Englischer Garten in München

Englischer Garten in München mit Blick über die Parklandschaft
Quelle: designpoint / pixabay

Der Englische Garten zählt zu den größten innerstädtischen Parkanlagen der Welt und prägt den Nordosten von München am Westufer der Isar. Mit weiten Wiesen, Waldstücken und Wasserläufen ist er weit mehr als eine Grünfläche und gehört für viele Münchnerinnen und Münchner zum Alltag. Seit den 1960er-Jahren teilt der Isarring, eine vierspurige Hauptverkehrsstraße, das Gelände in einen stadtnahen Südteil und einen weitläufigeren, ruhigeren Nordteil.

Geschichte

Angelegt wurde der Park ab 1789. Die Idee ging auf Benjamin Thompson zurück, den späteren Reichsgrafen von Rumford, der im Dienst von Kurfürst Karl Theodor stand. Zunächst als Militärgarten gedacht, war die Anlage von Anfang an auch der Allgemeinheit zugänglich. Die gärtnerische Gestaltung übernahmen Friedrich Ludwig von Sckell und Reinhard von Werneck. Weil das Gelände dem Vorbild englischer Landschaftsparks folgt, trägt es den Namen Englischer Garten. In den folgenden Jahrzehnten kamen weitere Wege, Wiesen und Bauwerke hinzu.

Englischer Garten München: Fakten im Überblick
Lage
München, am Westufer der Isar
Angelegt ab
1789, unter Kurfürst Karl Theodor
Idee
Benjamin Thompson, Reichsgraf von Rumford
Gestaltung
Friedrich Ludwig von Sckell und Reinhard von Werneck
Ausdehnung
eine der größten innerstädtischen Parkanlagen der Welt
Bekannte Bauwerke
Chinesischer Turm, Monopteros, Japanisches Teehaus, Rumford-Schlösschen
Besonderheit
Eisbachwelle zum Flusssurfen, Kleinhesseloher See
Angaben ohne Gewähr, Stand der Redaktion.

Sport und Freizeit

Der Park bietet viel Platz für Bewegung. Jogger und Radfahrer nutzen das weit verzweigte Wegenetz, auf den großen Wiesen wird Frisbee gespielt oder eine Slackline zwischen den Bäumen gespannt, und die Bolzplätze laden zu einer Runde Fußball ein. Am südlichen Rand sorgt die Eisbachwelle für ein bekanntes Bild: Auf der stehenden Welle des Eisbachs surfen geübte Sportler mitten in der Stadt. Ruhiger geht es am Kleinhesseloher See zu, wo sich ein Ruder- oder Tretboot leihen lässt. Der Schwabinger Bach bietet eine sanftere Abkühlung als der reißende Eisbach. Im Norden trifft man auf Yoga- und Tai-Chi-Gruppen sowie auf mehrere Reitwege. Im Winter laden der zugefrorene See zum Schlittschuhlaufen und der Hügel am Monopteros zum Rodeln ein. Der Garten ist frei zugänglich und kostet keinen Eintritt.

Biergärten

Zum Englischen Garten gehören mehrere Biergärten. Der Biergarten am Chinesischen Turm zählt zu den größten und bekanntesten der Stadt; hier sitzt man im Schatten der Bäume oft bis in den Abend. Am Kleinhesseloher See liegt das Seehaus mit Blick über das Wasser. Weiter nördlich folgen der Biergarten Hirschau, der Aumeister als nördlichster Biergarten des Parks sowie das Mini-Hofbräuhaus. Eine bekannte Adresse für bayerische Gemütlichkeit in der Innenstadt ist zudem das Hofbräuhaus München.

Bauwerke

Der Monopteros, ein tempelartiger Rundbau auf einem Hügel, bietet einen weiten Blick über den Park und die Stadt. Ein Wahrzeichen ist der Chinesische Turm, an dessen Fuß ein Karussell im Biedermeierstil steht. Auf einer künstlich angelegten Insel im Schwabinger Bach liegt das Japanische Teehaus, in dem jedes Jahr ein Japanfest stattfindet. Das Rumford-Schlösschen dient heute als Kultur- und Naturtreff für Jugendliche.

Der Südteil grenzt an die Innenstadt und ist zu Fuß, mit dem Rad und über den öffentlichen Nahverkehr gut erreichbar. Wer weitere Ziele in München und Umgebung sucht, wird beim Deutschen Museum, im Tierpark Hellabrunn und bei einem Ausflug zur Zugspitze fündig. Hintergründe zur Pflege der historischen Anlage bietet die Bayerische Schlösserverwaltung.