Maultaschen: die schwäbische Antwort auf Ravioli

Maultaschen sind gefüllte Teigtaschen aus Schwaben und gehören zu den bekanntesten Gerichten des deutschen Südwestens. Ein dünn ausgerollter Nudelteig umschließt dabei eine herzhafte Füllung. Wegen dieser Machart werden Maultaschen oft mit italienischen Ravioli verglichen – sie sind allerdings deutlich größer und haben eine eigene Tradition. Verbreitet sind sie vor allem in Baden-Württemberg.

Maultaschen

Maultaschen auf einen Blick
Art des Gerichts
Gefüllte Teigtaschen aus dünn ausgerolltem Nudelteig
Herkunft
Schwaben in Baden-Württemberg
Teig
Aus Mehl, Eiern, Wasser und Salz, dünn ausgerollt
Typische Füllung
Brät, Spinat, Zwiebeln und eingeweichte Semmeln; daneben fleischlose Varianten
Beiname
„Herrgottsb’scheißerle“ – nach einer Überlieferung aus der Fastenzeit
Schutzstatus
„Schwäbische Maultaschen“ / „Schwäbische Maultasche“ sind als geschützte geografische Angabe (g.g.A.) auf EU-Ebene eingetragen
Zubereitung
In Brühe gegart oder in Streifen in der Pfanne geröstet („geschmälzt“)
Regionale Rezepte und Füllungen unterscheiden sich.

Herkunft und Name

Der Ursprung der Maultaschen ist nicht eindeutig belegt. Am bekanntesten ist eine Überlieferung, die die Teigtasche mit der Fastenzeit verbindet: Danach sollen Mönche – häufig wird das Kloster Maulbronn genannt – das Fleisch im Teig versteckt haben, um es während des Fastens vor dem Herrgott zu verbergen. Aus dieser Legende leitet sich der schwäbische Spitzname „Herrgottsb’scheißerle“ ab.

Auch für den Namen „Maultasche“ selbst gibt es mehrere Deutungen, etwa eine Verbindung zum Kloster Maulbronn oder zur Gräfin Margarete Maultasch von Tirol. Sicher belegt ist keine dieser Erklärungen. Als Überlieferung gehören sie aber fest zur Geschichte des Gerichts.

Teig und Füllung

Die Grundlage bildet ein Nudelteig aus Mehl, Eiern, Wasser und Salz, der dünn ausgerollt wird. Klassisch besteht die Füllung aus Brät, Spinat, Zwiebeln und eingeweichten Semmeln, dazu kommen Eier und Gewürze. Der Teig wird über die Füllung geschlagen und an den Rändern sorgfältig verschlossen, damit beim Garen nichts austritt. Neben der klassischen Variante gibt es zahlreiche fleischlose Füllungen, etwa mit Spinat und Frischkäse. Die Größe der fertigen Taschen ist ein deutlicher Unterschied zu den kleineren Ravioli.

Hausgemachte Maultaschen

Wie Maultaschen gegessen werden

Für Maultaschen gibt es zwei klassische Zubereitungsarten. In der Brühe gegart werden sie als Maultaschensuppe serviert. Alternativ schneidet man sie in Streifen und röstet sie in der Pfanne an – als „geschmälzte“ Maultaschen mit gebräunten Zwiebeln. Als Beilage passt häufig ein Kartoffelsalat. Damit reihen sich Maultaschen neben Spätzle und Gerichten wie Linsen mit Spätzle in die herzhafte Alltagsküche Schwabens ein.

Geschützte Bezeichnung

Die Bezeichnungen „Schwäbische Maultaschen“ und „Schwäbische Maultasche“ sind als geschützte geografische Angabe (g.g.A.) auf EU-Ebene eingetragen. Damit ist festgelegt, dass unter diesem Namen verkaufte Maultaschen aus dem definierten Gebiet in Baden-Württemberg und dem angrenzenden Raum stammen und nach den dort üblichen Kriterien hergestellt sein müssen.

Fazit

Maultaschen sind bodenständige Küche aus Schwaben: ein dünner Nudelteig, eine herzhafte Füllung und zwei einfache Zubereitungsarten in Brühe oder aus der Pfanne. Ob als Suppe oder geschmälzt mit Zwiebeln – sie gehören zu den festen Bestandteilen der Küche in Baden-Württemberg und lassen sich gut mit anderen Klassikern der Region kombinieren.

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Weiterführende Quellen