nicht mit dem Pkw befahren werden kann.

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Wem das Bremer Rathaus am meisten bietet

Am meisten profitieren Besucher mit Interesse an Architektur und Stadtgeschichte sowie an einem klassischen Städtetrip. Die Weser-Renaissance-Fassade, der Roland und die Bremer Stadtmusikanten lassen sich frei und ohne Eintritt besichtigen, und der Marktplatz verbindet sich leicht mit einem Bummel durch die autofreie Altstadt und den umliegenden historischen Bauten wie Schütting und St.-Petri-Dom. Auch für Interessierte an regionaler Kulinarik lohnt sich der Ort, da der Bremer Ratskeller mit seiner Weinsammlung und Führungen durch die historischen Gewölbe ein eigenständiges Ziel innerhalb des Rathauses bildet.

Weniger geeignet ist ein Besuch für alle, die die Innenräume spontan besichtigen möchten – da das Rathaus ein arbeitender Amtssitz ist, sind Ratssaal und Güldenkammer nur im Rahmen organisierter Führungen zugänglich. Auch als Ziel für Sport, Wellness oder Natur eignet sich der Ort erwartungsgemäß nicht.

Weil der Marktplatz ganzjährig frei zugänglich ist, ist ein Besuch zu jeder Jahreszeit möglich; an Wochenenden und bei laufenden Führungen ist mit mehr Betrieb rund um Rathaus und Stadtmusikanten zu rechnen. Wer eine Führung durch die Innenräume plant, informiert sich vorab über Termine, Sprachen und Preise bei den offiziellen Stellen der Stadt.

Reiseprofil: Bremer Rathaus
Wofür sich das Ziel eignet
Familie & Kinder
3/5
Action & Abenteuer
0/5
Wellness & Erholung
0/5
Kultur & Geschichte
5/5
Natur & Landschaft
0/5
Wasser & Strand
0/5
Städtetrip & Shopping
4/5
Kulinarik & Genuss
4/5
Preis-Leistung und Fotomotiv
Preis-Leistung
4/5
Fotomotiv
5/5
Beste Reisezeit
Frühling
gut
Sommer
ideal
Herbst
gut
Winter
gut
Gut zu wissen
Zeitbedarf
Ein kurzer Stopp am Marktplatz reicht, mit Führung durch die Innenräume entsprechend länger
Budget
Marktplatz und Fassade frei zugänglich, Führungen durch die Innenräume kostenpflichtig
Wetter
Gemischt – Marktplatz im Freien, Innenräume und Ratskeller drinnen
Andrang
Hoch rund um Marktplatz und Stadtmusikanten, besonders an Wochenenden
Übernachtung
Tagesausflug möglich, die Bremer Altstadt bietet zahlreiche Übernachtungsmöglichkeiten
Barrierearm / Kinderwagen
Eingeschränkt – historisches Gebäude, Zugang zu den Innenräumen nur im Rahmen von Führungen
Hunde
Vor dem Besuch bei den offiziellen Stellen der Stadt prüfen
Anreise
Zu Fuß vom Hauptbahnhof in rund zehn Minuten, sonst mit Straßenbahn oder Bus bis zur Domsheide
Als arbeitender Amtssitz sind die Innenräume nur im Rahmen von Führungen zugänglich, der Marktplatz selbst ist jederzeit frei begehbar.
Redaktionelle Einschätzung der Inlandstourismus.de-Redaktion, Stand September 2026. Preise, Öffnungszeiten und Andrang können abweichen – Angaben ohne Gewähr.

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