Ulmer Münster

Ulmer Münster mit dem 161,53 Meter hohen Hauptturm
Tilman2007, re-darkened by Ulamm, Ulm, Münster-001darker, CC BY-SA 3.0

Das Ulmer Münster prägt die Silhouette der Stadt an der Donau wie kein zweites Bauwerk. Über Jahrhunderte galt sein Westturm als höchster Kirchturm der Welt, und noch heute ist die gotische Basilika das Wahrzeichen von Ulm. Dieser Beitrag fasst die wichtigsten Fakten zu Baugeschichte, Turm und Besuch zusammen.

Ulmer Münster auf einen BlickZum ausführlichen Reiseprofil
Stärken
Kultur & Geschichte 5/5 · Städtetrip & Shopping 3/5
Beste Zeit
Sommer
Aufwand
bis 2 Stunden · günstig · drinnen und draußen
Andrang
Moderat, höher während Gottesdiensten, Veranstaltungen und dem Weihnachtsmarkt
Ulmer Münster auf einen Blick
Baustil
Gotische Basilika, fünfschiffig
Konfession
Evangelisch (Landeskirche in Württemberg)
Grundsteinlegung
30. Juni 1377
Vollendung des Hauptturms
1890
Turmhöhe
161,53 Meter
Aussichtsplattform
143 Meter Höhe, 768 Stufen
Besonderheit
Rund 135 Jahre lang der höchste Kirchturm der Welt
Angaben nach dem Ulmer Münster und Wikipedia. Der Turmaufstieg ist je nach Bausicherung zeitweise eingeschränkt; aktuelle Höhe und Preise auf der offiziellen Seite.

Der höchste Kirchturm – über 135 Jahre lang

Mit einer Höhe von 161,53 Metern überragt der Hauptturm des Ulmer Münsters die gesamte Umgebung. Von seiner Vollendung im Jahr 1890 an war er rund 135 Jahre lang der höchste Kirchturm der Welt. Diesen Titel hält das Münster inzwischen nicht mehr: Die Sagrada Família in Barcelona hat den Ulmer Turm mit ihrem neuen Hauptturm überragt. Für Ulm bleibt der Turm dennoch das prägende Wahrzeichen und ein weithin sichtbares Ziel im Süden Deutschlands.

Eine Bauzeit von über 500 Jahren

Die Grundsteinlegung erfolgte am 30. Juni 1377. Ulm war damals eine wohlhabende Reichsstadt, und die Bürgerschaft finanzierte den Bau selbst – das Münster ist damit eine Bürgerkirche und nicht die Kirche eines Bischofs oder Fürsten. In einer ersten Bauphase von 1377 bis 1543 entstand der Großteil des Baus, dann ruhten die Arbeiten aus finanziellen Gründen über Jahrhunderte. Erst im 19. Jahrhundert wurde weitergebaut: Von 1844 bis 1890 vollendete man den Westturm. Ursprünglich als Hallenkirche geplant, wurde das Münster als fünfschiffige gotische Basilika ausgeführt. Bis zur Reformation um 1530 war es katholisch, seither gehört es zur evangelischen Landeskirche in Württemberg.

Im Zweiten Weltkrieg zerstörte der schwere Luftangriff vom 17. Dezember 1944 weite Teile der Ulmer Innenstadt. Das Münster blieb dabei weitgehend unversehrt; ein im März 1945 in das Dach einschlagender Blindgänger explodierte nicht.

Kunstwerke im Inneren

Das Innere des Münsters ist reich an Kunst und Handwerk aus mehreren Jahrhunderten. Zu den bedeutendsten Werken zählt das Chorgestühl, das Jörg Syrlin der Ältere zusammen mit Michel Erhart zwischen 1469 und 1474 schuf – eines der berühmtesten spätgotischen Chorgestühle Deutschlands mit zahlreichen geschnitzten Figuren aus Antike, Bibel und Kirchengeschichte. Mehrere Orgeln, darunter eine große Walcker-Orgel, tragen die Kirchenmusik, und historische Glocken prägen das Geläut. An den Wänden der Seitenschiffe erinnern über hundert Totenschilde an Ulmer Bürgerfamilien und unterstreichen den bürgerlichen Charakter der Kirche. Auch die filigranen Pfeilerkonsolen mit lebensgroßen Figuren und der Taufstein zeigen die Handwerkskunst der Bauzeit.

Ein Wahrzeichen für sich ist der Ulmer Spatz. Der Sage nach brachte ein Sperling die Ulmer auf die Idee, lange Baustämme längs statt quer durch das Stadttor zu tragen. An den Bau erinnert bis heute eine Spatzenfigur auf dem Dach des Münsters.

Turmaufstieg und Besuch

Wer die Höhe des Münsters wirklich erleben möchte, steigt über 768 Stufen zur Aussichtsplattform in 143 Metern Höhe hinauf. Einen Aufzug gibt es nicht, und aus Gründen der Bausicherung ist der Aufstieg zeitweise nur bis zu einer geringeren Höhe möglich. Bei klarer Sicht reicht der Blick über die Stadt bis zur Schwäbischen Alb und an guten Tagen bis zu den Alpen. Der Besuch der Kirche selbst ist kostenlos; für den Turmaufstieg wird ein Eintritt fällig. Öffnungszeiten und Preise ändern sich, ein Blick auf die offizielle Seite vor dem Besuch lohnt sich daher. Während Gottesdiensten und Veranstaltungen ist eine Besichtigung nur eingeschränkt möglich.

Anreise und Lage

Das Münster steht mitten in der Ulmer Altstadt am Münsterplatz und ist vom Hauptbahnhof in wenigen Gehminuten erreichbar. Ulm liegt an der Bahnstrecke Stuttgart–München und ist mit Fern- und Nahverkehr gut angebunden; wer mit dem Auto kommt, nutzt die Parkhäuser in der Innenstadt. Ein Besuch lässt sich gut mit einem Rundgang durch die Altstadt und das Fischerviertel verbinden. Ein Bummel über den Münsterplatz ist ganzjährig möglich; in der Vorweihnachtszeit bildet der Weihnachtsmarkt vor dem Münster eine besondere Kulisse.

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Für wen sich der Besuch des Ulmer Münsters lohnt

Am meisten profitieren Architektur- und Geschichtsinteressierte sowie Besucher, die einen Weltrekord unmittelbar erleben möchten: Über 135 Jahre lang war der 161,53 Meter hohe Hauptturm der höchste Kirchturm der Welt, und weil die Bürgerschaft der einstigen Reichsstadt den Bau selbst finanzierte, gilt das Münster bis heute als Bürgerkirche. Im Inneren zeigen das spätgotische Chorgestühl von Jörg Syrlin dem Älteren und Michel Erhart sowie die zahlreichen Totenschilde Ulmer Bürgerfamilien eine über Jahrhunderte gewachsene Ausstattung. Wer schwindelfrei ist, wird zusätzlich mit dem Aufstieg über 768 Stufen und dem Blick bis zur Schwäbischen Alb und an klaren Tagen bis zu den Alpen belohnt.

Wer auf einen Aufzug angewiesen ist oder wenig Kondition für lange Treppenaufgänge mitbringt, sollte sich auf den Besuch der Kirche selbst beschränken, da der Turm nur zu Fuß zugänglich ist. Für Familien mit sehr kleinen Kindern ist der Aufstieg ebenfalls wenig geeignet. Wer Natur oder Wasseraktivitäten sucht, findet am Münster selbst kein passendes Angebot, auch wenn die Donau nur wenige Schritte entfernt fließt.

Bei klarer Sicht lohnt sich der Turmaufstieg besonders, da die Fernsicht dann am weitesten reicht; am ehesten trifft das an ruhigen Tagen außerhalb der Gottesdienstzeiten zu, an denen die Besichtigung nur eingeschränkt möglich ist. In der Vorweihnachtszeit sorgt zusätzlich der Weihnachtsmarkt vor dem Münster für eine besondere Kulisse, allerdings auch für mehr Andrang auf dem Münsterplatz und in der Altstadt.

Reiseprofil: Ulmer Münster
Wofür sich das Ziel eignet
Familie & Kinder
2/5
Action & Abenteuer
2/5
Wellness & Erholung
0/5
Kultur & Geschichte
5/5
Natur & Landschaft
0/5
Wasser & Strand
1/5
Städtetrip & Shopping
3/5
Kulinarik & Genuss
1/5
Preis-Leistung und Fotomotiv
Preis-Leistung
5/5
Fotomotiv
5/5
Beste Reisezeit
Frühling
gut
Sommer
ideal
Herbst
gut
Winter
gut
Gut zu wissen
Zeitbedarf
Kurz bis halber Tag – Kirche und Turmaufstieg zusammen ein bis zwei Stunden
Budget
Besuch der Kirche kostenlos, Turmaufstieg kostenpflichtig
Wetter
Gemischt – Kirche unter Dach, Turmaufstieg und Aussichtsplattform im Freien
Andrang
Moderat, höher während Gottesdiensten, Veranstaltungen und dem Weihnachtsmarkt
Übernachtung
Als Tagesausflug mit der Bahn gut zu erreichen
Barrierearm / Kinderwagen
Eingeschränkt – die Kirche ist ebenerdig zugänglich, der Turmaufstieg mit 768 Stufen ohne Aufzug nicht
Hunde
Vor dem Besuch beim Betreiber prüfen
Anreise
Bahn bis Ulm Hauptbahnhof, wenige Gehminuten zu Fuß, oder Auto mit Parkhäusern in der Innenstadt
Der Turmaufstieg führt über 768 Stufen ohne Aufzug und ist deshalb nicht für jeden geeignet.
Redaktionelle Einschätzung der Inlandstourismus.de-Redaktion, Stand September 2026. Preise, Öffnungszeiten und Andrang können abweichen – Angaben ohne Gewähr.

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