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Der Archäologiepark Römische Villa Borg liegt auf einer Anhöhe im Ortsteil Borg der Gemeinde Perl, im Dreiländereck von Deutschland, Luxemburg und Frankreich an der Obermosel. Auf einem rund 7,5 Hektar großen Gelände ist hier der Herrschaftsbereich eines römischen Landguts wiederaufgebaut worden – ein Freilichtmuseum, das den Alltag einer römischen Villa rustica anschaulich macht.
Ein wiederaufgebautes römisches Landgut
Die Region zwischen Mosel und Saar zählt zu den frühesten Siedlungsgebieten des Saarlandes. Über Jahrhunderte dienten die antiken Mauerreste der Umgebung als Steinbruch, bis sich gegen Ende des 19. Jahrhunderts ein ortsansässiger Lehrer für das Trümmerfeld im Perler Ortsteil Borg zu interessieren begann und erste Funde als römisch einordnete.
Systematische wissenschaftliche Grabungen begannen 1987. Nach dem Freilegen der antiken Fundamente entschied man sich, die Gebäude auf den originalen Grundmauern nach antikem Vorbild wieder aufzubauen. So entstand nach und nach ein vollständiger Herrenhausbereich: 1997 wurden Taverne und Villenbad fertiggestellt, 1999 öffnete das Herrenhaus mit Museum, 2001 folgte der dritte Flügel mit Wohn- und Wirtschaftsräumen. Der Park gilt als einer der wenigen vollständig rekonstruierten Herrschaftsbereiche einer antiken Villenanlage.
Was Besucher im Archäologiepark erwartet
Zur Anlage gehören ein Torhaus, das museale Herrenhaus, Wirtschaftsgebäude, eine römische Küche und ein rekonstruiertes Römerbad, das die antike Hypokausten-Fußbodenheizung anschaulich zeigt. Rund um die Gebäude erstrecken sich römische Gärten. Auf dem Gelände wird weiter archäologisch geforscht, und im Museum sind Fundstücke aus den Grabungen zu sehen.

Führungen, Workshops und römische Feste
Das Programm des Parks macht das Leben in der Villa rustica erfahrbar. Zur Auswahl stehen unter anderem folgende Angebote:
- Führungen durch die Innenräume und die Gärten der Villa
- Führungen an den aktuellen Grabungsstellen
- Themenführungen etwa zur römischen Bade- und Esskultur
- Erlebnisführungen mit Darstellern als Hausherrin, Gutsverwalter oder Sklave
- Seminare, Workshops und Mitmachprogramme zu römischem Handwerk sowie Kochkurse
- Römische Feste wie die Römertage am ersten Augustwochenende und das Winterfest der Saturnalien
Römische Küche und Übernachten wie ein Römer
In der Taverne des Landguts werden regionale und römische Speisen serviert; einige Gerichte folgen den überlieferten Rezepten des römischen Kochbuchautors Apicius. Wer länger bleiben möchte, kann im Park sogar übernachten: Angeboten werden ein Nachtlager unter freiem Himmel im Garten der Villa und – vor allem während der Römertage – die Übernachtung in einem Legionärszelt. Details und Buchung laufen über die offizielle Seite des Parks.
Beste Reisezeit und Öffnungszeiten
Weil es sich um ein Freilichtmuseum handelt, spielt die Jahreszeit eine Rolle. Die Hauptsaison liegt zwischen April und Oktober, wenn die Anlage täglich außer montags geöffnet ist und die römischen Gärten in voller Blüte stehen. Im Februar, März und November gelten kürzere Öffnungszeiten, im Dezember und Januar bleibt der Park geschlossen. Wer die Gartenanlage in ihrer schönsten Pracht erleben möchte, kommt daher am besten im späten Frühjahr oder im Sommer. Die tagesaktuellen Öffnungszeiten und die Eintrittspreise stehen auf der offiziellen Seite villa-borg.de.
Anfahrt und Umgebung
Der Archäologiepark ist mit dem Auto gut zu erreichen und liegt im saarländischen Moselland unter der Adresse Im Meeswald 1 in 66706 Perl-Borg. Von Trier sind es rund 45 Kilometer, von Saarbrücken gut 60 Kilometer, und die Stadt Luxemburg ist etwa 25 Kilometer entfernt. Wer die römische Vergangenheit der Region weiter erkunden möchte, findet in der Umgebung viele Anknüpfungspunkte – vom nahen Trier mit seinen antiken Baudenkmälern bis zum Moseltal.
Weitere Ausflugsziele in der Region
- Römische Baudenkmäler und Liebfrauenkirche Trier
- Baumwipfelpfad an der Saarschleife
- Moseltal
- Reichsburg Cochem
- Grünhäuser Mühle und Umgebung bei Trier