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Hoch über der Nürnberger Altstadt erhebt sich auf einem Sandsteinfelsen die Kaiserburg, das Wahrzeichen der Stadt und eine der bedeutendsten Reichsburgen des Mittelalters. Über Jahrhunderte war sie Aufenthaltsort der römisch-deutschen Könige und Kaiser, die hier Reichsversammlungen und Hoftage abhielten. Bis heute prägt ihre weithin sichtbare Silhouette das Bild Nürnbergs.
Geschichte und Bedeutung
Die Kaiserburg steht für die Rolle Nürnbergs als bedeutende Reichsstadt und für die Geschichte des Heiligen Römischen Reiches. Vom hohen Mittelalter bis in die frühe Neuzeit suchten die römisch-deutschen Herrscher die Burg regelmäßig auf und nutzten sie als Ort ihrer Reichsversammlungen und Hoftage.
Streng genommen ist die Kaiserburg nicht eine einzelne Burg, sondern Teil der gesamten Nürnberger Burg. Zu dieser gehörte auch eine Burggrafenburg, die jedoch nahezu vollständig zerstört wurde; erhalten sind von ihr im Wesentlichen der Fünfeckturm und einzelne Reste. Weil die Burggrafenburg heute weitgehend fehlt, wird die westlich gelegene Kaiserburg meist stellvertretend für die ganze Anlage genannt. Weitere Bauten wie die Kaiserstallung und der Turm Luginsland liegen im Norden und Osten der Burganlage.

Die Burganlage
Das Herzstück der Kaiserburg bildet der Palas, der repräsentative Saalbau. Zu ihm gehören ein unterer und ein oberer Saal sowie ein Wohntrakt mit mehreren Gemächern. In unmittelbarer Verbindung mit dem Palas entstand um 1200 die romanische Doppelkapelle, die als künstlerisch bedeutendster Teil der Burg gilt.
Im östlichen Bereich des Vorhofs steht der Sinwellturm aus der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts, der ursprünglich vor allem der Verteidigung diente. Sein Name geht auf das mittelhochdeutsche Wort für „völlig rund“ zurück und beschreibt seine zylindrische Form. Über eine Treppe im Inneren gelangt man auf die Aussichtsplattform, von der aus sich die gesamte Stadt überblicken lässt. In der Nähe liegt das Brunnenhaus mit dem Tiefen Brunnen, dessen Schacht über 50 Meter in den Fels reicht und die Wasserversorgung der Burg auch in Belagerungszeiten sicherte.
Zur Anlage gehören außerdem mehrere Gärten. Der historische Burggarten wurde auf den Bastionen angelegt; hinzu kommt der Maria-Sibylla-Merian-Garten, der an die aus Nürnberg stammende Naturforscherin und Künstlerin erinnert. Ältere Anlagen wie die „Hängenden Gärten“ Kaiser Friedrichs III. sind dagegen nicht erhalten geblieben.
Besuch, Museum und Anreise
Bei einem Rundgang lassen sich der Palas mit seinen historischen Innenräumen, die Doppelkapelle, das Brunnenhaus und der Sinwellturm besichtigen. In der Kemenate ist das Kaiserburg-Museum untergebracht, eine Außenstelle des Germanischen Nationalmuseums. Es zeigt Waffen und Rüstungen, Modelle sowie Funde zur Bau- und Wehrgeschichte der Burg und ist über einen Durchgang direkt in den Burgrundgang eingebunden.
Die Kaiserburg liegt zentral in der Nürnberger Altstadt und ist bequem zu Fuß oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar; Haltestellen in der Nähe sind unter anderem Tiergärtnertor und Burgstraße. Eigene Besucherparkplätze gibt es an der Burg nicht, sodass sich die ausgeschilderten Parkhäuser in der Innenstadt anbieten. Die Burg ist ganzjährig geöffnet, im Sommerhalbjahr in der Regel mit längeren Öffnungszeiten als im Winter. Die genauen und aktuell gültigen Zeiten sowie die Eintrittspreise stehen auf der offiziellen Website der Bayerischen Schlösserverwaltung; ein Blick dorthin lohnt sich vor jedem Besuch.
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Weiterführende Quellen
- Offizielle Website der Kaiserburg Nürnberg (Bayerische Schlösserverwaltung)
- Bayerische Schlösserverwaltung: Objektseite Kaiserburg Nürnberg
- Kaiserburg-Museum beim Germanischen Nationalmuseum
- Tourismus Nürnberg: Besuch und Anreise
Für wen sich die Kaiserburg Nürnberg lohnt
Die Kaiserburg richtet sich vor allem an Besucher mit Interesse an mittelalterlicher Reichsgeschichte und Architektur. Der Palas mit seinen historischen Innenräumen, die romanische Doppelkapelle und das Kaiserburg-Museum in der Kemenate vermitteln die Rolle Nürnbergs als Ort kaiserlicher Reichsversammlungen und Hoftage. Wer zusätzlich einen Ausblick über die Stadt sucht, findet ihn von der Aussichtsplattform des Sinwellturms, die allerdings nur über eine Innentreppe erreichbar ist.
Für Familien mit kleinen Kindern oder für Besucher, die Natur, Wasser oder Bewegung an der frischen Luft suchen, bietet die Burg wenig: Das Angebot ist auf Architektur, Geschichte und Museum ausgerichtet, nicht auf Spiel oder Sport. Auch wer keine Treppen steigen kann oder möchte, sollte den Aufstieg zum Sinwellturm über die enge Innentreppe einplanen oder gleich auslassen.
Da die Burg zentral in der Altstadt liegt und ganzjährig geöffnet ist, lässt sie sich unkompliziert mit einem Stadtbummel verbinden. Im Sommerhalbjahr gelten in der Regel längere Öffnungszeiten als im Winter, weshalb sich die wärmeren Monate für einen ausführlichen Rundgang eher eignen. Weil eigene Besucherparkplätze fehlen, empfiehlt sich die Anreise zu Fuß, mit öffentlichen Verkehrsmitteln oder über die ausgeschilderten Parkhäuser rund um die Altstadt.