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Auf rund 157 Hektar ehemaliger Hafenfläche wächst seit 2001 ein kompletter Stadtteil, und das meiste davon können Sie ohne Eintritt ablaufen: Promenaden, Kais und Plätze zwischen Sandtorkai und Baakenhafen stehen offen. Geld kostet erst, was drinnen liegt. Die öffentliche Aussichtsebene der Elbphilharmonie in 37 Metern Höhe verlangt ab dem 5. Oktober 2026 5,00 Euro je Person, davor war der Zugang kostenlos. Das Internationale Maritime Museum im Kaispeicher B nimmt ab 18,00 Euro für Erwachsene. Für einen Rundgang über die Kais reichen drei bis vier Stunden, und die U4 hält mit drei Stationen mitten im Gebiet.
Zwei Ziele in diesem Stadtteil haben auf inlandstourismus.de eigene Beiträge, und die sollten Sie nicht verwechseln: Der Beitrag zur Speicherstadt Hamburg behandelt die Backsteinlager am Zollkanal, der Beitrag zur Elbphilharmonie das Konzerthaus mit Sälen, Plaza-Führungen und Konzertbetrieb. Hier geht es um den Stadtteil als Ganzes: um die zehn Quartiere, das kostenlose Forum mit Stadtmodell, die Führungen am Wochenende, das Überseequartier, das Parken und die Tourismustaxe. Offiziell besteht der Stadtteil seit dem 1. März 2008, die Bauarbeiten laufen seit dem 9. April 2001 und sind bis heute nicht abgeschlossen.
Vom Baumwall über den Sandtorkai zum Baakenhafen
Ein sinnvoller Start ist der Baumwall am westlichen Rand, wo die U3 hält und der Kaispeicher A mit dem Glasaufbau der Elbphilharmonie über dem Wasser steht. Von dort führt der Weg am Sandtorkai nach Osten, immer am Wasser entlang. Der Belag ist fest, es gibt keine Steigung, und die Hafenbecken bleiben fast durchgehend in Sichtweite. Dieser erste Abschnitt ist zu Fuß schnell geschafft, Zeit kostet eher das Stehenbleiben.
Die zweite Station liegt ein Stück landeinwärts: der Sandtorpark, eine Grünfläche mit Rasenhügel zwischen Wohn- und Bürohäusern. Dort sehen Sie, wie der Stadtteil im Alltag funktioniert: Wohnhäuser und Büros stehen um eine Grünfläche herum, die den Bewohnern gehört und nicht den Tagesgästen. Zum 31. Dezember 2024 wohnten in der HafenCity 8.062 Menschen; geplant sind bis zu 16.000 Wohnungen und bis zu 45.000 Arbeitsplätze, womit die Hamburger Innenstadt rechnerisch um 40 Prozent wächst.

Weiter östlich folgt als dritte Station das Überseequartier mit eigener U4-Station, dem Kreuzfahrtterminal und dem Einkaufszentrum. Station vier ist die Hochschule an der Station HafenCity Universität, wo die Bebauung lockerer wird. Am Baakenhafen ganz im Osten endet die Runde: ein langgestrecktes Hafenbecken mit Baufeldern, an dem das Informationsforum der Entwicklungsgesellschaft sitzt. Für die ganze Strecke mit Pausen sollten Sie drei bis vier Stunden ansetzen, den Rückweg nimmt Ihnen die U4 ab.
Die Plaza der Elbphilharmonie in 37 Metern Höhe
Die Plaza ist die öffentliche Ebene zwischen Backsteinsockel und Glasaufbau, ein umlaufender Freiluftbalkon mit Blick über Hafen, Elbe und Innenstadt. Hinauf geht es über eine gebogene Rolltreppe von 82 Metern Länge; weil sie einen Bogen beschreibt, sehen Sie das andere Ende nicht, und der Ausblick öffnet sich erst oben. Geöffnet ist täglich von 10:00 bis 24:00 Uhr, letzter Einlass um 23:30 Uhr. Die späten Stunden sind der ruhigere Teil des Tages, und die beleuchtete Hafenkante ist dann das bessere Motiv.

Beim Preis ändert sich etwas Grundlegendes: Bis zum 4. Oktober 2026 kommen Sie kostenlos hinauf, ab dem 5. Oktober 2026 kostet der Zugang 5,00 Euro je Person. Gruppen ab zehn Personen zahlen bei Vorbuchung 2,00 Euro je Person. Wer nicht nur schauen, sondern etwas über das Haus hören will, bucht die Plaza-Führung für 13,00 Euro. Zeiten, Tickets und Zugangsregeln stehen bei der Elbphilharmonie Hamburg.
Wie sich in diesem Stadtteil wohnen lässt, wenn die Tagesgäste abends wieder weg sind, zeigt eine Reportage des NDR über Bewohner, Bauherren und offene Baufelder. Sie ist am 18. November 2022 erschienen, das Einkaufszentrum im Überseequartier kommt darin also noch nicht vor.
Kaispeicher B, Maritimes Museum und die Backsteinlager der Speicherstadt
Der Kaispeicher B an der Koreastraße 1 ist ein Backsteinbau am Rand des Elbtorquartiers und beherbergt das Internationale Maritime Museum Hamburg mit neun Ausstellungsdecks zur Schifffahrt, von Navigation und Schiffbau bis zu Modellen und Gemälden. Geöffnet ist täglich von 10:00 bis 18:00 Uhr. Erwachsene zahlen ab 18,00 Euro, Kinder von 6 bis 17 Jahren 13,00 Euro, bis einschließlich fünf Jahren ist der Eintritt frei. Wer alle Decks sehen will, sollte mehrere Stunden einplanen und den Besuch nicht an den Schluss eines langen Rundgangs hängen.

Nördlich davon, durch den Zollkanal von der Altstadt getrennt, beginnt die Speicherstadt. Sie gehört zum selben Stadtteil, sieht aber vollkommen anders aus: rote Backsteingiebel statt Glas, Fleete statt Straßen, Lagerböden statt Wohnungen. Der Wechsel vom Neubaugebiet in die alten Speicherblöcke dauert wenige Minuten und führt in einen vollkommen anderen Baubestand. Was es dort im Einzelnen zu sehen gibt und wann das Licht auf den Fleeten steht, lesen Sie im Beitrag zur Speicherstadt; hier bleibt es bei der Einordnung.

Hafen.City.Horizonte: Stadtmodell und kostenlose Führungen am Wochenende
Das Forum für Stadt und Zukunft an der Baakenallee 33, Zugang über den Lola-Rogge-Platz, ist die Anlaufstelle für alle, die wissen wollen, nach welchem Plan hier gebaut wird. Auf rund 200 Quadratmetern steht ein Holzmodell im Maßstab 1:750, dazu kommen Tafeln und Wechselausstellungen zu einzelnen Quartieren. Der Eintritt kostet nichts. Geöffnet ist dienstags bis freitags von 10:00 bis 16:00 Uhr und samstags sowie sonntags von 11:00 bis 16:00 Uhr; montags bleibt das Forum geschlossen.
Von derselben Adresse starten die Führungen durch den Stadtteil, jeden Samstag und Sonntag, jeweils zwei Stunden lang und ebenfalls kostenlos. Zur Wahl stehen zwei Themen: „Stadtleben HafenCity“ nimmt Wohnen, Schule und Nachbarschaft in den Blick, „Stadtraum HafenCity“ die Architektur, den Flutschutz und die Freiflächen. Eine Anmeldung ist nötig, Gruppen können eigene Termine anfragen. Wer den Stadtteil nicht nur fotografieren, sondern verstehen will, legt den Besuch deshalb auf ein Wochenende. Die aktuellen Termine führt die HafenCity Hamburg GmbH.
Überseequartier: Westfield, Cruise Center und die Kais am Wasser
Das Überseequartier misst 14 Hektar und ist eines der zehn Quartiere. Seit dem 8. April 2025 ist dort das Westfield Hamburg-Überseequartier offen, ein Einkaufszentrum mit rund 170 Geschäften und über 40 Gastronomiebetrieben. Dazu kommen fünf Hotels mit zusammen über 1.000 Zimmern und mehr als 3.500 Fahrradstellplätze. Der Zugang kostet nichts, und weil alles überdacht liegt, ist das Quartier die naheliegende Ausweichfläche, wenn der Wind von der Elbe kommt.
Direkt am Wasser liegt das Cruise Center HafenCity mit zwei Liegeplätzen, an denen gleichzeitig bis zu 3.600 Passagiere abgefertigt werden können. Für Besucher hat das zwei Seiten: Der Kai ist frei zugänglich und ein guter Platz, um ein Schiff auslaufen zu sehen. An Anlauftagen füllen sich dafür Promenaden, Restaurants und die U4 spürbar. Werktags am Vormittag ist es im ganzen Quartier deutlich ruhiger als an einem Samstagnachmittag, und wer in Ruhe fotografieren will, kommt besser früh.
Anreise mit U4, S-Bahn und Fähre 72, Parken und Tourismustaxe
Ohne Auto ist der Stadtteil am einfachsten zu erreichen. Die U4 fährt seit 2012 und wurde 2018 verlängert; sie hält an den Stationen Überseequartier, HafenCity Universität und Elbbrücken. Am östlichen Rand kommt seit 2019 die S-Bahn-Station Elbbrücken dazu, am westlichen Rand die U3 am Baumwall. Die Buslinien 2, 4, 111, 119, 130 und 602 erschließen die Straßen dazwischen, die Haltestelle Am Sandtorkai bedienen die Linien 2 und 111. Vom Wasser her fährt die Hafenfähre der Linie 72 den Anleger Elbphilharmonie an. Fernzüge halten im Hamburger Hauptbahnhof, von dort sind es mit der U-Bahn wenige Minuten.
Mit dem Auto wird der Besuch teurer. Die Tiefgarage Überseequartier an der Überseeallee 3 hat 1.173 Stellplätze, ist durchgehend geöffnet und kostet 3,00 Euro je angefangene Stunde, höchstens 28,00 Euro am Tag; die Einfahrtshöhe beträgt 2,10 Meter. Das Parkhaus unter der Elbphilharmonie hat 435 Plätze und verlangt bei Onlinevorbuchung 22,00 Euro für vier Stunden oder 35,00 Euro für 24 Stunden, jede weitere Stunde ab 5,50 Euro; gebucht werden muss mindestens zwei Stunden im Voraus, sonst gilt der Pauschalpreis nicht. Dazu kommt eine Einschränkung, die Sie in die Route einrechnen sollten: Die westliche Niederbaumbrücke ist wegen der Instandsetzung historischer Kaimauern bis Februar 2028 für Autos und Radfahrer gesperrt, die Umfahrung läuft über die Brooksbrücke.
Wer im Stadtteil übernachtet, zahlt die Hamburger Kultur- und Tourismustaxe je Person und Nacht, gestaffelt nach dem Nettopreis der Unterkunft: 0,60 Euro bei einem Nettopreis von 10,01 bis 25,00 Euro, bis zu 4,80 Euro bei Nettopreisen bis 200,00 Euro, und je weitere 50,00 Euro Nettopreis kommen 1,20 Euro hinzu. Unter 10,00 Euro netto fällt nichts an. Allein im Überseequartier stehen fünf Hotels, langfristig sind im Stadtteil bis zu 3.000 Hotelzimmer vorgesehen. Wenn Sie Hamburg als Städtereise planen, hilft die Übersicht zu Städtetrips in Deutschland bei der Auswahl weiterer Ziele; Auskünfte vor Ort gibt außerdem die Tourist-Information im Hauptbahnhof, montags bis samstags von 09:00 bis 19:00 Uhr sowie sonntags und an Feiertagen von 10:00 bis 18:00 Uhr, Termine und Angebote listet Hamburg Tourismus.
Für wen sich die HafenCity lohnt
Am meisten holen Städtereisende ohne Auto heraus. Drei U4-Stationen, die S-Bahn an den Elbbrücken und die Fähre 72 bringen Sie an jeden Punkt des Stadtteils, die Wege dazwischen sind kurz, eben und gut befestigt. Für Architektur- und Stadtplanungsinteressierte ist der Stadtteil ein eigener Anlass: Das Forum mit dem Modell kostet nichts, die beiden Führungsthemen am Wochenende ebenfalls nicht, und zwischen Sandtorkai und Baakenhafen lassen sich mehr als zwanzig Jahre Planungsgeschichte an den Fassaden ablesen. Auch wer sparsam unterwegs ist, kommt weit: Promenaden, Plätze, Kais und das Einkaufszentrum verlangen keinen Eintritt, bezahlt wird nur, was Sie gezielt ansteuern. Fotografisch ist das Wasser der Trumpf, weil fast jeder Standort eine Spiegelung hergibt.
Weniger passend ist das Ziel, wenn Sie historische Altstadt suchen. Gebaut wird hier seit 2001, alte Bausubstanz gibt es nur in der Speicherstadt am nördlichen Rand. Für Autofahrer ist der Stadtteil kein bequemes Ziel: 3,00 Euro je Stunde in der Tiefgarage, 22,00 Euro für vier Stunden unter der Elbphilharmonie und die bis Februar 2028 gesperrte Niederbaumbrücke summieren sich zu Aufwand und Kosten. Wer die Plaza noch kostenlos sehen möchte, muss sich beeilen, denn ab dem 5. Oktober 2026 kostet der Zugang 5,00 Euro. Familien mit kleinen Kindern finden Grünflächen und im Maritimen Museum ein Schlechtwetterziel, aber keine Attraktion, die einen ganzen Tag trägt.
Die beste Zeit sind Frühjahr und Sommer, wenn die Kais nutzbar sind und die Terrassen offen haben; im Herbst und Winter zieht der Wind über die freien Flächen am Wasser. Am ruhigsten ist es werktags am Vormittag, am vollsten an Wochenenden und an Tagen mit Kreuzfahrtanlauf.
Häufige Fragen zur HafenCity
Was kostet der Besuch der HafenCity?
Der Stadtteil selbst kostet nichts. Promenaden, Kais, Plätze und Parks sind frei zugänglich, ebenso das Forum Hafen.City.Horizonte und die Führungen am Wochenende.
Eintritt fällt nur punktuell an: Die Elbphilharmonie-Plaza ist bis zum 4. Oktober 2026 kostenlos und kostet danach 5,00 Euro je Person, das Internationale Maritime Museum verlangt ab 18,00 Euro für Erwachsene und 13,00 Euro für Kinder von 6 bis 17 Jahren.
Gibt es kostenlose Führungen durch die HafenCity?
Ja. Jeden Samstag und Sonntag starten an der Baakenallee 33 Rundgänge, die jeweils zwei Stunden dauern und nichts kosten.
Zur Wahl stehen die Themen „Stadtleben HafenCity“ und „Stadtraum HafenCity“. Eine Anmeldung ist erforderlich, Gruppenführungen gibt es auf Anfrage.
Wie kommt man in die HafenCity?
Mit der U4 zu den Stationen Überseequartier, HafenCity Universität und Elbbrücken, mit der S-Bahn zur Station Elbbrücken oder mit der Hafenfähre der Linie 72 zum Anleger Elbphilharmonie.
Dazu kommen die Buslinien 2, 4, 111, 119, 130 und 602. Vom Hauptbahnhof sind es mit der U-Bahn wenige Minuten, ein eigenes Auto brauchen Sie nicht.
Wo kann man in der HafenCity parken?
In der Tiefgarage Überseequartier an der Überseeallee 3 mit 1.173 Plätzen für 3,00 Euro je angefangene Stunde, höchstens 28,00 Euro am Tag. Die Einfahrtshöhe liegt bei 2,10 Meter.
Unter der Elbphilharmonie stehen 435 Plätze zur Verfügung, bei Onlinevorbuchung 22,00 Euro für vier Stunden. Die westliche Niederbaumbrücke ist bis Februar 2028 für Autos gesperrt.
Wie groß ist die HafenCity?
Das Neubaugebiet umfasst rund 157 Hektar ehemaliger Hafenfläche, der Stadtteil insgesamt 2,4 Quadratkilometer, aufgeteilt in zehn Quartiere.
Zum 31. Dezember 2024 wohnten dort 8.062 Menschen. Geplant sind bis zu 16.000 Wohnungen und bis zu 45.000 Arbeitsplätze.
Wann hat das Westfield Hamburg-Überseequartier eröffnet?
Am 8. April 2025, im 14 Hektar großen Überseequartier mit eigener U4-Station.
Das Center hat rund 170 Geschäfte und über 40 Gastronomiebetriebe; darüber liegen fünf Hotels mit über 1.000 Zimmern.
Was sich mit der HafenCity verbinden lässt
- Speicherstadt Hamburg, 0,6 Kilometer: die Backsteinlager am Zollkanal, direkt nördlich anschließend und im eigenen Beitrag zur Speicherstadt ausführlich beschrieben.
- Elbphilharmonie, 0,8 Kilometer: das Konzerthaus auf dem Kaispeicher A, Säle und Führungen stehen im Beitrag zur Elbphilharmonie.
- Miniatur Wunderland Hamburg, 0,7 Kilometer: die Modellbahnanlage in einem Speicherblock, das Ausweichziel bei Regen, siehe Miniatur Wunderland.
- Internationales Maritimes Museum, 0,5 Kilometer: im Kaispeicher B, täglich von 10:00 bis 18:00 Uhr, Erwachsene ab 18,00 Euro.
- Hamburger Hafen mit Landungsbrücken, 1,5 Kilometer: Anleger, Barkassen und Hafenrundfahrten gegenüber, beschrieben im Beitrag zum Hamburger Hafen.
Angaben Stand September 2026. Quellen: hafencity.com, Wikipedia/Wikidata, HafenCity Hamburg GmbH (Projektentwickler), Elbphilharmonie Hamburg. Preise und Öffnungszeiten ändern sich; bitte vor dem Besuch beim Betreiber prüfen.
