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Der Römerberg ist der Rathausplatz von Frankfurt am Main und seit dem Hochmittelalter das Zentrum der Altstadt. An seiner Nordwestseite steht das Rathaus und Wahrzeichen der Stadt, der Römer, in dem die Stadtverordnetenversammlung tagt und die Oberbürgermeisterin beziehungsweise der Oberbürgermeister ihren Sitz haben. Zur Platzseite hin besteht der Bau aus drei einzelnen Häusern und trägt eine charakteristische Dreigiebelfassade mit Treppengiebeln. Römer und Römerberg zählen zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten Frankfurts.
Der Römer: Rathaus seit 1405
Die Bürgerhäuser am Römerberg entstanden bereits im frühen 14. Jahrhundert; der Römer wurde 1322 erstmals urkundlich erwähnt. Auf der Suche nach einem repräsentativen Sitz kaufte der Rat der Stadt am 11. März 1405 die beiden Häuser Römer und Goldener Schwan. Seither dient der Römer als Frankfurter Rathaus. Der Name Römer ging später auf den gesamten Komplex über, obwohl ursprünglich nur eines der nebeneinanderliegenden Häuser so hieß. Bis zum Ende des 19. Jahrhunderts wuchs das Ensemble auf insgesamt elf Häuser an.
Als Rathaus war der Römer eng mit dem Heiligen Römischen Reich verbunden. Die Goldene Bulle von 1356 bestimmte Frankfurt zur Wahlstadt der römisch-deutschen Könige. Ab 1562 wurden die Kaiser in Frankfurt gekrönt, und im Anschluss an die Krönung zog der Hof zum Festmahl in den Römer.
Der Kaisersaal
Der prachtvollste Raum im Römer ist der Kaisersaal im Obergeschoss des Hauses zum Römer. Zunächst tagte hier der Frankfurter Rat; ab 1612 fanden im Saal die Krönungsbankette nach den Kaiserwahlen statt. Bekannt ist der Kaisersaal vor allem für seine Galerie mit den 52 Bildnissen der deutschen Kaiser – von Karl dem Großen, der im Jahr 800 gekrönt wurde, bis zu Franz II., der 1806 die Krone niederlegte. Bis heute finden im Kaisersaal offizielle Empfänge der Stadt statt. Wenn keine Veranstaltung angesetzt ist, lässt sich der Saal besichtigen; die aktuellen Öffnungszeiten und Bedingungen nennt die Stadt Frankfurt auf ihrer offiziellen Seite.
Zerstörung und Wiederaufbau
Beim schweren Luftangriff am 22. März 1944 versank die Frankfurter Altstadt im Feuersturm; vom Römer blieben nur die Außenmauern stehen. Ab den 1950er-Jahren wurde das Rathaus wieder aufgebaut. Hinter den historischen Fassaden verbergen sich seitdem zweckmäßige Büroräume, die sich auf mehrere Gebäude verteilen; für Besucher ist vor allem die Dreigiebelfront am Römerberg mit dem Haupteingang interessant. Da der Deutsche Fußball-Bund seinen Sitz in Frankfurt hat, dient der Balkon des Römers immer wieder als Bühne: Nach großen Titelgewinnen lassen sich Mannschaften hier von ihren auf dem Römerberg versammelten Fans feiern.
Rund um den Römerberg
Der Römerberg ist mehr als der Platz vor dem Rathaus. In seiner Mitte steht seit 1543 der Gerechtigkeitsbrunnen, den die Figur der Justitia mit Waage und Schwert krönt. Die Südseite prägt die Alte Nikolaikirche, gleich daneben liegt das Historische Museum. Die Ostseite bildet die Ostzeile, auch Samstagsberg genannt: eine Reihe von Fachwerkhäusern, die 1981 bis 1983 in historischer Form rekonstruiert wurde und dem Platz sein malerisches Bild gibt. Nur wenige Schritte östlich erheben sich der Kaiserdom St. Bartholomäus und das 2018 eröffnete Dom-Römer-Quartier, die Neue Altstadt zwischen Römer und Dom.
- Gerechtigkeitsbrunnen mit der Figur der Justitia in der Platzmitte
- Alte Nikolaikirche auf der Südseite
- Ostzeile (Samstagsberg) mit rekonstruierten Fachwerkhäusern auf der Ostseite
- Historisches Museum am Südrand des Platzes
- Kaiserdom St. Bartholomäus und Dom-Römer-Quartier in unmittelbarer Nähe
Der Römerberg ist regelmäßig Schauplatz von Messen und Märkten; besonders der traditionsreiche Weihnachtsmarkt zieht alljährlich viele Besucher an. Wer Frankfurt weiter erkunden möchte, verbindet den Bummel über die Altstadt gern mit einem Besuch der Alten Oper. Reizvolle Ziele für historisch Interessierte sind zudem die Erfurter Altstadt mit Dom und Krämerbrücke, die mittelalterliche Altstadt von Rothenburg ob der Tauber und der Kaiserdom in Speyer. In Hessen lohnt außerdem ein Abstecher nach Fulda.
Anreise
Der Römerberg liegt mitten in der Frankfurter Innenstadt und ist gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar. Direkt am Platz hält die U-Bahn-Station Dom/Römer, die von den Linien U4 und U5 bedient wird. Vom S- und U-Bahn-Knoten Hauptwache sind es nur wenige Gehminuten. Wer mit dem Auto anreist, nutzt am besten eine der Parkgaragen in der Altstadt, denn der Römerberg selbst ist eine Fußgängerzone.