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Von den sieben bewohnten Ostfriesischen Inseln gilt Spiekeroog als die ruhigste. Sie liegt zwischen Langeoog und Wangerooge und ist damit die zweitöstlichste Insel vor der niedersächsischen Nordseeküste. Bis zum Festland sind es nur wenige Kilometer. Auf der Insel leben etwa 800 Menschen, die überwiegend vom Tourismus leben. Die Endung „-oog“ bedeutet im Niederdeutschen schlicht „Insel“. Wegen ihrer üppigen Dünen- und Salzwiesenlandschaft trägt Spiekeroog auch den Beinamen „grüne Insel“.
Kurze Geschichte von Spiekeroog
Von der ersten urkundlichen Erwähnung im Jahr 1398 bis zum Aufkommen des Bädertourismus gegen Ende des 18. Jahrhunderts lebten nur wenige Menschen auf Spiekeroog. Sie ernährten sich von Landwirtschaft und Fischfang; zeitweise brachten Walfang und Schmuggel zusätzliche Einnahmen. Nachdem 1797 auf Norderney das erste deutsche Nordseebad gegründet worden war, kamen ab etwa 1820 auch die ersten Badegäste nach Spiekeroog. Von da an stieg die Zahl der Gäste stetig, und der Tourismus wurde zum wirtschaftlichen Rückgrat der Insel.
Was man auf Spiekeroog erleben kann
Ein echtes Wahrzeichen ist die Museumspferdebahn, die zwischen dem Westend und dem historischen Bahnhof verkehrt. Die von einem Pferd gezogene kleine Bahn ist nicht nur für Kinder ein besonderes Erlebnis.
Wer an der Nordsee ist, sollte eine Wattwanderung nicht verpassen. Erfahrene Wattführer bieten geführte Touren auch auf Spiekeroog an; je nach Route sollte man dafür mehrere Stunden einplanen. Auch mit Kindern ist die Wanderung durch das Wattenmeer ein lohnendes Erlebnis.
Eine Besonderheit ist die örtliche Reitschule: Von hier aus lässt sich ein Ausritt durch das flache Wattenmeer unternehmen – eine Kulisse, die es so kaum anderswo gibt.
Bei schlechtem Wetter bietet sich mit Kindern der Indoor-Spielplatz „Trockendock“ an. Dort gibt es unter anderem einen nachgebauten Fischkutter zum Toben, eine Tunnelrutsche und viel Sand zum Bauen. Ein wechselndes Programm von Kochkursen bis zur Aquarellmalerei spricht auch Erwachsene an.
Ebenfalls wetterunabhängig ist das Inselmuseum, das in einem ehemaligen Kapitänshaus von 1715 untergebracht ist. Es widmet sich der Inselgeschichte mit den Schwerpunkten Schifffahrt und Seenotrettung und zeigt eine typische historische Insulanerstube. Im Obergeschoss befindet sich ein Trauzimmer, in dem man heiraten kann. Rund um das Haus sind Wrackteile gestrandeter Schiffe ausgestellt.
Vom Hafen aus lässt sich mit dem kleinen Kutter „Gorch Fock“ ein Tagesausflug über das Wattenmeer zu den Seehundbänken und wieder zurück unternehmen.
Wer es ruhiger mag, findet in der Inselbuchhandlung Lesestoff oder besucht das kleine Inselkino, das regelmäßig aktuelle Filme zeigt.
Sehenswerte Bauwerke auf Spiekeroog
Trotz der geringen Besiedlung gibt es einige sehenswerte Gebäude auf der Insel:
- Altes Inselhaus – das älteste Haus der Insel von 1705
- Alte Inselkirche von 1696 – die älteste Kirche der Ostfriesischen Inseln
- Katholische Kirche St. Peter von 1971 in Form einer Pyramide



Sehenswert ist außerdem die Skulptur „De Utkieker“, die rund 3,5 Meter hoch auf einer Düne steht und eine ausschauende Figur darstellt. Weitere Skulpturen finden sich in Hafennähe.
Autofreie Insel: Ruhe als Markenzeichen
Auf Spiekeroog gibt es – abgesehen von Feuerwehr- und Rettungsfahrzeugen – keinen Autoverkehr. Das sorgt für einen ruhigen Aufenthalt ohne Lärm und Abgase. Auch die Nutzung von Fahrrädern ist stark eingeschränkt: Grund sind die engen Gassen im Ort und der Wunsch nach Ruhe. Ganz verboten sind Räder aber nicht.
Als einzige der Ostfriesischen Inseln besitzt Spiekeroog keinen Flugplatz. Einen solchen gab es bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs. Am Hafen steht jedoch ein Hubschrauberlandeplatz für medizinische Notfälle und für die Abreise bereit, wenn der Fährbetrieb witterungsbedingt ruht.
Das Wappen der Insel, entworfen 1968, zeigt ein zweimastiges goldenes Schiff auf silbernen Wellen.
Prominente Gäste
Spiekeroog war wiederholt Urlaubsziel bekannter Persönlichkeiten. Gleich mehrere Bundespräsidenten verbrachten hier ihren Urlaub, darunter Gustav Heinemann, Richard von Weizsäcker und Johannes Rau. Johannes Rau besaß ein eigenes Ferienhaus auf der Insel, heiratete 1982 in der Alten Inselkirche und wurde im Jahr 2000 Ehrenbürger von Spiekeroog.
Beste Reisezeit für Spiekeroog
Am angenehmsten ist ein Aufenthalt in den Sommermonaten von Juni bis September, wenn es am wärmsten und sonnigsten ist und das Baden im Meer möglich ist. Wer die raue Seite der Nordsee mag, kommt auch im Frühjahr, Herbst und Winter auf seine Kosten – dann ist die Insel ruhiger, dafür sind Sonne und Strandwetter weniger verlässlich. Das Reizklima gilt als mild; Wind und Wetter können jedoch zu jeder Jahreszeit rasch wechseln.
Anreise: Fähre ab Neuharlingersiel

Spiekeroog ist autofrei und wird per Fähre erreicht. Sie verkehrt zwischen dem Festlandhafen Neuharlingersiel und dem Hafen von Spiekeroog. Der Fahrplan richtet sich nach den Gezeiten. Da die Fähren gut ausgelastet sind, empfiehlt sich die Buchung der Tickets im Voraus.
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