Speicherstadt Hamburg

Die Speicherstadt in Hamburg ist der größte zusammenhängende Lagerhauskomplex der Welt und eines der bekanntesten Wahrzeichen der Hansestadt. Auf einem Netz von Kanälen, den Fleeten, reihen sich rote Backsteinbauten aneinander, die zwischen Hafen und Innenstadt liegen. Seit 2015 gehört das Viertel gemeinsam mit dem benachbarten Kontorhausviertel und dem Chilehaus zum UNESCO-Welterbe. Heute ist die Speicherstadt weniger Warenlager als vielmehr ein Ort für Museen, Ausstellungen und Hafenrundfahrten.

Speicherstadt Hamburg
NielsFahrenkrog, HamburgSpeicherstadt, CC BY-SA 4.0
Speicherstadt Hamburg auf einen Blick
Art
Historischer Lagerhauskomplex im Hamburger Hafen – der größte zusammenhängende seiner Art weltweit.
Lage
Zwischen Hafen und HafenCity, auf Pfahlgründungen zwischen den Fleeten.
Baustil
Rote Backsteinbauten im Stil der norddeutschen Backsteingotik, gegründet auf tausenden Eichenpfählen.
Bauzeit
Ab 1883 in mehreren Abschnitten errichtet, die letzten Speicher bis in die späten 1920er Jahre.
Welterbe
Seit 2015 UNESCO-Welterbe – gemeinsam mit dem Kontorhausviertel und dem Chilehaus.
Struktur
Von Fleeten durchzogen und durch mehr als zwanzig Brücken miteinander verbunden.
Attraktionen
Speicherstadtmuseum, Miniatur-Wunderland und Hamburg Dungeon.
In der Nähe
HafenCity, Elbphilharmonie und die Landungsbrücken.
Angaben ohne Gewähr. Öffnungszeiten und Eintrittspreise der einzelnen Museen bitte vorab prüfen.

Vom Lagerhaus zum Weltkulturerbe

Errichtet wurde die Speicherstadt ab 1883 im damaligen Freihafengebiet. In mehreren Bauabschnitten entstand bis in die späten 1920er Jahre ein durchgehender Komplex aus mehrgeschossigen Lagerhäusern. Der Untergrund im Hafen ist weich und marschig, deshalb ruhen die schweren Backsteinbauten auf tausenden Eichenpfählen, die tief in den Boden gerammt wurden. Diese Gründung trägt die Gebäude bis heute. Mit der Aufnahme in die Welterbeliste 2015 würdigte die UNESCO die Speicherstadt und das angrenzende Kontorhausviertel mit dem Chilehaus als herausragendes Zeugnis des Hafen- und Handelsviertels der Industriezeit.

Fleete, Brücken und Backsteingotik

Das Bild der Speicherstadt prägen die roten Backsteinfassaden mit ihren Giebeln, Türmchen und Ziergiebeln im Stil der norddeutschen Backsteingotik. Zwischen den Speicherblöcken verlaufen die Fleete, tidebeeinflusste Wasserwege, über die die Lagerhäuser früher direkt von Schuten und Barkassen aus beliefert wurden. Viele Gebäude haben deshalb zwei Fronten: eine zur Straße und eine zum Wasser. Mehr als zwanzig Brücken verbinden die einzelnen Blöcke untereinander und mit der übrigen Stadt.

Was in den Speichern lagerte

Über Jahrzehnte war die Speicherstadt ein Umschlagplatz für Waren aus aller Welt. Gelagert, sortiert und weiterverarbeitet wurden hier vor allem Kaffee, Tee, Kakao und Gewürze, aber auch Tabak und orientalische Teppiche. An diese Handelsgeschichte erinnern heute noch traditionsreiche Betriebe, etwa eine Kaffeerösterei, in der sich Sorten aus verschiedenen Anbaugebieten verkosten lassen.

Museen und Attraktionen

Aus dem Warenlager ist ein Viertel voller Ausstellungen und Erlebnisorte geworden. Zu den bekanntesten Zielen zählen:

  • Miniatur-Wunderland – die größte Modelleisenbahnanlage der Welt mit detailreich nachgebauten Landschaften und Städten.
  • Speicherstadtmuseum – zeigt in einem historischen Lagerhaus, wie in der Speicherstadt gearbeitet und Ware gehandelt wurde.
  • Hamburg Dungeon – eine schaurig-unterhaltsame Zeitreise durch die dunkleren Kapitel der Stadtgeschichte.
  • Deutsches Zollmuseum und weitere kleine Ausstellungen rund um Handel und Hafen.

Ein beliebtes Fotomotiv ist das Wasserschloss, ein markantes Backsteingebäude an der Kreuzung mehrerer Fleete, in dem heute ein Restaurant und ein Teeladen untergebracht sind.

Die Speicherstadt vom Wasser aus erleben

Hamburg ist eng mit dem Wasser verbunden, und so lässt sich die Speicherstadt besonders gut bei einer Fahrt mit der Barkasse entdecken. Vom Boot aus gelangt man in die schmalen Fleete zwischen den Speicherblöcken und bekommt einen Eindruck von der Größe des Komplexes, den man vom Ufer allein kaum erahnt. Viele Touren verbinden die Speicherstadt mit einer Runde durch den Hamburger Hafen und die HafenCity.

Rundgang und Umgebung

Die Speicherstadt lässt sich auch zu Fuß gut erkunden, denn die Wege zwischen den Blöcken und über die Brücken sind kurz. Direkt an das Viertel schließt die HafenCity an, eines der großen Stadtentwicklungsgebiete Europas, in dem mit der Elbphilharmonie ein weiteres Wahrzeichen der Stadt entstanden ist. Ein Besuch der Speicherstadt lässt sich daher gut mit einem Spaziergang durch die HafenCity und zu den Landungsbrücken verbinden.

Wann lohnt sich ein Besuch?

Die Speicherstadt ist ganzjährig einen Ausflug wert. An milden Tagen laden die Fleete und Brücken zum Bummeln ein, während die Museen bei Regenwetter eine Alternative unter Dach bieten. Ein besonderes Bild ergibt sich in der Dämmerung, wenn die beleuchteten Backsteinfassaden sich im Wasser spiegeln. Wer die beliebten Attraktionen wie das Miniatur-Wunderland besuchen möchte, sollte Tickets nach Möglichkeit vorab reservieren, da diese vor allem an Wochenenden und in den Ferien stark gefragt sind.

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