Yachtcharter in den Niederlanden: Reviere, Boote und Bootsführerschein

Die Niederlande sind ein vielseitiges Wassersportland und von Deutschland aus schnell erreichbar. Wer eine Yacht chartert, findet dicht beieinanderliegende Reviere: das IJsselmeer und das Markermeer, die Friesischen Seen, die Grachten und Kanäle im Landesinneren, das Wattenmeer und die offene Nordsee. Die Distanzen zwischen den vielen Häfen sind kurz, navigiert wird überwiegend auf Sicht. Das macht die Region für Einsteiger wie für erfahrene Crews interessant, auch für ein verlängertes Wochenende.

Segelboote im Hafen einer niederländischen Küstenstadt
Die Niederlande auf dem Wasser: das Wichtigste im Überblick
Reviere
IJsselmeer und Markermeer, die Friesischen Seen, Grachten und Kanäle, das Wattenmeer sowie die offene Nordsee
Bootstypen
Segelyacht, Motorboot, Hausboot und traditionelle Plattbodenschiffe
Bootsführerschein
Für Motorboote bis 15 Meter Länge und bis 20 km/h ist in den Niederlanden kein Vaarbewijs nötig; darüber gilt das Klein Vaarbewijs
Anreise
Von Nordrhein-Westfalen und dem Nordwesten Deutschlands in wenigen Stunden erreichbar
Saison
Schwerpunkt etwa Mai bis September; Wind meist aus West bis Südwest
Charakter
Kurze Distanzen zwischen vielen Häfen, überwiegend Navigation auf Sicht
Regelungen können sich ändern – vor der Fahrt die aktuell gültigen Vorschriften prüfen.

Reviere: von IJsselmeer bis Wattenmeer

Das IJsselmeer ist durch den Abschlussdeich vom Meer getrennt und bietet Süßwasser, historische Hafenorte und geschützte Bedingungen. Das angrenzende Markermeer eignet sich ebenfalls gut für Tagestörns. Im Norden liegen die Friesischen Seen, ein Netz aus Seen und Kanälen, das über die sogenannte Staande-Mastroute mit stehendem Mast befahrbar ist. In den Städten laden Grachten und Kanäle zu ruhigen Fahrten ein. Anspruchsvoller sind das Wattenmeer mit seinen Gezeiten und die Nordsee vor den Westfriesischen Inseln – beide setzen Erfahrung, sorgfältige Törnplanung und Kenntnis der Tidenkalender voraus.

Segeln auf dem IJsselmeer in den Niederlanden

Segeln, Motorboot oder Hausboot

Zur Auswahl stehen unterschiedliche Bootstypen. Segelyachten nutzen den meist verlässlichen Wind von der Nordsee, Motorboote sind wetterunabhängiger, und Hausboote eignen sich für gemütliche Fahrten auf den ruhigeren Gewässern. Eine Besonderheit sind die Plattbodenschiffe: traditionelle Segler mit flachem Rumpf und Seitenschwertern, die dem geringen Tiefgang der niederländischen Gewässer angepasst sind. Sie prägen bis heute das Bild auf dem IJsselmeer und stehen für die lange Schifffahrtstradition des Landes.

Bootsführerschein in den Niederlanden

Für viele Charterboote ist in den Niederlanden kein Bootsführerschein vorgeschrieben. Ein Vaarbewijs wird erst verlangt, wenn ein Motorboot länger als 15 Meter ist oder schneller als 20 Kilometer pro Stunde fahren kann; dann gilt das sogenannte Klein Vaarbewijs. Kleinere und langsamere Boote lassen sich damit auch ohne Schein führen. Wer wenig Erfahrung hat, kann bei vielen Anbietern eine Einweisung erhalten oder einen Skipper an Bord nehmen. Da sich Vorschriften ändern können, lohnt vor der Buchung ein Blick auf die aktuellen Regeln.

Hafenstädte entlang der Route

Entlang der Reviere reihen sich zahlreiche Hafenstädte. Neben Amsterdam sind das historische Orte am IJsselmeer wie Hoorn, Enkhuizen und Medemblik, die frühere Handelshäfen waren und heute Marinas, Altstädte und Museen verbinden. Weil die Häfen oft nur wenige Meilen auseinanderliegen, lässt sich schon auf kurzen Törns mehr als ein Ziel ansteuern.

Fazit

Die Niederlande bieten auf engem Raum abwechslungsreiche Gewässer – vom geschützten IJsselmeer über die Friesischen Seen bis zum Wattenmeer. Kurze Distanzen, viele Häfen und die für kleinere Boote entfallende Führerscheinpflicht machen das Land zu einem naheliegenden Ziel für einen Urlaub auf dem Wasser, ob unter Segeln, mit dem Motorboot oder auf dem Hausboot.

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Weiterführende Quellen