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Das Heidelberger Schloss thront als markante Ruine aus rotem Sandstein am bewaldeten Hang oberhalb der Altstadt und des Neckars. Über Jahrhunderte war es die Residenz der Kurfürsten von der Pfalz, bevor es im Pfälzischen Erbfolgekrieg zerstört wurde. Gerade als Ruine gilt das Schloss heute als einer der bedeutendsten Renaissancebauten nördlich der Alpen und zählt zu den meistbesuchten Baudenkmälern Deutschlands.
Von der Residenz zur berühmtesten Ruine Deutschlands
Die Anfänge der Anlage reichen ins Mittelalter zurück. Zur bedeutenden Residenz wurde Heidelberg jedoch erst unter den Kurfürsten von der Pfalz, die die Burg über Generationen zu einem repräsentativen Schloss ausbauten. Der älteste noch erhaltene Wohnbau, der Ruprechtsbau, entstand im frühen 15. Jahrhundert. Seine schönsten Bauten erhielt das Schloss in der Renaissance: Der Ottheinrichsbau wurde um 1560 unter Kurfürst Ottheinrich errichtet, der Friedrichsbau folgte zu Beginn des 17. Jahrhunderts unter Kurfürst Friedrich IV.
Im Pfälzischen Erbfolgekrieg wurde Heidelberg dann verwüstet: Französische Truppen zerstörten Stadt und Schloss 1689 und erneut 1693. Zwar begann man später mit dem Wiederaufbau, doch zwei Blitzschläge im Jahr 1764 setzten diesen Bemühungen ein Ende. Seither ist das Schloss eine Ruine. 1720 hatten die Kurfürsten ihre Residenz ohnehin bereits nach Mannheim verlegt. Im 19. Jahrhundert wurde die malerische Ruine über dem Neckartal zu einem Sinnbild der Romantik und zog Dichter, Maler und Reisende aus ganz Europa an.

Ottheinrichsbau, Friedrichsbau und das Große Fass
Wer den Schlosshof betritt, steht zwischen den erhaltenen Fassaden der kurfürstlichen Prachtbauten. Der Ottheinrichsbau mit seiner reich geschmückten Fassade gilt als ein Hauptwerk der deutschen Renaissance, der benachbarte Friedrichsbau zeigt die Reihe der pfälzischen Herrscher in Figuren. Im Keller des Schlosses steht das Große Fass, ein riesiges Weinfass aus dem 18. Jahrhundert, das rund 220.000 Liter fasst und als eines der größten Weinfässer der Welt gilt. Die Innenräume und die historischen Säle des Schlosses lassen sich in der Regel im Rahmen einer Führung besichtigen; einzelne Säle können für Veranstaltungen gemietet werden.
Das Deutsche Apothekenmuseum
In den Räumen des Schlosses ist das Deutsche Apotheken-Museum untergebracht. Es zeigt die Geschichte der Pharmazie mit historischen Offizinen, Laborgeräten, Arzneimittelbehältnissen und einer umfangreichen Sammlung zur Heilkunde vom Mittelalter bis in die Neuzeit. Der Besuch des Museums ist üblicherweise im Schlossticket enthalten und lässt sich gut mit einem Rundgang über das Gelände verbinden.
Schlossgarten Hortus Palatinus
Unterhalb der Bauten erstreckt sich der Schlossgarten, der frühere Hortus Palatinus. Ab 1616 ließ Kurfürst Friedrich V. die terrassierte Gartenanlage für seine Frau Elisabeth Stuart anlegen; sie galt seinerzeit als eine der ehrgeizigsten Gartenschöpfungen ihrer Zeit, wurde aber nie vollständig fertiggestellt. Heute laden die Terrassen zu einem ruhigen Spaziergang ein und bieten einen weiten Blick über das Schloss, die Altstadt und das Neckartal.
Anreise, Öffnungszeiten und Tickets
Das Schloss liegt nur wenige Gehminuten oberhalb der Heidelberger Altstadt. Zu Fuß führt der Weg über den Burgweg hinauf, bequemer geht es mit der Bergbahn, die am Kornmarkt startet und weiter bis zum Königstuhl fährt. In der Altstadt stehen kostenpflichtige Parkhäuser zur Verfügung; wer mit der Bahn anreist, erreicht das Zentrum vom Hauptbahnhof aus mit Bus und Straßenbahn. Da sich Öffnungszeiten, Führungszeiten und Eintrittspreise regelmäßig ändern, lohnt vor dem Besuch ein Blick auf die offizielle Website – dort lassen sich auch Tickets buchen sowie Hinweise zu Anfahrt und Barrierefreiheit nachlesen.
Weitere Schlösser und Ziele in Baden-Württemberg
- Residenzschloss Mannheim – die Kurfürsten von der Pfalz verlegten ihre Residenz von Heidelberg an den Rhein-Neckar
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