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Der Leuchtturm im Inselinneren von Norderney
Der Leuchtturm von Norderney steht nicht am Strand, sondern mitten auf der ostfriesischen Insel Norderney auf einer Düne. Bis heute ist er ein aktives Seezeichen und dient der Schifffahrt vor der niedersächsischen Küste als Orientierungspunkt. Mit seinem roten Backsteinmauerwerk zählt er zu den höchsten und markantesten Bauwerken der Insel und steht unter Denkmalschutz.
Als Seezeichen trägt der Turm die Kennung B 1054. Zu ihm gehört ein zweigeschossiges Wärter- und Maschinenhaus, in dem sich bis in die 1950er-Jahre eine Telegrafenstation befand.
Bauweise und Aussehen
Der Turm ist rund und aus rotem Backstein gemauert; im oberen Bereich geht der Querschnitt in eine achteckige Form über. Überliefert ist eine Höhe von rund 54 Metern, womit er zu den höchsten Gebäuden Norderneys gehört. Genaue Angaben zu Höhe und Stufenzahl fallen je nach Quelle unterschiedlich aus und sollten vor einem Besuch geprüft werden.
Geschichte des Leuchtturms
Schon im 18. Jahrhundert fehlte zwischen den Inseln Juist und Spiekeroog ein verlässliches Leuchtfeuer. Kaufleute aus Emden und Bremen sorgten sich um die Sicherheit ihrer Schiffe und drängten auf den Bau eines Leuchtturms auf einer der ostfriesischen Inseln.
Zwischen 1871 und 1874 entstand der Turm aus roten Mauerziegeln auf einer Düne im Inselinneren. Am 1. Oktober 1874 wurde er mit einer Petroleumlampe in Betrieb genommen. 1930 folgte der Anschluss an das Stromnetz, die Petroleumlampen wurden durch elektrisches Licht ersetzt; später kam ein Notstromaggregat hinzu.
Von Wärtern zur Fernsteuerung
Bis 1981 kümmerten sich Leuchtturmwärter um den Betrieb. Seither arbeitet der Leuchtturm vollautomatisch und wird von der Verkehrszentrale Ems in Knock aus überwacht und ferngesteuert.
Sanierung
Anfang der 2000er-Jahre zeigten sich am Bauwerk erhebliche Feuchtigkeitsschäden. Die Backsteine waren einst im Watt gelagert und dabei mit Salzwasser in Berührung gekommen; die eingelagerten Salze setzten dem Mauerwerk über die Jahrzehnte zu. Der Turm musste daraufhin aufwendig restauriert werden. Sein Licht ist seither wieder weithin über die Nordsee zu sehen.
Leuchtturm besichtigen: Besuch und Aussicht
Wer gut zu Fuß ist, kann den Turm besteigen. Bei klarem Wetter belohnt ein weiter Rundblick über die Insel, die Dünenlandschaft und das Wattenmeer die Mühe. Öffnungszeiten und Eintritt können saisonal wechseln – ein Blick auf die aktuellen Angaben vor Ort lohnt sich. Wer noch mehr Leuchttürme sehen möchte, findet mit dem Neuen Leuchtturm auf Borkum ein weiteres bekanntes Seezeichen der Region.
Anfahrt zum Leuchtturm
Eine schöne Anreise ist die Radtour von der Stadtmitte zum Leuchtturm. Sie dauert etwa eine halbe Stunde und führt durch die Dünenlandschaft, besonders reizvoll über den sogenannten „Zuckerpatt“. Wer nicht radeln möchte, nimmt den Bus.
Aussicht vom Turm
Bei guter Sicht reicht der Blick weit über die Insel hinaus:
- Westen: Insel Juist, Borkum, Mündung der Ems, Eemshaven
- Osten: Langeoog, Spiekeroog
- Südwesten: Schleuse Leysiel
- Norden: Offshore-Windpark Gode Wind
Beste Reisezeit und weitere Ziele auf Norderney
Für einen Ausflug zum Leuchtturm und auf die Insel eignet sich vor allem die Zeit von Mitte Mai bis zum Frühherbst. Gemäßigte Temperaturen, mäßige Winde und lange Tage machen den Aufenthalt angenehm. Praktische Hinweise zur Anreise nach Norderney helfen bei der Planung. Wer ohnehin auf der Insel unterwegs ist, verbindet den Turm gut mit einem Abstecher zur Weißen Düne im Osten Norderneys.